Corona-Lockerungen: Erste Fähren und Autozüge nach Sylt

Dagebüll/Havneby.  Die umfassendsten Lockerungen seit Beginn der Corona-Krise sind in Schleswig-Holstein in Kraft getreten. Montagmorgen fuhren erste Fähren nach Sylt.

Autos verlassen die von den Inseln Föhr und Amrum angekommene Fähre "Uthlande". Die Fähren nach Föhr und Amrum sind am Montag und den Folgetagen ebenso wie die Autozüge nach Sylt gut ausgelastet. Von Montag an soll das Einreiseverbot für touristische und Freizeitzwecke nach Schleswig-Holstein ebenso wie das Betretungsverbot für Inseln und Halligen entfallen (Archivbild).

Autos verlassen die von den Inseln Föhr und Amrum angekommene Fähre "Uthlande". Die Fähren nach Föhr und Amrum sind am Montag und den Folgetagen ebenso wie die Autozüge nach Sylt gut ausgelastet. Von Montag an soll das Einreiseverbot für touristische und Freizeitzwecke nach Schleswig-Holstein ebenso wie das Betretungsverbot für Inseln und Halligen entfallen (Archivbild).

Foto: Carsten Rehder / dpa

Schon die Fahrt über die B199 und B5 Richtung Dagebüll und Niebüll zeigt deutlich: Der Tourismus in Schleswig-Holstein kommt wieder ins Rollen. Bereits am frühen Montagmorgen waren viele Autos mit auswärtigen Kennzeichen beispielsweise aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hamburg unterwegs. Und auch am Fähranleger Richtung Föhr und Amrum sowie an der Autoverladestation nach Sylt in Niebüll selbst herrschte reger Betrieb.

Zum Wochenanfang sind die umfassendsten Lockerungen seit Beginn der Corona-Krise in Schleswig-Holstein jetzt in Kraft getreten. So fiel unter anderem die Einreisesperre für Touristen auf dem Festland und den Inseln weg. Hotels – ohne Wellnessbereiche – und Ferienwohnungen dürfen wieder öffnen. Kapazitätslimits wie in anderen Ländern gibt es nicht. Die Kontaktbeschränkungen gelten aber auch hier.

Corona-Lockerungen: Sylt-Reisende sind früh auf den Beinen

Sie seien glücklich, dass es jetzt losgeht, sagte Christina Seifert aus Hamburg. Gemeinsam mit ihren beiden Töchtern und Mann Martin will sie die Fähre um 8.25 Uhr nach Föhr nehmen. Auch Familie Nimczewski aus Boostedt (Kreis Segeberg) ist froh, dass der Inselurlaub doch noch starten kann - wenn auch zwei Tage später als ursprünglich geplant.

Um wieder auf die Inseln zu kommen, sind einige Urlauber früh am Morgen oder gar am Vorabend losgefahren. Er sei gegen 4.00 Uhr losgefahren, sagte ein Mann aus Hannover, der zweieinhalb Wochen auf Föhr verbringen will, kurz bevor er auf die Fähre rollt.

Bernhard Boos aus Aulendorf bei Ravensburg in Baden-Württemberg ist mit seiner Frau bereits am Sonntagabend gegen 18 Uhr gen Norden gestartet. Sie wollen auf Amrum und Pellworm Urlaub machen. Die Ferienwohnung auf Amrum ist seit Januar gebucht, wie Boos sagte. Dass es tatsächlich klappt mit dem Nordseeurlaub, habe sie überrascht. „Wir haben uns schon in Süddeutschland Alternativen überlegt.“ Eine Fähre hatten Boos und seine Frau vor dem Corona-Ausbruch noch nicht gebucht. Sie hoffen daher, im Laufe des Tages auch so mit dem Auto rüberzukommen. Ansonsten ließen sie den Wagen eben auf dem Festland stehen, sagte Boos.

Rund zwei Stunden Wartezeit

Reservierungen für Fahrzeuge konnten für die Fähren zum Wochenanfang seit Tagen nur vereinzelt entgegengenommen werden. Auch an der Autoverladestation nach Sylt in Niebüll war viel los. Der Verkehr staute sich am Vormittag bereits auf der B5 und den Zubringerstraßen im Ort. Die Wartezeit betrug rund zwei Stunden, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn, die den Sylt Shuttle betreibt, sagte. Bereits am frühen Morgen seien außergewöhnlich viele Menschen auf dem Weg nach Sylt gewesen. Die Zahl der Züge sei auf 18 erhöht worden. Um Schnitt könnten etwa 150 Autos mitgenommen werden.

Die Züge des Blauen Autozugs sind ebenfalls „gut gefüllt“, wie eine Sprecherin des Betreibers RDC Autozug Sylt sagte. Sie empfahl Reisenden wenn möglich, auf Dienstag auszuweichen. Am Montagabend sollte ein Zusatzzug eingesetzt werden. Der Fahrplan des Blauen Autozugs wurde nun ebenso wie der des Sylt Shuttles auf Sommerfahrplan umgestellt.

Corona: Inselurlaub wird anders also gewohnt

„Wir freuen uns auf unsere Gäste“, sagte eine Sprecherin von Sylt Marketing. Diese müssten sich allerdings darauf einstellen, dass ein Inselurlaub dieses Jahr anders sei als in den vergangenen Jahren. So gebe es in der Gastronomie beispielsweise wesentlich weniger Kapazitäten. Die Zahl der erwarteten Gäste entspreche allerdings der in der Hochsaison. Da brauche man vielleicht mehr Geduld und Gelassenheit, bis man einen Tisch bekomme, sagte die Sprecherin.

In die Freude, für ihre Feriengäste wieder öffnen zu dürfen, mischt sich auf den Inseln aber auch Sorge vor schwieriger zu kontrollierenden Strömen von Tagestouristen. Auf diese würden Sylt, Föhr und Amrum daher gerne zunächst verzichten. Die Kreise können bei Bedarf den Tagestourismus in Orten begrenzen. Die Landesregierung und die Landräte von Ostholstein und Nordfriesland wollten am Montag noch Genaueres bekannt geben, wie sie mit der Thematik umgehen wollen. dpa

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