Werksurlaub in Wolfsburg

Fünf Gründe, warum Wolfsburg auch in den Werksferien schön ist

| Lesedauer: 5 Minuten
Verwaiste Werksparkpätze vor dem VW-Hochhaus, viel Ruhe am Allersee, kein Stau auf der Nordhoff-Straße, nur wenige geöffnete Lokale und gähnende Leere bei den Bürgerdiensten der Stadt: Wolfsburg mitten in den Werksferien – einfach nur erholsam!

Verwaiste Werksparkpätze vor dem VW-Hochhaus, viel Ruhe am Allersee, kein Stau auf der Nordhoff-Straße, nur wenige geöffnete Lokale und gähnende Leere bei den Bürgerdiensten der Stadt: Wolfsburg mitten in den Werksferien – einfach nur erholsam!

Foto: Jürgen Runo / Fotos: Helge landmann/regios24

Wolfsburg.  Unendliche Weiten auf Werksparkplätzen und mehr: Wolfsburg hat für das Häuflein Daheimgebliebener viele Vorzüge. Eine nicht ganz ernst gemeinte Liste.

Die Hälfte ist geschafft – Bergfest in den Werksferien bei VW. Doch während gefühlt fast die ganze Stadt verreist ist und nur ein Häuflein Daheimgebliebener die Stellung hält, ist das kein Grund für Verdruss. Die Ruhe in der Stadt hat auch handfeste Vorteile – man muss sie nur zu nutzen und zu schätzen wissen! Fünf launige und nicht unbedingt ganz ernst gemeinte Gründe, warum Wolfsburg auch mitten in den Werksferien schön ist.

Still ruht der Allersee

Klar zur Wende, See zu Ende. Wer kennt diesen ausgelutschten Allersee-Spruch nicht, der auf die – nun ja – durchaus übersichtliche Größe von Wolfsburgs Top-Badesee und -Wassersportrevier anspielt? Jedenfalls treten die begrenzten Gewässer-Kapazitäten in den Werksferien ein gutes Stück in den Hintergrund. Denn weniger Wolfsburger daheim bedeuten auch – richtig: weniger Getümmel am Allersee-Strand und im Wasser.

Endlich mal das ganz große Strand-Besteck rausholen mit XXL-Badelaken, Strandmuschel im Angeber-Format, Wasserspielzeug-Sammlung de luxe und allem Pipapo. Gilt übrigens analog alles auch für den Freibad-Besuch. Und der Rückweg zum Parkplatz für die, die nicht zu Fuß oder mit dem Rad da sind, gestaltet sich derzeit nebenbei auch nicht ganz so langwierig.

Mein Lokal, Dein Lokal

Wer kennt das Problem nicht: In der Familie oder mit Freunden mal wieder richtig schön essen gehen – aber wo? Schon die Qual der Wahl angesichts so vieler netter Lokale fast überall in der Stadt macht das Ganze schnell zum nervenaufreibenden Unterfangen. Und dann auch noch die vielen verschiedenen Geschmäcker unter einen Hut bekommen...

In den Werksferien ist es ein bisschen wie früher zu Hause beim Essen im Kreise der Lieben oder wie in der DDR: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt. Und die Auswahl ist sehr übersichtlich. Also Schluss mit dem Rumnölen. Man kann froh sein, wenn der Lieblings-Italiener überhaupt geöffnet hat und da nicht, wie in vielen anderen Gaststätten, in den Werksferien die Küche kalt bleibt.

Dieser Umstand hat aber auch noch eine sehr sozial-kommunikative Note: Die wenigen Lokale, die im Werksurlaub nicht dicht sind, sind meist gerappelt voll. Da kommt man schnell ins Gespräch, da lernt man ganz zwanglos neue Leute kennen. Vielleicht der Anfang einer Sommerliebe ganz ohne plumpes Ballermann-Feeling.

Ausweise olé

Wer die Gelegenheit jetzt nicht beim Schopfe packt, dem ist nicht mehr zu helfen: Seit Corona ist in den Bürgerdiensten der Stadt im Rathaus B nichts mehr, wie es einmal war. Ohne Termin geht quasi nix, darauf muss man zeitweise wochenlang warten und, und, und…

Was liegt da näher, als das Portemonnaie einem Ausweis-Check zu unterziehen und kurzfristig einen Termin zur Verlängerung klarzumachen für Perso, Reisepass und Lappen? Netter Nebeneffekt: Im Sommer sieht man meistens nicht so kränklich-blass aus, da gibt’s dann auch vorzeigbare Passfoto-Motive.

Nordhoff-Straße – such den Stau

Wann gibt’s denn sowas? Schichtwechsel-Zeit zur späten Mittagszeit – und kein Stau auf der Heinrich-Nordhoff-Straße, der einen mit schöner Regelmäßigkeit abnervt, weil es nunmal derzeit keinen Schichtwechsel gibt! Damit öffnet sich in den Werksferien plötzlich werktäglich ein ganz großes Zeitfenster für noch mehr Feierabend-Aktivitäten.

Lesen Sie auch:

Unendliche Weiten auf den verwaisten Werksparkplätzen

Teils in bester Innenstadt-Lage erstrecken sich die weitläufigen Werksparkplätze. Und liegen nun im Dornröschenschlaf. Leere Stellplätze, so weit das Auge reicht. Was für ein seltener Genuss für die wenigen Werksmitarbeiter, die in der produktionsfreien Zeit die Stellung halten. Kein Stau bei der An- und Abfahrt zum Parkplatz der Wahl, kein nervenaufreibendes Rangieren hinein in die ultimative Parklücke, kein Ärgern über lange Fußwege bis ins Werk. Und auch das omnipräsente Problem mit Parkplatz-Remplern, bei denen sich der Unfallverursacher nach Beschädigung des schönen Neu- oder Leasingfahrzeugs im parkenden Auto-Dschungel unbemerkt aus dem Staub machen kann, gibt es einfach nicht.

Für alle, die nicht im VW-Werk arbeiten: Solche Fotomotive à la „lost places“ – beispielsweise mit dem ikonischen VW-Hochhaus oder dem Kraftwerk im Bild-Hintergrund – gibt’s nicht alle Tage, also ab auf Foto-Safari.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder