Affenpocken

Impfungen gegen Affenpocken in Niedersachsen gestartet

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Das vom Institute of Tropical Medicine Antwerp zur Verfügung gestellte Foto zeigt Hautsymptome von Affenpocken-Patienten.

Das vom Institute of Tropical Medicine Antwerp zur Verfügung gestellte Foto zeigt Hautsymptome von Affenpocken-Patienten.

Foto: dpa

Hannover.  Mehr als 1000 Affenpocken-Fälle gibt es in Deutschland, 18 in Niedersachsen, 2 in Braunschweig. Die Impfungen finden in HIV-Schwerpunktpraxen statt.

In Niedersachsen haben die Impfungen gegen Affenpocken begonnen. Wie das Gesundheitsministerium in Hannover mitteilte, wird in HIV-Schwerpunktpraxen geimpft. Dies hätten Bund und Länder vereinbart. Die Ärztinnen und Ärzte in diesen Praxen sind auf die Behandlung von HIV-infizierten beziehungsweise an Aids erkrankten Patienten spezialisiert.

Bis Freitag waren dem Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) 18 PCR-bestätigte Fälle von Affenpocken-Infektionen übermittelt worden. Alle betroffenen Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren seien männlich, sagte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Der Altersdurchschnitt liege bei 39 Jahren.

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Ständige Impfkommission empfiehlt den Pockenimpfstoff Imvanex

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt den Pockenimpstoff Imvanex für besonders gefährdete Personen. Dazu zählen zum Beispiel Erwachsene, die Kontakt zu Infizierten hatten, sowie Männer, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben. Die Experten im Landesgesundheitsamt gehen davon aus, dass weitere Meldefälle hinzukommen, die Zahl aber „im überschaubaren Rahmen“ bleibe. Eine Woche zuvor waren es acht bestätigte Fälle für Niedersachsen gewesen.

Registriert wurden bis Donnerstag fünf Affenpocken-Patienten in der Region Hannover sowie zwei Betroffene in der Stadt Braunschweig. Jeweils einen Infizierten gab es in der Stadt Osnabrück sowie in den Landkreisen Diepholz, Göttingen, Hameln, Hildesheim, Northeim, Osnabrück und Schaumburg.

Schwere Krankheitsverläufe bei Affenpocken sind möglich

Hamburg hatte am Mittwoch 49 Fälle. Bundesweit waren bis Freitag 1054 Affenpockenfälle aus allen 16 Bundesländern ans Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt worden, davon lediglich einer aus Bremen. Affenpocken sind nach RKI-Angaben eine seltene, vermutlich vor allem von Nagetieren auf den Menschen übertragene Viruserkrankung. Im Gegensatz zu den seit 1980 ausgerotteten Menschenpocken (Variola) verlaufen sie in der Regel deutlich milder. Die meisten Menschen erholen sich innerhalb von mehreren Wochen, allerdings können bei einigen Betroffenen auch schwere Verläufe auftreten. Niedersachsen hatte am 22. Juni eine erste Charge Pocken-Impfstoff mit 1200 Einzeldosen erhalten. Die nächsten Lieferungen werden laut Ministerium in diesem Monat erwartet.

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