Wolf in Niedersachsen

Gericht stoppt Wolfs-Abschüsse in Niedersachsen

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(Archivbild) Ein Wolf streift in einem Tierpark durch sein Gehege. In Niedersachsen hat ein Gericht entschieden, zwei Wolfsabschüsse zu stoppen. In Braunschweig ist der Wolf noch nicht angekommen.

(Archivbild) Ein Wolf streift in einem Tierpark durch sein Gehege. In Niedersachsen hat ein Gericht entschieden, zwei Wolfsabschüsse zu stoppen. In Braunschweig ist der Wolf noch nicht angekommen.

Foto: Armin Weigel / dpa

Oldenburg/Braunschweig.  Zwei Eilanträge gegen Abschüsse sind vor dem Verwaltungsgericht in Oldenburg erfolgreich. In Braunschweig ist der Wolf noch nicht angekommen.

In Braunschweig ist der Wolf noch nicht angekommen, zumindest gibt es nach Auskunft des Wolfsberaters für das Gebiet der Stadt Braunschweig, Karl-Gustav Laser, noch keine bestätigten Sichtungen. Unterdessen waren zwei Eilanträge gegen Wolfstötungen in Niedersachsen vor Gericht erfolgreich.

Erteilte Ausnahmegenehmigungen für Abschüsse in den Niedersächsischen Orten Schiffdorf (Landkreis Cuxhaven) und Garlstedt (Landkreis Osterholz) sind nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Oldenburg „voraussichtlich rechtswidrig“. Die zuständige Kammer gab am Dienstag den Anträgen auf Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes statt.

Die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe und der Freundeskreis freilebender Wölfe hatten dem Gericht zufolge jeweils Widerspruch eingelegt. Bei der Erlaubnis sei soweit ersichtlich erstmals in Deutschland sowohl auf die „Individualisierung eines schadensverursachenden Wolfs“ als auch auf eine „klare Zuordnung der Schäden zu einem bestimmten Rudel“ verzichtet worden, hieß es unter anderem zur Begründung.

Umweltminister Lies will Beschluss des Gerichts prüfen lassen

„Wir sind von der Richtigkeit unseres bisherigen Vorgehens überzeugt“, sagte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) der Nordsee-Zeitung in Bremerhaven am Mittwoch. Die Notwendigkeit zu handeln sei angesichts der Rissereignisse in diesem Winter in den Landkreisen Cuxhaven und Osterholz groß. „Wir werden uns daher den Beschluss genau anschauen und prüfen, ob wir gegen diesen Beschwerde einlegen“, sagte Lies der Zeitung.

Wolfsberater Karl-Gustav Laser (Gifhorn), vom Land Niedersachsen für das Braunschweiger Stadtgebiet bestellt, sagte unserer Redaktion auf Anfrage: „Es ist nicht auszuschließen, dass Wölfe auf Wanderschaft auch das Braunschweiger Stadtgebiet erreichen können. Belegte Hinweise dafür gibt es jedoch nicht.“ Laser hatte erst vor zwei Wochen einen ertrunkenen Wolf aus dem Mittellandkanal bei Abbesbüttel geborgen, nicht weit vom Braunschweiger Stadtgebiet entfernt.

In unserer Region gibt es im Landkreis Gifhorn sicher belegt drei Wolfsrudel: bei Ehra-Lessien, dann im Bereich Steinhorst und schließlich noch im Waldgebiet Ringelah bei Wesendorf und Wagenhoff. Nach Ansicht von Wolfsexperten sind Verkehrslinien wie der Mittellandkanal, die Autobahn 2 und ICE-Bahnstrecken starke Barrieren und sehr gefährlich für die Tiere auf Wanderschaft.

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