Gesundheitsministerin sieht Corona-Infektionszahlen mit Sorge

Hannover.  Die Infiziertenzahlen sind so hoch wie zuletzt im Frühjahr. Ministerin Reimann betont die Bedeutung von Abstand, Masken und Kontaktnachverfolgung.

Angesichts stark steigender Infektionszahlen ist die bekannte „AHA“-Regel – „Abstand, Hygiene, Alltagsmaske“ – das Gebot der Stunde, findet Landesgesundheitsministerin Reimann.

Angesichts stark steigender Infektionszahlen ist die bekannte „AHA“-Regel – „Abstand, Hygiene, Alltagsmaske“ – das Gebot der Stunde, findet Landesgesundheitsministerin Reimann.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa (Archivfoto)

Gesundheitsministerin Carola Reimann sieht die Zunahme der Corona-Fälle in Niedersachsen mit Sorge. Mittlerweile gebe es ähnlich viele akut Infizierte im Land wie im April „auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle“, sagte die SPD-Politikerin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Auch wenn wir heute deutlich mehr testen als seinerzeit, ist diese sehr dynamische Entwicklung der Infektionszahlen besorgniserregend. Es steht zu befürchten, dass wir erneut in eine Phase des exponentiellen Wachstums eintreten, wenn wir jetzt nicht konsequent gegensteuern.“

Das Wichtigste, was jeder tun kann: Abstand, Hygiene, Alltagsmaske

Neben der Politik sei nun jeder Einzelne gefordert, mit seinem Verhalten dazu beizutragen, dass sich das Virus nicht weiter ausbreitet. „Halten Sie sich immer und überall an die geltenden Abstands- und Hygieneregeln und tragen Sie Ihre Mund-Nasen-Bedeckung, wenn es eng wird“, sagte Reimann. „Beschränken Sie außerdem die Zahl Ihrer persönlichen Kontakte so weit es geht und verzichten Sie möglichst auf Reisen.“

Aktuell sind laut Landesgesundheitsministerium 4332 Menschen in Niedersachsen an Corona erkrankt. Der bisherige Rekord datiert vom 8. April, als es 4484 aktive Fälle gab. Die Neuinfektionen erreichten den Landesangaben zufolge am Donnerstag mit 479 neuen Fällen bereits einen Höchststand - so viele Ansteckungen hatte das Land binnen eines Tages selbst im Frühjahr nicht gemeldet. Das Landesgesundheitsamt erhält die Daten zeitlich verzögert von den Landkreisen.

Wichtig, um die Pandemie einzudämmen: Infektionsketten nachverfolgen

Im Falle einer bestätigten Corona-Infektion ist die Nachverfolgung von Kontakten laut Ministerin Reimann von entscheidender Bedeutung, um die Pandemie einzudämmen. „Die Kontaktnachverfolgung ist ein zentraler Baustein, um Infektionsketten zu unterbrechen und so das Risiko einer unkontrollierten Ausbreitung des Virus zu minimieren“, sagte sie.

Viele Kreise und Städte stockten in den vergangenen Wochen und Monaten aufgrund des hohen Arbeitsaufkommens die Belegschaft der insgesamt 44 Gesundheitsämter durch interne Umstrukturierungen auf. Auch die Bundeswehr unterstützt die Ämter bei der Nachverfolgung, etwa in der Region Hannover oder im Kreis Cloppenburg. Laut Bundeswehr wurden während der Corona-Pandemie insgesamt rund 75 Amtshilfeanträge im Bundesland Niedersachsen gebilligt. 80 Soldaten sind derzeit bei der Nachverfolgung im Einsatz.

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