Endlager-Suche: Große Teile unserer Region in der Auswahl

Braunschweig.  Auf der Suche nach einem Atommüll-Endlager sind der Schacht Konrad und die Asse vom Tisch. Die Region von Harz bis Heide kann es aber weiter treffen.

Der Salzstock Gorleben ist aus dem Rennen.

Der Salzstock Gorleben ist aus dem Rennen.

Foto: Björn Vogt / dpa

Weite Teile unserer Region haben nach Erkenntnissen der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) grundsätzlich günstige geologische Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager. In dem am Montag veröffentlichten Zwischenbericht Teilgebiete ist ein großer Teil mit Tongestein aufgeführt.

Auch eine Reihe von Gebieten mit Steinsalz werden in unserer Region genannt. Die meisten Salzstöcke befinden sich dabei im Landkreis Gifhorn. Kristallines Wirtsgestein gibt es in der Region ausschließlich im Landkreis Goslar – mitten im Nationalpark Harz. Die Teilgebiete überlagern sich teils. Die BGE, die nach dem Endlager für hochradioaktiven Atommüll sucht, hat ihren Sitz in Peine.

Schacht Konrad und die Asse sind ausgeschlossen

Ausgeschlossen hat die BGE unter anderem das geplante Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll: Schacht Konrad in Salzgitter. Das gilt auch für das Atommüll-Lager Asse bei Wolfenbüttel. Trotz der Belastung durch Schacht Konrad und auch der Asse schließt die BGE nicht aus, dass auch das Endlager für hochradioaktiven Atommüll in unserer Region errichtet wird. Es gilt das Prinzip der „weißen Landkarte“, also die Suche nach dem bestmöglich geologisch geeigneten Standort. Es soll keine politische Entscheidung sein.

Die BGE hat auch den Salzstock Gorleben gestrichen. „Gorleben ist nicht der bestmögliche Standort“, sagte BGE-Geschäftsführer Steffen Kanitz am Montag per Live-Schalte in Berlin. Unter anderem weise der Salzstock ein nicht intaktes Deckgebirge vor, auch die Gewässerchemie spreche gegen den Standort.

Davon unabhängig erlaube die Geologie in Deutschland aber in jedem Fall den Bau eines Endlagers für hochradioaktiven Atommüll. „Die Geologie ist von Nord bis Süd und Ost bis West so günstig, dass sich ein Standort wird ermitteln lassen“, sagte BGE-Geschäftsführer Stefan Studt.

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2031 soll der Standort stehen

Denn nicht nur unsere Region halten die Experten mit Blick auf die Geologie für geeignet: Der Blick auf die Deutschlandkarte zeigt, dass ein Anteil von 54 Prozent als Teilgebiet ausgewiesen ist. Die Gebiete liegen etwa in den ostdeutschen Ländern, aber auch im Nordwesten Deutschlands, in Bayern und Baden-Württemberg. In der Summe wurden 90 Teilgebiete benannt.

In den kommenden Monaten und Jahren werden die möglichen Standorte nach und nach weiter eingegrenzt, indem weitere Kriterien – etwa die Bevölkerungsdichte – berücksichtigt werden. Das Endlager soll unterirdisch in Salz, Ton oder Kristallin, also vor allem Granit, entstehen. 2031 soll der Standort gefunden sein, ab 2050 sollen 1900 Behälter mit strahlendem Abfall unterirdisch eingelagert werden. In Deutschland wird im Jahr 2022 das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet.

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