Polizei will schneller auf Tumulte reagieren

Hannover.  Mit der Lockerung der Corona-Maßnahmen ist es vermehrt zu Tumulten und Angriffen auf die Polizei gekommen. Dem möchte die Polizei nun begegnen.

Die Polizei möchte sich besser auf sogenannte Tumultdelikte vorbereiten. Dazu sollen die lokalen Polizeidirektionen Verfügungseinheiten aufstellen, die jederzeit einschreiten können. (Archivbild)

Die Polizei möchte sich besser auf sogenannte Tumultdelikte vorbereiten. Dazu sollen die lokalen Polizeidirektionen Verfügungseinheiten aufstellen, die jederzeit einschreiten können. (Archivbild)

Foto: Simon Adomat / dpa

Die Polizei in Niedersachsen will mit einem neuen Konzept gegen Tumulte und Angriffe auf Beamte vorgehen, die seit der Lockerung der Corona-Beschränkungen zugenommen haben. Es gehe darum, auf sogenannte Tumultdelikte möglichst schnell zu reagieren, teilte das Innenministerium am Mittwoch in Hannover mit.

Die lokalen Polizeidirektionen sollen Verfügungseinheiten einrichten

„Wir müssen landesweit auf Knopfdruck eine bestimmte Zahl von Polizeikräften aktivieren können“, sagte die zuständige Polizeidirektorin Gwendolin von der Osten dem NDR. Das Ministerium habe die Polizeidirektionen aufgefordert, Verfügungseinheiten einzurichten und gegebenenfalls spezielle Einsatzkommandos bereitzustellen.

Der Erlass wird mit den Entwicklungen nach den Corona-Lockerungen begründet. Es sei eine spürbar kritischere Haltung der Bevölkerung gegenüber den einschränkenden Maßnahmen feststellbar. Verstärkt wendeten sich gewaltbereite Gruppen gezielt gegen Beamte.

Tumultdelikte kommen nicht nur in den Metropolregionen vor

Solche Erfahrungen mache nicht nur die Polizei in Hannover, sondern auch in kleineren Städten und Örtlichkeiten, sagte die Polizeidirektorin. Zwar sei die Lage in Niedersachsen bisher nicht vergleichbar mit Tumulten wie in Stuttgart oder Frankfurt/Main, man wolle aber vorbereitet sein.

Außerdem wolle die Polizei in sozialen Medien auf mögliche Tumulte reagieren, erklärte das Innenministerium. Deshalb sollen Beamte zeitgleich prüfen, ob Polizeieinsätze gefilmt und ins Netz gestellt werden oder Verabredungen zu größeren Treffen im Netz zu erkennen sind.

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