Hannover: Kostenloser Nahverkehr soll zum Autoverzicht motivieren

Hannover.  Verzichten mehr Menschen auf die Nutzung des eigenen Autos, wenn Busse und Bahnen kostenlos sind? Das wurde am Samstag in Hannover ausprobiert.

Menschen laufen an einer Stadtbahn vorbei, die an der Haltestelle Steintor steht. Der Nahverkehr in Hannover kann am ersten Adventssamstag kostenlos genutzt werden – gleichzeitig soll die City teilweise für Autos gesperrt werden.

Menschen laufen an einer Stadtbahn vorbei, die an der Haltestelle Steintor steht. Der Nahverkehr in Hannover kann am ersten Adventssamstag kostenlos genutzt werden – gleichzeitig soll die City teilweise für Autos gesperrt werden.

Foto: Sina Schuldt / dpa

Sämtliche Stadtbahnen und Busse in der Region Hannover konnten am Samstag kostenlos genutzt werden. Die Bürger sollen damit am traditionell staureichen ersten Adventssamstag dazu motiviert werden, auf die Nutzung ihres Autos zu verzichten. Mit dem Großversuch sollen in Hannover auch Erkenntnisse für die Verkehrswende gesammelt werden. Die Region erwartet, dass die Aktion rund 600.000 Euro kostet – allein die Einnahmeausfälle werden mit rund 365.000 Euro beziffert. Die Aktion beginnt um Mitternacht und endet um 5.00 Uhr am Sonntagmorgen.

Münster und Karlsruhe bieten auch kostenlosen Nahverkehr an

Hannover ist bundesweit nicht die einzige Stadt, die an diesem Tag kostenlosen Nahverkehr anbietet: Im nordrhein-westfälischen Münster und in Karlsruhe in Baden-Württemberg sind Busse und Bahnen sogar an allen vier Adventssamstagen innerhalb des Stadtgebietes kostenlos.

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In und um Hannover sollen die Kapazitäten der Busse und Stadtbahnen am Samstag um rund 50 Prozent erhöht werden, außerdem sollen viele Linien öfter fahren als sonst. Einige Straßen sollen für den Individualverkehr gesperrt werden, damit Busse und Bahnen besser durchkommen.

Der Städte- und Gemeindebund ist nicht begeistert

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund wertet die Aktion als „völlig falsches Signal“. Damit werde den Menschen vorgegaukelt, dass kostenfreier Nahverkehr einfach umsetzbar sei – dies sei aber nicht so, betonte der Verband. Zudem werde kostenloser Nahverkehr in den Städten auch mit Steuermitteln aus dem Umkreis finanziert – und auf dem Land fehlten Bus und Bahn noch viel dringender.

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