Digitaler Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr Braunschweig

Braunschweig.  Unter dem Hashtag #TwitterGewitter und #112 live twittern 41 Berufsfeuerwehren aus ihrem Alltag – darunter auch Wehren in Hannover und Braunschweig.

Die Feuerwehr twitterte fleißig aus ihrem Alltag.

Die Feuerwehr twitterte fleißig aus ihrem Alltag.

Foto: Nele Behrens

Mit einer Twitter-Offensive wollten 41 Berufsfeuerwehren deutschlandweit auf den europäischen Notruftag aufmerksam machen – natürlich am 11.2.. Neben den Berufsfeuerwehren in Hildesheim und Hannover beteiligte sich auch die Berufsfeuerwehr Braunschweig an der Kampagne unter den Hashtags #TwitterGewitter und #112live. Von 8-20 Uhr berichteten sie aus ihrem Alltag. Mathias John, Sprecher der Berufsfeuerwehr Braunschweig, erklärt die Hintergründe der Kampagne.

Herr John, das #TwitterGewitter ist am Montag online gegangen, und die Feuerwehr Braunschweig machte mit. Was steckt hinter den Hashtags #TwitterGewitter und #112live?

Wir machen aus dem Notruftag einen Social-Media-Tag, um für die Notrufnummer und gleichzeitig unsere Arbeit als Berufsfeuerwehr zu werben. Wir sprechen insbesondere die jüngeren Mitbürger und Mitbürgerinnen an, denn wir brauchen dringend Nachwuchs.

Inwiefern gibt es denn einen Nachwuchsmangel bei der Berufsfeuerwehr – und woran könnte das liegen?

Feuerwehrmann ist nach wie vor ein Traumberuf, aber wir stehen tatsächlich im Wettbewerb zu anderen Ausbildungsberufen. Mittlerweile haben wir uns gewandelt und sprechen zusätzlich direkt Schulabgänger an, bieten ihnen die Möglichkeit, hier eine sogenannte Verbundausbildung zu machen. Also erst einmal eine klassische Ausbildung und dann im weiteren Verlauf Feuerwehrmann zu werden.

2016 gab es 31.700 Berufsfeuerwehrkräfte, darunter 559 Frauen. Woran könnte dieser geringe Frauenanteil liegen?

Teamarbeit ist bei uns gefragt – es müssen nicht alle die handwerklichen Profis sein. Wir wollen uns öffnen. Wir wollen den Frauen nicht suggerieren, dass sie eine perfekte handwerkliche Ausbildung, etwa als Kfz-Mechatronikerin, benötigen. Sie können auch ein Diplom als Krankenschwester haben oder Notfallsanitäterin sein. Viele Frauen haben Angst, dass sie die körperlichen Strapazen nicht meistern. Das kann ich nur verneinen. Wir haben Frauen, die sind auch sonst gar nicht kräftig gebaut, sondern der klassische Durchschnitt. Und diese Frauen schaffen es ganz problemlos, mit den Männern im harten Alltag zu konkurrieren.

Was sind denn die größten Herausforderungen für Berufsfeuerwehren in den nächsten Jahren?

Also die größte Herausforderung ist sicherlich der demografische Wandel. Wir haben erhebliche Probleme, Nachwuchs zu finden. Die Ausbildung wird immer umfassender, immer schwieriger. Eine Drehleiter hat 13 Computer verbaut. Sie müssen also fast ein IT-Fachmann sein, um eine bedienen zu können. Deswegen brauchen wir sehr gutes und sehr speziell ausgebildetes Personal – und das ist die große Herausforderungen der Zukunft.

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