Drei Wolfenbütteler Curanum-Bewohner müssen in die Klinik

Wolfenbüttel.  Im Coranum in Wolfenbüttel wütet das Coronavirus. Aktuell müssen drei Bewohner in Kliniken behandelt werden.

Unser Symbolbild zeigt eine Seniorin, die mit ihrem Smartphone telefoniert. Auf diese Weise und über Skype halten die Senioren im Curanum in Wolfenbüttel Kontakt mit ihren Angehörigen. Die Einrichtung steht coronabedingt unter Quarantäne.

Unser Symbolbild zeigt eine Seniorin, die mit ihrem Smartphone telefoniert. Auf diese Weise und über Skype halten die Senioren im Curanum in Wolfenbüttel Kontakt mit ihren Angehörigen. Die Einrichtung steht coronabedingt unter Quarantäne.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Die Situation in der Seniorenresidenz Curanum in Wolfenbüttel ist dramatisch: von den 125 Bewohnern, sind inzwischen mehr als die Hälfte, nämlich 67, corona-positiv getestet worden. Sechs Bewohner sind bereits mit dem Virus gestorben. Drei sind so schwer erkrankt, dass sie stationär behandelt werden müssen.

Zwei Senioren werden im Städtischen Klinikum Wolfenbüttel und einer im Städtischen Klinikum Braunschweig behandelt

Zwei von ihnen werden im Städtischen Klinikum Wolfenbüttel behandelt. Der dritte wurde ins Städtische Klinikum nach Braunschweig gebracht. Zwölf Mitarbeiter des Curanum sind ebenfalls positiv getestet worden. Die gesamte Einrichtung steht unter Quarantäne.

„Wir haben drei Wohnbereiche als Isolierbereiche ausgewiesen“, schreibt Tanja Kurz auf Nachfrage unserer Zeitung. Sie ist die Pressesprecherin von Korian, dem Betreuungs- und Pflegedienstleister, der das Curanum in Wolfenbüttel betreibt. Die Bewohner seien in ihren Zimmern isoliert. Dort nähmen sie ihre Mahlzeiten ein und erhielten auch Einzelbetreuung.

Die Curanum-Mitarbeiter tragen Schutzkleidung und FFP-2-Masken

Unterdessen arbeiten die Mitarbeiter unter erhöhten Sicherheits- und Hygienevorschriften. „Sie tragen Schutzkleidung und FFP-2-Masken“, schildert Tanja Kurz die Situation. Verschlechtere sich der Gesundheitszustand eines positiv getesteten Bewohners akut, werde er auf ärztliche Anordnung ins Krankenhaus überwiesen. Auf Nachfrage berichtet Tanja Kurz über die inzwischen sechs Toten: „Unsere Bewohner sind zum Teil im Krankenhaus, zum Teil in unserer Einrichtung verstorben.“

Auch wenn im alle Mitarbeiter Profis und geschult seien und das Sterben und der Umgang mit Sterbenden zum Berufsbild gehöre, sei die Situation für die Mitarbeiter nicht leicht: „Unsere Bewohner leben zum Teil seit Jahren bei uns. Wir haben eine Beziehung zueinander aufgebaut. Deshalb ist es uns wichtig, sie nicht alleine zu lassen“, sagt Tanja Kurz.

Curanum-Bewohner telefonieren über Skype mit ihren Angehörigen

Sollte den Angehörigen eine Begleitung nicht möglich sein, übernähmen die Mitarbeiter diese Aufgabe: „Wir geben uns gegenseitig Halt und bewältigen so gemeinsam diese schwere Zeit. Vor allem für die Bewohner, die regelmäßig Besuch von ihren Kindern und Enkelkindern erhalten hätten, sei die Situation nicht leicht. „Wir versuchen durch Skype-Telefonate unserer Bewohner mit ihren Angehörigen den fehlenden Kontakt etwas aufzufangen. Auch tun wir unser Bestes, die Angehörigen regelmäßig über die Geschehnisse im Haus zu informieren“, sagt die Pressesprecherin.

Die positiv getesteten Mitarbeiter befänden sich in häuslicher Quarantäne. „Die Belastung für die Mitarbeiter ist besonders jetzt, aufgrund der hohen quarantänebedingten Ausfälle, sehr hoch“, erzählt Tanja Kurz. Um die Arbeitsbelastung der festangestellten Mitarbeiter zu reduzieren, nehme Korian zusätzlich Unterstützung durch Leasingkräfte in Anspruch.

Erst Anfang November hatten die beiden Schülerinnen der Großen Schule, , im Hof der Senioreneinrichtung ein kleines Geigenkonzert gegeben, nachdem bekannt geworden war, dass zum damaligen Zeitpunkt 27 Menschen vom Coronavirus betroffen waren und ein Bewohner in Verbindung mit dem Virus gestorben war.

Am Anfang der Pandemie traf es die Grotjahn-Stiftung in Schladen besonders hart

Besonders schwer hatte es die Grotjahn-Stiftung, ein Altenpflegeheim der Diakonie in Schladen, während der ersten Welle der Pandemie getroffen. Insgesamt waren dort bis Mai neun Bewohner des Hermann-Oberschmidt-Hauses mit dem Virus gestorben. In allen Fällen hätten die Bewohner unter Vorerkrankungen gelitten. Die ersten beiden Todesfälle hatte es kurz vor Ostern gegeben. Insgesamt waren 35 Menschen positiv getestet worden. Acht Fälle hatte es unter den Mitarbeitern gegeben.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder