Den Zeigefinger heben

„Etwas aufarbeiten und den Zeigefinger heben – darum geht es auch in der Diskussion um Wissmannstraße und -denkmal.“

Dass wir Menschen uns weiterentwickeln, neue Gedanken und Argumente zulassen ist ungemein wichtig. Und damit bekommen wir auch eine andere Sicht auf die Dinge, die unsere Vorfahren möglicherweise noch heißblütig unterstützt – zum Beispiel, einen „Platz an der Sonne“ zu bekommen – oder abgelehnt haben – etwa, dass wirklich alle Menschen gleich sind.

Wie wir heute mit dem Geschehenen umgehen, ist jedoch die Frage. Sie ist gar nicht so schwierig zu beantworten. Wird klar, dass etwas Positives in der Vergangenheit nicht ausreichend gewürdigt wurde, sollte man nun daran erinnern. Wird klar, dass etwas Menschenunwürdiges verbrochen wurde, sollte und muss man daran immer wieder erinnern. Letzteres gilt beispielsweise für die schlimmen Gräueltaten im Zweiten Weltkrieg, aber auch während der deutschen Kolonialpolitik.

Etwas aufarbeiten und den Zeigefinger heben – darum geht es auch in der Diskussion um Wissmannstraße und -denkmal. So sagte Bürgermeister Gans passend, ein Denkmal von früher könne heute als Mahnmal gesehen werden. Auch der Bad Lauterberger Präventionsrat hatte sich vor Jahren schon des Themas angenommen: Denkmal stehen lassen, aber Wissmanns Wirken kritisch hinterfragen. Einen solchen Ansatz gibt es in der Dauerausstellung im Heimatmuseum.

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