Glücklich oder norddeutsch nüchtern

„Jeder ist seines Glückes Schmied, lautet ein altes Sprichwort, und da ist viel Wahres dran.“

Jetzt ist es offiziell, uns geht es gut in Südniedersachsen, wir fühlen uns, glaubt man dem Glücksatlas, wohl in unserer Haut, verdienen genug in attraktiven Jobs, vollziehen im Eigenheim ein trautes Familienleben mit 1,62 Kindern, die Luft ist sauber, die Straßen sind sicher. Alles gut also? Offensichtlich sehen das die Südniedersachsen trotz der positiven Indikatoren etwas anders, denn erfreuliche Rahmenbedingungen und gute Stimmung bedeuten noch lange nicht Glück.

Glück als Gefühl bleibt nun Mal eine höchst subjektive Einschätzung und geht über harte Fakten einer gut funktionierenden Gesellschaft hinaus. Glücklichsein ist eine Kunst, die weniger mit der materiellen Ausstattung und sozialen Stellung - beides natürlich ebenfalls wichtige Faktoren - als mit der eigenen Einstellung zu sich und dem Leben zusammenhängt. „Jeder ist seines Glückes Schmied“, lautet ein altes Sprichwort. Da ist viel Wahres dran, denn wer positiv denkt und handelt, und das, was er tut, mit Freude macht, hat viel gewonnen. Er lebt gesünder und länger, wie die Glücksforschung bestätigt. Stattdessen, so scheint es mir, liegt bei uns vieles im Argen.

Selbst wenn es an nichts fehlt, grummeln wir über Belangloses im Alltag, statt uns zu wertschätzen und das, was wir haben. Vielleicht ist das tatsächlich Ausdruck norddeutscher Nüchternheit, noch getoppt von Harzer Miesepetern.

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