Die Tafeln unterstützen

„Es fehlen Fahrer für den Transport – warum übernimmt dann keine Supermarktkette diesen Service?“

Überfluss und Mangel gehen in dieser Welt leider oft nebeneinander her. Kaum zu akzeptieren ist etwa die Gleichzeitigkeit von Nahrungsmittelüberproduktion, Lebensmittelverschwendung und einer verbreiteten Wegwerfmentalität in unserer Gesellschaft auf der einen Seite und der Notlage, in der sich viele Menschen befinden, die nicht die Mittel und Möglichkeiten haben, sich ausreichend mit Nahrung zu versorgen, auf der anderen. Dieses Problem existiert im globalen Maßstab genauso wie hier in unserem eigenen Land, wenn gleich nicht in solch lebensbedrohenden Dimensionen wie etwa in Afrika oder Asien.

Doch gerade weil Deutschland eines der reichsten Ländern der Welt ist, fällt es umso schwerer hinzunehmen, dass es auch hier offensichtlich eine große Zahl von Menschen gibt, die es sich nicht leisten können, ihren täglichen Bedarf an Lebensmitteln zu kaufen, die im Supermarkt noch jeden Cent umdrehen und mitunter am Monatsende auch mal mit knurrendem Magen schlafen gehen müssen. Und es ist traurig zu wissen, dass im selben Moment große Mengen an Lebensmitteln im Müll landen, weil sie entweder über Bedarf gekauft und zuhause im Kühlschrank verdorben sind (von dem Vorwurf kann ich mich leider selbst nicht freisprechen) oder weil sie es gar nicht erst aus dem Supermarkt herausgeschafft haben. Das ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft.

Doch nun gibt es eine großartige Einrichtung, die sich genau dieser Diskrepanz annimmt – dem Überfluss bei gleichzeitigem Mangel – und dafür sorgen will, dass überschüssige Lebensmittel an Menschen verteilt werden, die diese Hilfe benötigen: Die Tafeln.

Doch dass diese überaus sinnvollen Organisationen bei der Erledigung ihrer Arbeit nicht jede erdenkliche Unterstützung vom Staat, von der Politik und besonders auch von den großen Konzernen bekommt, das macht wütend. Es fehlen Fahrer für den Transport -- warum übernimmt dann keine Supermarktkette diesen Service? Und wenn es bloß aus Imagegründen ist.

Eine Methode gebe es, die Konzerne dazu zu bringen: Sie müssen dazu gezwungen werden. Es darf sich für sie nicht mehr lohnen, das Essen wegzuwerfen. Das muss richtig teuer werden. Das wäre soziale Marktwirtschaft. Also warum nimmt sich die Politik des Problems Lebensmittelverschwendung nicht endlich entschlossen an? Das zu beschließen, ein Gesetz zu erlassen, ist doch gar nicht schwer.

Die Verteilung von Lebensmitteln an Bedürftige sollte außerdem vom Staat finanziell unterstützt werden, das fordert auch der Bundesverband der Tafeln.

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