Piller ist Glücksfall für Osterode

„Der Global Player hat die Stadt durch seine Wirtschaftskraft und Kompetenz geprägt.“

Für Osterode war der Wechsel des 1909 im Hamburg gegründeten Unternehmens in die Sösestadt im Jahr 1919 ein Glücksfall. Ohne den Unternehmergeist von Anton Piller hätten es die Menschen hier in den Nachkriegswirren weitaus schwerer gehabt. Mit 18 Mitarbeitern startete die Produktion am neuen Standort, der sich durch eine zentrale Lage auszeichnete. Das Werk entwickelte sich zum zeitweise größten Unternehmen in Osterode.

Unzählige Familien standen hier in Lohn und Brot, konnten mit ihrem Einkommen ein gutes Leben bestreiten und die Entwicklung ihrer Stadt mit ihrem Beitrag positiv begleiten. In den Jahren 1958 bis 1972 entstand die Pillersiedlung, um Mitarbeitern des großen Osteroder Unternehmens in unmittelbarer Nähe zu ihrem Arbeitsplatz Wohnungen anbieten zu können.

Piller musste, das gehört zu bald jeder Unternehmensgeschichte, auch durch schwierige Jahre gehen und schmerzhafte Einschnitte verwinden. 1993 gab das Unternehmen die Selbstständigkeit auf, entließ Mitarbeiter und verkaufte die Firmensiedlung.

Das alles ist Geschichte. Nach der Übernahme von der RWE AG durch die Langley Holdings Gruppe steht das Unternehmen gut da, die Piller Group mit knapp 1.000 Mitarbeitern ist weltweit Marktführer im Bereich Unterbrechungsfreier Stromversorgungssysteme mit Leistungen größer als 500 Kilowatt.

Der Global Player hat Osterode und seine Menschen durch seine Wirtschaftskraft, fachliche Kompetenz in Forschung, Entwicklung und Ausbildung über die vielen Jahrzehnte geprägt und hat entscheidenden Anteil an einer positiven Außenwirkung der Stadt. Als wichtiger Gewerbesteuerzahler gestaltet er die Stadt mit, Unternehmen und Bevölkerung profitierten bis heute voneinander.

Wie sehr sich Piller noch immer dem Standort verpflichtet fühlt, dokumentiert das öffentliche Fest, so ist es wohl zu verstehen, als Dank an Mitarbeiter, Kunden und der Bevölkerung gedacht. Eine schöne Geste zum 100-jährigen Bestehen in einer Zeit, in der die großen Player gerne auch ihre Bindung zu den Menschen vor Ort aufgeben. Und: Gefeiert wurde an einem passenden Ort, dem Pillerbrunnen. Der Stadt zur Zierde, den Bürgern zur Freude und den Gästen zur Erinnerung: So verstand Anton Piller sein Geschenk, das er den Bürgern am 8. August 1952 machte anlässlich der 800-Jahr-Feier der Stadt.

Es war ein Beitrag, um Osterode lebenswerter zu machen, der nach wie vor großen Gefallen über Generationen findet.

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