Art déco-Ausstellung im Schloss Wernigerode

Wernigerode  Vor 100 Jahren gründete der Architekt Walter Gropius das Bauhaus. Das Museum Schloss Wernigerode feiert das Jubiläum mit einer Ausstellung über das Art déco, das zeitgleich aufkam.

Blick auf das Schloss in Wernigerode.

Blick auf das Schloss in Wernigerode.

Foto: Peter Gercke / dpa

Klare Formen, leuchtende Farben und edle Materialien: Der zwischen 1920 und 1940 sehr populären Kunstform des Art déco widmet das Museum Schloss Wernigerode passend zum Bauhausgründungsjubiläum eine Ausstellung. Die Schau «Art Deco. Eine Kunst des Historismus?» wird vom 29. Juni bis 3. November präsentiert, wie das Museum in der Harzstadt mitteilt.

Mehr als 300 Exponate

Gezeigt werden mehr als 300 Exponate – vor allem Möbel, Gemälde, Glas, Porzellan und Bücher. Sie stammen aus eigenem Bestand oder seien geliehen, etwa von der Stiftung Stadtmuseum Berlin, den Kunstsammlungen und Museen Augsburg oder von privaten Kunst- und Designliebhabern. Viele Objekte seien noch nicht öffentlich ausgestellt worden, hieß es.

Der Titel ziele auf die Frage ab, inwieweit Art déco als Ausdrucksform der Moderne eine Spezialform des Historismus sei, dessen prägendste Zeit zwischen dem Jahre 1850 bis vor dem Ersten Weltkrieg gelegen habe. Von Anfang an bediente sich das Art déco aber in starkem Maße historischer Vorbilder“, sagte Christian Juranek, Geschäftsführer der Schloss Wernigerode GmbH. Darüber gibt es seinen Angaben zufolge eine kunstwissenschaftliche Diskussion, die nun erstmals weltweit in einer Ausstellung thematisiert wird. Die Sonderausstellung soll auch Anlass sein, die eigene, vielfältige Umgestaltungsgeschichte darzustellen.

Umfangreiche Umbauten

So habe es 1919 und 1920, also genau zu der Zeit, als das Bauhaus gegründet und Art déco in Mode kam, im Schlossinneren umfangreiche Umbauten gegeben. Verantwortlich sei damals der Innenarchitekt Wilhelm Kimbel (1868-1965) gewesen, der auch im berühmten Berliner Hotel Adlon tätig war.

„Kimbel war einer der versiertesten Inneneinrichter der Epoche, der sich zu einem Gestalter der Moderne entwickelt hat“, sagte Juranek. Die Innengestaltung im Schloss Wernigerode sei eines seiner Hauptwerke – weitgehend unbekannt, aber wohl am besten erhalten, hieß es.

Das Museum Schloss Wernigerode ist ein Zentrum für Kunst und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts und außerdem Harzer Wahrzeichen, Filmkulisse und Baudenkmal.

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