Braunschweigs Theater-Kostümschneider nähen Mundschutzmasken

Braunschweig.  Spontane Hilfe in der Not: Die Kostümabteilung des Staatstheaters produziert Mundschutzmasken für die HEH-Klinik und die JVA Wolfenbüttel.

Martina Aniol von der Kostümabteilung des Staatstheaters Braunschweig näht Atemschutzmasken.

Martina Aniol von der Kostümabteilung des Staatstheaters Braunschweig näht Atemschutzmasken.

Foto: Ernst Herlitzius / Staatstheater Braunschweig

Eigentlich schneidern sie Kostüme aller Art für die Produktionen des Staatstheaters, von historischen Gewändern über maßgenaue zeitgenössische Kleidung bis hin zu Phantasie-Outfits. Doch seit Anfang der Woche arbeiten zwei Dutzend Kräfte der Kostümabteilung des Staatstheaters an ganz prosaischen, aber dringend benötigten Requisiten für Beschäftigte der Braunschweiger Klinik Herzogin-Elisabeth-Heim (HEH) und der Justizvollzugsanstalt (JVA) Wolfenbüttel: Mundschutzmasken.

„Der Kontakt kam über Bekannte zustande, die in diesen Einrichtungen arbeiten“, erzählt Ernst Herlitzius, Leiter der Kostümabteilung. Und da der Theaterbetrieb aufgrund der Coronakrise brach liegt, habe man sich entschlossen, kurzerhand zu helfen. Über Foren im Internet besorgten die Kostümschneider sich Schnittmuster für den Mundschutz und legten los – aufgrund gebotener räumlicher Distanz im ganzen Theater verteilt.

„Es sind lediglich Spritzschutzmasken aus kochbarer Baumwolle, aber auch die werden dringend benötigt“, sagt Herlitzius. „Unsere Schlosserei steuert noch Metallstäbe zum Festklemmen über der Nase bei.“ Rund 200 Meter Baumwollstoff habe man im Haus gehabt, mehr als 400 Masken seien bereits hergestellt und ausgeliefert worden. Langsam gehe das Material zur Neige, man hoffe nun auf weitere 200 Meter Stoff, die das HEH bereits Montag bestellt habe. Dort wie in der JVA Wolfenbüttel ist die Freude über den Theaterzauber groß.

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