Corona

Falsche Impfausweise? Arztpraxis im Landkreis Gifhorn durchsucht

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Ein Apotheker nimmt einen Impfpass und ein Covid-19-Impfzertifikat in einer Apotheke entgegen, um dem Kunden einen digitalen Impfnachweis ausstellen zu lassen. Der digitale Impfnachweis ist eine zusätzliche Möglichkeit, um Corona-Impfungen zu dokumentieren. Im Landkreis Gifhorn sollen Ärzte unrichtige Gesundheitszeugnisse ausgestellt haben.

Ein Apotheker nimmt einen Impfpass und ein Covid-19-Impfzertifikat in einer Apotheke entgegen, um dem Kunden einen digitalen Impfnachweis ausstellen zu lassen. Der digitale Impfnachweis ist eine zusätzliche Möglichkeit, um Corona-Impfungen zu dokumentieren. Im Landkreis Gifhorn sollen Ärzte unrichtige Gesundheitszeugnisse ausgestellt haben.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Gifhorn.  Mediziner aus dem Landkreis Gifhorn sollen „unrichtige Gesundheitszeugnisse“ ausgegeben haben. Am Mittwoch wurde die Praxis durchsucht.

Mediziner einer Gemeinschaftspraxis im Landkreis Gifhorn sollen falsche Corona-Impfausweise ausgestellt haben – und zwar in „größerem Umfang“. Die Anzahl könne bisher nur gemutmaßt werden, möglich sei eine zweistellige Zahl, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hildesheim am Donnerstag.

Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft durchsuchten die Praxis, Unterlagen und Computerdaten wurden sichergestellt. Gegen die Ärzte wird den Angaben zufolge wegen gewerbsmäßigen Betrugs, der Ausstellung unrichtiger Gesundheitszeugnisse und Körperverletzung ermittelt.

Anonyme Anzeige führt zu Durchsuchung am Mittwoch

Den Ermittlungen ging eine anonyme Anzeige voraus, wie der Sprecher sagte. Demnach gab es den Vorwurf von Schein-Impfungen gegen die Masern – die Ärzte sollen Kindern statt des Impfstoffs Kochsalzlösung gespritzt haben. Im Laufe der Ermittlungen stellte sich heraus, dass es möglicherweise auch bei der Corona-Impfung „nicht mit rechten Dingen“ zuging, wie der Sprecher sagte.

Ein Durchsuchungsbeschluss wurde erlassen, am Mittwoch wurde die Praxis durchsucht. Der Verdacht nicht gespritzter Masern-Impfstoffe führte dazu, dass auch wegen Körperverletzung gegen die Mediziner ermittelt wird.

Was ist das Motiv der Beteiligten?

Im Falle einer Verurteilung droht den Verdächtigen allein wegen des Vorwurfs des gewerbsmäßigen Betrugs eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren. Das sichergestellte Material müsse zunächst ausgewertet werden, sagte der Sprecher.

Ob das Motiv der Beteiligten in der vorsätzlichen Absicht, sich zu bereichern, liegt oder aber ob es sich unter Umständen um ideologisch motivierte Impfgegner handelt, ist offen.

Ärztekammer Niedersachsen reagiert bestürzt

Die Ärztekammer Niedersachsen reagierte nach einem NDR-Bericht bestürzt auf die Vorwürfe. Seit Beginn der Corona-Pandemie habe sich die Kammer mit rund 100 ähnlichen Fällen befasst, sagte ein Sprecher dem NDR in Niedersachsen. Diese reichten vom Leugnen oder Herunterspielen der Pandemie bis zum Ausstellen falscher Impfausweise oder Masken-Atteste: „Wir missbilligen das ausdrücklich“, sagte der Ärztekammer-Sprecher.

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