Bier brauen an der TU Clausthal

Clausthal-Zellerfeld.  Zwischen 5.000 und 6.000 Liter Bier können im Jahr mit der Anlage in der Forschungsbrauerei der Universität gebraut werden.

Zuprosten in Corona-Zeiten – Prof. Frank Endres (links) und Universitätspräsident Prof. Joachim Schachtner beim Probieren des alkoholfreien Bieres in der neuen Forschungsbrauerei.

Zuprosten in Corona-Zeiten – Prof. Frank Endres (links) und Universitätspräsident Prof. Joachim Schachtner beim Probieren des alkoholfreien Bieres in der neuen Forschungsbrauerei.

Foto: Nadine Kaiser / TUC

Seit Februar dieses Jahres kann am Institut für Elektrochemie (IEC) der Technischen Universität Clausthal (TUC) Bier gebraut werden. „Mit dieser Anlage könnte man im Jahr zwischen 5.000 und 6.000 Liter Bier produzieren“, sagt Prof. Frank Endres, Leiter des IEC.

In der kleinen Forschungsbrauerei, die eine Lebensmittel- und Zoll-Zulassung hat, stellt er mittels eines dort neu entwickelten isothermen Maischverfahrens, bei dem die Temperatur über 120 Minuten bei 72 Grad Celsius konstant gehalten wird, alkoholreduziertes Bier her. Erste Ergebnisse dazu wurden kürzlich in Heft 42 der Fachzeitschrift Brauwelt veröffentlicht. Da seit einigen Jahren die Nachfrage nach alkoholfreiem und -reduziertem Bier steigt, wird ein alternatives kostengünstiges Herstellungsverfahren benötigt. Kleinere Brauereien können sich das bisherige, sehr kostspielige Verfahren der Entalkoholisierung nicht leisten. Das neue Verfahren könnte hier Abhilfe schaffen.

Malzbier sowie alkoholfreie und alkoholarme Biere können hergestellt werden

Prof. Schachtner besuchte das Labor von Prof. Endres und verköstigte dort verschiedene Varianten des neuen, alkoholarmen Bieres und zeigte sich begeistert. „Der Geschmack des Bieres ist sehr gut, er unterscheidet sich kaum von Bieren mit Alkoholgehalt“, sagte der Präsident. In Deutschland zählt ein Bier mit einem Alkoholgehalt von unter 0,5 Volumenprozent (Vol-%) als alkoholfrei. Prof. Endres kann in seinem Labor Malzbier mit etwa 0,3 Vol-% herstellen sowie alkoholfreie und alkoholarme Biere.

Auch dem aktuellen Wasserproblem in Clausthal-Zellerfeld kann der Forscher beikommen, und zwar mittels einer kleinen Wasseraufbereitungsanlage. „Das ist das vermutlich sicherste Trinkwasser in Clausthal“, betonte Endres. In der Zukunft soll eine Kooperation zwischen dem IEC und dem Forschungszentrum für Brau- und Lebensmittelqualität an der TU München Weihenstephan dafür sorgen, dass die Methode zur Herstellung von alkoholarmen Bieren mit dort erforschten maltosenegativen Hefen verfeinert werden kann.

Bisher arbeitete Endres allein in der Forschungsbrauerei. Doch schon im vergangenen Jahr hatten Studierende die Möglichkeit, nach dem Besuch der Vorlesung ihr eigenes akademisches Altbier zu brauen. Um die lange Biertradition in Clausthal-Zellerfeld zu erhalten und das Brauen beziehungsweise den Geschmack des Getränks weiter zu verbessern, soll es auch dieses Angebot wieder geben.

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