Corona sägt Gifhorns Adventsmarkt endgültig ab

Gifhorn.  Zwölf Tage vor dem erhofften Start am 1. Dezember lässt die Infektionslage der Stadt keine andere Möglichkeit mehr.

Ein Hauch Weihnachten in der novembergrauen Fußgängerzone: Auf dem Wochenmarkt gab es am Mittwoch schöne Adventsgestecke.  Nur einen Adventsmarkt wird es 2020 nicht geben.

Ein Hauch Weihnachten in der novembergrauen Fußgängerzone: Auf dem Wochenmarkt gab es am Mittwoch schöne Adventsgestecke. Nur einen Adventsmarkt wird es 2020 nicht geben.

Foto: Christian Franz

Mittwoch um 16 Uhr kam das Aus für den Weihnachtsmarkt in der Fußgängerzone. Endgültig. Seit Sommer hatte die Stadt eine Corona-Notausgabe mit kaum einem Dutzend Ständen ohne Bühne und Eisbahn oder Programm geplant. Doch selbst solch eine gelichtete Version mit Abstands- und Hygieneregeln mochte angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen niemand verantworten.

Stadt-Sprecherin Annette Siemer teilte zwölf Tage vor der geplanten Eröffnung mit: „Der Krisenstab des Landkreises und der Gemeinden hat sich in seiner Sitzung am Mittwoch darauf verständigt, den Adventsmarkt in der Gifhorner Fußgängerzone abzusagen.“

Die Stadt schließt sich der vorsichtigen Haltung der Kanzlerin an

Siemer zitierte Erste Stadträtin Kerstin Meyer, die auch Geschäftsführerin der zuständigen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Wista ist: „Mit unserer Entscheidung tragen wir den Aussagen der Bundeskanzlerin Angela Merkel Rechnung, die sie in ihrer Videokonferenz am 16. November getätigt hat. Die Kanzlerin hatte deutlich gemacht, dass die Oktoberbeschlüsse die Corona-Dynamik zwar gebremst hätten, sich eine Trendwende jedoch nicht abzeichne.“

Daher folge die Stadt Merkels dringender Aufforderung, auf Freizeitveranstaltungen mit Publikumsverkehr , auch in abgespeckter Form, zu verzichten . Meyer: „Ich bedauere das sehr, denn ich weiß, dass sich viele Gifhornerinnen und Gifhorner auf den Adventsmarkt gefreut haben. Und wir hätten damit auch die Schausteller unterstützt. Aber jede andere Entscheidung wäre unverantwortlich.“

Die Ansteckungszahlen gehen nicht schnell genug zurück

Die Stadt hatte immer noch gehofft, dass sich der Trend der Ansteckungszahlen deutlicher entschärfen würde, und die Entscheidung auf den spätestmöglichen Termin gelegt. Eine „Corona-Klausel“ in den Verträgen wälzte letztlich das Risiko auf die Schausteller und Budenbetreiber ab. Der Markt hätte ohnehin frühestens nach Ablauf des November-Lockdowns am 1. Dezember starten können. Selbst dann hätte die eine weiterhin geltende Maskenpflicht auf belebten öffentlichen Plätzen das Vergnügen beeinträchtigt. „Mit Maske vor dem Gesicht kann schwerlich gegessen und getrunken werden“, hatte Siemer bereits zu Monatsbeginn gemahnt.

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