Paypal schließt gefährliche Lücke - Polizei warnt vor Trick

Berlin.  Auf eBay-Kleinanzeigen klagen Käufer, die mit PayPal bezahlen, über eine neue Betrugsmasche. So funktioniert diese perfide Methode.

So kurios ist Ebay-Kleinanzeigen

Bei Ebay-Kleinanzeigen gibt es alles – und ziemlich oft auch seltsame Menschen. Das führt zu Missverständnissen und ist meistens richtig komisch.

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  • Viele Verbraucher verlassen sich bei Paypal auf die Sicherheit des Zahlungsdienstes
  • Aber zuletzt sorgten Berichte über Betrüger, die eine falsche Einstellung ausnutzen, für Wirbel
  • Doch damit nicht genug: Die Polizei nimmt die Fälle zum Anlass, um vor dem sogenannten Dreieckstrick zu warnen
  • Paypal bestätigt derweil, dass eine weitere Sicherheitslücke geschlossen wurde

Wie sicher ist Paypal? Derzeit mehren sich Berichte über Schwachstellen des Zahlungsdienstleisters. Eine davon war so schwerwiegend, das sie von Paypal selbst geschlossen werden musste. Wie „Forbes“ berichtet, war einem Nutzer ein Bug beim Paypal-Login aufgefallen.

Demnach wäre es für Hacker möglich gewesen, sensible Daten wie etwa das Passwort vom Nutzer unbemerkt abzugreifen. Der Bug habe die meistbesuchte Seite von Paypal betroffen, heißt es weiter. Paypal habe die Sicherheitslücke unmittelbar geschlossen. Für den Nutzer, der sie entdeckte, gab es immerhin eine Belohnung in Höhe von etwa 15.000 Dollar, heißt es weiter.

Paypal-Kunden sollten vorsichtig sein

Auch wenn die Sicherheitslücke geschlossen wurde, raten Verbraucherschützer zur Vorsicht. Denn es braucht nicht immer einen Bug, um Paypal-Kunden abzuzocken. Es genügt in manchen Fällen sogar die falsche Einstellung. Wie zunächst „chip.de“ berichtete, hebeln angebliche Verkäufer auf dem Kleinanzeigen-Portal eBay Kleinanzeigen dabei mit einem Trick den Käuferschutz der PayPal-Nutzer aus.

Käufer bezahlen für ein Produkt, das sie nie bekommen – und dessen Preis ihnen auch später nicht erstattet wird. Sogar die Polizei warnt vor dem Trick.

Ebay-Kleinanzeigen: So geht die Paypal-Falle

  • Der angebliche Verkäufer bittet den Käufer darum, das Geld per PayPal zu überweisen.
  • Allerdings soll dieser dabei die Option „Freunde und Familie“ auswählen.
  • Denn das, so das erfundene Argument des Betrügers, spare Gebühren.
  • Der Käufer überweist auf diesem Wege, bekommt aber keine Ware, sondern sieht stattdessen sein Geld mit hoher Wahrscheinlichkeit nie wieder.

Denn bei PayPal greift der Käuferschutz, der vor Betrügereien bewahrt, nur wenn eine Überweisung per „Dienstleistung und Ware“ verschickt wird. Haben die angeblichen Verkäufer dann ihr Geld, tauchen sie unter: Ebay löscht ihre Kontos, weil sie gegen Nutzungsbedingungen verstoßen.

So schützen sich Ebay-Kunden

Rechtlich geht der Online-Bezahldienst bei der Option „Freunde und Familie“ nicht von einem Verkauf aus, sondern von einem finanziellen Austausch zwischen Freunden oder Familienmitgliedern. Bei dieser Paypal-Variante ist der Geldversand kostenlos, und es genügt eine E-Mail-Adresse, an die das Geld geschickt werden soll.

Wer sein PayPal-Konto mit einer Kreditkarte verknüpft hat, sollte laut „chip.de“ unbedingt Anzeige bei der Polizei erstatten. Denn viele Kreditkarten verfügten über eine Versicherung, die Kunden vor einem solchen Betrug schützt. Wer bei PayPal mit seinem Bankkonto bezahlt, steht hingegen schlecht da. Auch interessant: Warum Hunderttausende diese Ebay-Kleinanzeige teilen.

Das raten Verbraucherschützer

Grundsätzlich sollten Käufer immer vorsichtig sein, wenn ein Kauf nur oder unbedingt per Vorkasse abgewickelt werden soll oder kann, rät Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Zwar hat man auch bei einem Kauf über Online-Kleinanzeigen gesetzliche Ansprüche, falls die Ware nicht der Beschreibung entspricht oder gar nicht verschickt wurde. Aber oft ist es schwierig, die durchzusetzen.“ Besonders dubios sei es häufig, wenn Zahlungen ins Ausland gehen sollen.

„Am sichersten ist es, ein Geschäft über Online-Kleinanzeigen immer persönlich und in bar abzuwickeln“, rät Verbraucherschützerin Rehberg. So könne man die ganzen Betrugsmaschen umgehen. Gerade wertvollere Ware sollten Käufer unbedingt persönlich abholen, am besten zusammen mit einem Zeugen.

Und wer etwas verkauft, sollte die Ware immer nur an den tatsächlichen Käufer übergeben. Von einem von diesem geschickten Vertreter sollte sich der Verkäufer den Ausweis zeigen und den Erhalt der Ware quittieren lassen.

Paypal im Fokus von Kriminellen – Warnung vor Dreieckstrick

In dem Zusammenhang warnen Verbraucherschützer auch vor dem sogenannten Dreieckstrick.

  1. Bei dieser Masche stellt man als Verkäufer etwas online, zum Beispiel ein Smartphone.
  2. Der Betrüger signalisiert Interesse.
  3. Gleichzeitig stellt er selbst das identische Smartphone ebenfalls zum Verkauf ein.
  4. Meldet sich beim Betrüger ein Käufer, gibt er diesem die Kontodaten des ursprünglichen Verkäufers.
  5. Sobald das Geld beim Verkäufer eingegangen ist, verschickt dieser die Ware - aber an den Betrüger.
  6. Auch hier wird gerne Paypal als Zahlungsmittel genutzt. Dann bleibt der Verkäufer auf dem Schaden sitzen, wenn der Käuferschutz greift.
  7. Hat der Käufer per Überweisung bezahlt, bekommt er sein Geld dagegen nicht zurück, sofern der Verkäufer den Versand nachweisen kann.

Betrug im Netz – Mehr zum Thema

Portale wie Ebay-Kleinanzeigen oder Facebook-Marketplace werden immer beliebter: IT-Experten warnen zunehmend vor Betrügern bei Online-Kleinanzeigen. Auch Urlauber werden beim Buchen der Reise häufig über den Tisch gezogen: Dieser Betrüger verkaufte falsche Ferienhäuser an deutsche Urlauber. Noch auf anderen Gebieten der Cyberkriminalität greifen Hacker zu immer neuen Methoden. (les)

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