Peines Landrat Einhaus fordert Tarifgebiet Hannover-Braunschweig

Groß Ilsede.  Beim IHK-Neujahrsempfang in der Ilseder Gebläsehalle gab es eine Premiere: Ein neuer Imagefilm präsentiert die Vorzüge des Peiner Landes.

Landrat Franz Einhaus warb beim IHK-Neujahrsempfang für das Peiner Land.

Landrat Franz Einhaus warb beim IHK-Neujahrsempfang für das Peiner Land.

Foto: Bernward Comes

„Wir haben hier ein so gewaltiges Pendler-Aufkommen. Warum fällt es nur so schwer, im Öffentlichen Personennahverkehr ein gemeinsames Tarifgebiet Hannover-Braunschweig zu schaffen.“ Diese Forderung richtete der Peiner Landrat Franz Einhaus (SPD) in seiner Rede zum Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) Braunschweig am Dienstagabend in der Gebläsehalle auf dem Ilseder Hüttengelände an seinen Vorredner, Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann.

Einhaus beschrieb den Landkreis Peine als städtisch und ländlich geprägtes Bindeglied zwischen den beiden Oberzentren Hannover und Braunschweig. Im Hinblick auf die Digitalisierung betonte er, „wir brauchen hier überall Glasfaser“. Die Vorhaltung optimaler innovativer Techniken sei gerade für den ländlichen Raum von besonderer Bedeutung – für Privatpersonen ebenso wie für Unternehmen. Deshalb wünsche er sich besondere Digitalisierung-Förderprogramme gerade für kleinere Unternehmen.

In der 25-jährigen Tradition des IHK-Neujahrsempfangs fand die Veranstaltung zum zweiten Mal in der Ilseder Gebläsehalle statt. Vor den rund 1000 Gästen nutzte Einhaus die Gelegenheit, die wirtschaftshistorische Bedeutung des Standortes dieser Halle zu verdeutlichen: Vor rund 160 Jahren erfolgte von dort aus die industrielle Entwicklung in den Raum Braunschweig hinein, und mit der Gründung der Ilseder Hütte wurde auch das Fundament für die Salzgitter AG gelegt. Einhaus: „Die Eisen- und Stahlindustrie und der Bergbau haben viele Jahrzehnte die Wirtschaft und die soziokulturellen Strukturen geprägt.“

Der schmerzhafte Strukturwandel infolge der Veränderungen in der Montanindustrie sei überwunden. So sei Peine heute mit dem Elektrostahlwerk weiterhin ein zukunftsorientierter Stahlstandort, zugleich sorgten rund 4300 Betriebe mit rund 33.000 Beschäftigten für eine dynamische Entwicklung in dieser zentralen Lage der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg.

IHK Neujahrsempfang in der Gebläsehalle in Ilsede

Einhaus überraschte die Gäste mit der Premiere eines neuen Imagefilms, in dem eine Musterfamilie die Vorteile von Peine als Wohn-, Arbeits- und Wohlfühlregion darstellt. Der Film, der im Februar veröffentlicht wird, soll insbesondere Neubürgern, aber ebenso Unternehmen erste Informationen und positive Eindrücke vom Standort Peine vermitteln. Erstellt wurde der Werbefilm von Mitarbeitern der Kreisverwaltung und der Wirtschafts- und Tourismusfördergesellschaft (Wito) des Kreises in Zusammenarbeit mit der Braunschweiger Produktionsagentur „christo.cc“; Kreativdirektor Christopher Camillo Czichy ist ein Peiner.

Mit Blick in die Zukunft bemerkte Einhaus, dass der Kreis Peine in der Fläche zwar der kleinste in Niedersachsen ist, mit rund 134.000 Einwohnern aber die höchste Siedlungsdichte hat. „Die Veränderungen in der Arbeitswelt und die neuen Möglichkeiten der Kommunikationsinfrastruktur wollen wir für uns in der Form nutzbar machen, dass wir Arbeiten in der Großregion und Leben hier vor Ort miteinander verknüpfen.“ Das dürfte, so Einhaus, nicht nur für Pendler interessant sein, sondern auch für kleinere und mittelständische Betriebe.

Mehr zum IHK-Neujahrsempfang lesen Sie auf der Titelseite und Wirtschaft.

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