Cymotive siedelt in Wolfsburg am Forum Autovision an

Wolfsburg  Die israelischen Cybersicherheit-Experten Cymotive eröffnen in Wolfsburg ihr neues Büro und rücken damit näher an ihren Hauptauftraggeber VW ran.

Die Büroeröffnung von Cymotive (von links): Yuval Diskin (Cymotive-Gründer und Vorstand), Jürgen Klöpffer (Cymotive-Verwaltungsrat und Geschäftsführer der Volkswagen Group Services GmbH), Ralf Milke (Cymotive-Verwaltungsrat sowie Leiter Bordnetz- und Mechatroniksysteme, VW), Beate Hofer (Cymotive-Verwaltungsrat sowie Leitung Group Information Security, VW), Damian Lawniczak (Cymotive-Geschäftsführer) und Olav Petersen (Cymotive-Geschäftsführer sowie Leiter Beteiligungen & Gründungen der Volkswagen Group Services GmbH

Die Büroeröffnung von Cymotive (von links): Yuval Diskin (Cymotive-Gründer und Vorstand), Jürgen Klöpffer (Cymotive-Verwaltungsrat und Geschäftsführer der Volkswagen Group Services GmbH), Ralf Milke (Cymotive-Verwaltungsrat sowie Leiter Bordnetz- und Mechatroniksysteme, VW), Beate Hofer (Cymotive-Verwaltungsrat sowie Leitung Group Information Security, VW), Damian Lawniczak (Cymotive-Geschäftsführer) und Olav Petersen (Cymotive-Geschäftsführer sowie Leiter Beteiligungen & Gründungen der Volkswagen Group Services GmbH

Foto: Volkswagen Group Services GmbH, Roland Hermstein

. Je weiter die Vernetzung von Fahrzeugen voranschreitet, umso Möglichkeiten bieten sich, dass Systeme gehackt werden können. 2016 gründete VW über die Volkswagen Group Services GmbH (damals Autovision) gemeinsam mit drei hochrangigen israelischen Sicherheitsexperten – darunter Yuval Diskin, Ex-Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes, die Firma Cymotive Technologies. Das Unternehmen für Cybersicherheit im Automobilbereich eröffnete auf dem Innovationscampus der Wolfsburg AG nun das neue Büro.

Nach der Firmengründung war in der Startphase am Standort Wolfsburg zunächst nur ein kleines Team tätig, neben dem Büro in Berlin. Ein weiterer Sitz der Firma ist Herzliya (bei Tel Aviv) in Israel. Aktuell hat das Start-up-Unternehmen in Wolfsburg 15 Mitarbeiter, will aber im Laufe des Jahres auf mindestens 25 Personen anwachsen. „Für unsere weitere Unternehmensentwicklung suchen wir noch Risiko-Analysten, Systemarchitekten, Testexperten sowie Ingenieure mit einem Hintergrund der Cyber-Security und mit Automotive-Erfahrung“, wird Damian Lawniczak, seit März 2019 Geschäftsführer, in einer Pressemitteilung zitiert.

Mögliche Schwachstellen, die potenzielle Angreifer nutzen können, sind vor allem alle Schnittstellen. Beim autonomen Fahren soll das Auto mit der Verkehrsinfrastruktur und Satelliten ebenso wie mit anderen Auto kommunizieren. Hier bietet sich ein Einfallstor. Weitere Angriffsziele für Hacker können sich eröffnen, wenn sich das Auto per Bluetooth mit dem Handy verbindet oder dort, wo Steckmodule etwa zum Aus- und Einlesen von Daten angeschlossen werden können – etwa zum Update der Autosoftware.

Dass Autos genauso wie ein PC gekapert werden können, bewiesen Technik-Spezialisten 2015, als es ihnen gelang, einen Jeep Cherokee in einen Graben zu steuern. Sie übernahmen die Kontrolle übers Auto mit Hilfe einer Sicherheitslücke in dem mit dem Internet verbundenen Infotainmentsystem-System.

Der Marketingchef von Cymotive erklärte im März bei einem Symposium für vernetzte Fahrzeuge in Genf, Automobilhersteller müssten ihre Autos so konzipieren, wie es ein Softwareunternehmen tun würde, um sich auf mögliche Angriffe vorzubereiten. Die Autoindustrie sollte wie Hacker denken, um so verstehen zu können, wie ihre Autos angegriffen werden könnten. Und so arbeitet auch Cymotive: Bauteile werden bis aufs Kleinste zerlegt und auf Sicherheitslücken hin untersucht. Ein Teil der Mitarbeiter versucht Schwachstellen anzugreifen. Werden welche entdeckt, versucht ein anderer Teil diese zu schließen. „Unser offensiv-defensiv Ansatz ermöglicht uns, den anstehenden Anforderungen in dieser anspruchsvollenden Domäne kontinuierlich voraus zu sein“, wird Lawniczak zitiert.

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