Corona: Sorge um Mallorca-Urlaub – Neue Reisewarnungen

Madrid.  Die Regierung warnt angesichts steigender Corona-Infektionszahlen vor Reisen in bestimmte Gebiete Spaniens. Das müssen Urlauber wissen.

Bundesregierung warnt wegen Corona vor Reisen nach Nordspanien

Das Auswärtige Amt hat eine offizielle Reisewarnung für die nordspanischen Regionen Katalonien, Aragón und Navarra herausgegeben: Vor nicht notwendigen touristischen Reisen werde derzeit aufgrund erneut hoher Infektionszahlen und örtlicher Absperrungen gewarnt.

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Der Spanien-Urlaub bleibt im Corona-Jahr 2020 eine komplizierte Angelegenheit. Nachdem die Corona-Fallzahlen in einigen Regionen des Landes wieder deutlich angestiegen sind, hat die Bundesregierung eine Reisewarnung für mehrere Gebiete Spaniens ausgesprochen.

So warnt das Auswärtige Amt wegen „erneut hohen Infektionszahlen“ nun auch vor Reisen nach Madrid und ins spanische Baskenland. Erst Ende Juli hatte die Bundesregierung eine Reisewarnung für die nordspanischen Regionen Katalonien, Aragón und Navarra ausgesprochen. In diesen Regionen liegen beliebte Touristenziele wie Barcelona, die Costa Brava und das spanische Pyrenäengebiet. Vor Reisen auf die beliebte Urlauberinsel Mallorca und auch auf die Kanaren wird noch nicht gewarnt.

Allerdings geht auf den Balearen aktuell die Sorge um, dass die Infektionszahlen weiter ansteigen. Sollte dies der Fall sein, könne die Reisewarnung für Mallorca und Co. bereits zeitnah folgen, berichtet die „Mallorca Zeitung“. In der Tat nähern sich auf den Inseln sich die Neuinfektionen der kritischen Grenze von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Spanien: Infektionszahlen schnellen in die Höhe

In ganz Spanien steckten sich nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in den vergangenen sieben Tagen rund 4000 Menschen täglich mit dem Erreger an. Insgesamt verzeichnet das Land seit Beginn der Pandemie mehr als 325.000 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Auf die Balearen entfallen davon mehr als 3500. Rund 28.500 Menschen starben bislang landesweit an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung.

Ob des Infektionsgeschehens gilt im gesamten Land eine Maskenpflicht für alle öffentlich zugänglichen geschlossenen Räume. Im Freien muss eine Maske dann getragen werden, wenn die Abstandsregeln nicht gewährleistet werden können. „Das Virus kann zurückkommen“, warnte Spaniens Premier Pedro Sánchez. „Wir müssen auf der Hut sein.“ Lesen Sie auch: Urlaub in Corona-Zeiten: Das müssen Mallorca-Urlauber wissen

Diesen Rat befolgt die Regionalregierung der Balearen, wo eine noch strengere Maskenpflicht gilt. Hier muss ein Mund-Nasen-Schutz nun auch im öffentlichen Raum getragen werden – sowohl drinnen als auch draußen. Ausnahmen gelten unter anderem für Strand-, Pool- oder Restaurantbesuche. Die Einführung der verschärften Regeln galt auch als Reaktion auf Zusammenkünfte, bei denen gegen die Corona-Regeln verstoßen wurde.

Keine Party auf Ibiza - wegen Corona
Keine Party auf Ibiza - wegen Corona

Mehrere deutsche und britische Urlauber schienen den Warnschuss jedoch nicht gehört zu haben und feierten weiter. Die Regierung der Balearen lies daraufhin Lokale am Ballermann und in Magaluf zwangsschließen. Als Konsequenz aus den Verstößen der Touristen gegen die Corona-Regeln nahm zudem der Reiseveranstalter Tui für 2020 alle Partyreisen aus seinem Angebot.

Kommt jetzt noch eine Reisewarnung der deutschen Regierung hinzu, könnte dies für die Einwohner der spanischen Inselgruppe zum Desaster werden. Bereits die Ende Juli angeordnete Quarantänepflicht in Großbritannien für Rückkehrer aus Spanien sorgte für einen Einbruch bei den Buchungen. „Bei einem großen Virenausbruch unter Touristen“, sagt die regionale Gesundheitsministerin Patricia Gómez, „könnte es sein, dass wir die Insel schließen müssen.“

Urlaub in Spanien: Flugpassagiere müssen elektronische Erklärung ausfüllen

Um die Sicherheit zu erhöhen, müssen inzwischen alle Flugreisenden bei der Einreise nach Spanien einen QR-Gesundheitscode vorweisen. Besonders groß ist die Angst vor infizierten Touristen auf den Kanarischen Inseln.

Dort drängen die Inselbehörden sogar darauf, dass alle aus dem Ausland ankommenden Urlauber, die aus „Risikogebieten“ stammen, einen negativen Corona-Test vorweisen müssen. Die spanische Staatsregierung in Madrid, die das letzte Wort hinsichtlich der Einreisebedingungen hat, lehnt jedoch serienmäßige Corona-Tests für Urlauber auf den Kanaren wie auch in anderen Ferienzielen ab.

Sie vertraut stattdessen auf Corona-Fieberkontrollen, die auf Flug- und Fährhäfen sowie Bahnhöfen, aber auch in Hotels, Sehenswürdigkeiten, Geschäften und öffentlichen Gebäuden stattfinden. Die thermographischen Kameras, die zum Beispiel in den Ankunftsterminals der Airports installiert sind, schlagen bei mehr als 37,5 Grad Körpertemperatur an.

Urlaub in Europa - Grenzen weitgehend wieder geöffnet
Urlaub in Europa - Grenzen weitgehend wieder geöffnet

Zudem müssen Flug- und Fährpassagiere eine elektronische Erklärung ausfüllen, in welcher der Gesundheitszustand, persönliche Daten, Handynummer und Ferienadresse abgefragt werden. Die Gesundheitserklärung kann online oder per App SpTH ausgefüllt werden. Die elektronische Erklärung generiert einen QR-Code, der bei der Einreise vorgelegt werden muss. Wer mit dem Auto oder Zug über die Landgrenzen einreist, muss bisher keine Erklärung abgeben.

Eine Corona-Warn-App, wie sie etwa von den deutschen Behörden angeboten wird, existiert in Spanien derzeit noch nicht. Ein App-Prototyp wird derzeit auf der Kanareninsel Gomera getestet. Spanien setzt zudem auf das Verantwortungsbewusstsein der Urlauber: „Die Touristen, die zu uns kommen, müssen sich schützen und mit Besonnenheit handeln“, sagt Francina Armengol, die regionale Ministerpräsidentin der Balearischen Inseln, zu denen Mallorca und Ibiza zählen.

Ausgangssperren in Katalonien

Auf Mallorca waren die spanischen Corona-Schutzmaßnahmen in der zweiten Juni-Hälfte mit mehreren tausend deutschen Urlauber getestet worden. Das Experiment verlief erfolgreich. Nach dem Urlaubstestlauf rollte auf der Insel wieder schrittweise der Massentourismus an: Immer mehr Hotels öffneten, viele Airlines fliegen wieder nach Palma.

Nur der große Kreuzfahrthafen auf der Insel bleibt geschlossen. Auf Mallorca, wie auch in allen anderen spanischen Küstenstädten, dürfen internationale Kreuzfahrtschiffe wegen der weltweiten Corona-Pandemie vorerst nicht anlegen.

Denn wie schnell sich die Lage zum Schlechteren verändern kann, zeigte sich bereits in Katalonien. Nach einem lokalen Ausbruch und steigender Infektionszahlen wurden Ausgangssperren für über vier Millionen Menschen und eine strengere Maskenpflicht verordnet. Letztere gilt auch im Freien und unabhängig vom Mindestabstand. Lesen Sie hier: Corona-Zahlen in Spanien steigen – Sorge steigt

Zusätzlich zu den regional unterschiedlichen Regeln sollten deutsche Touristen beachten, dass ein Urlaub in einem der spanischen Regionen, die vom Auswärtigen Amt neuerdings als Risikogebiet eingestuft werden, mit einem Pflichttest auf das Coronavirus bei der Rückkehr einhergeht. Alternativ ist es durch die Reisewarnung der Bundesregierung möglich, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Barcelona wegen Corona fast ohne Touristen
Barcelona wegen Corona fast ohne Touristen

(yah/ze/dpa/mbr/raer/jas/bef)

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