Saug-Roboter im Test – Das können günstigere Alternativen

Berlin.  Bei Saug-Robotern unterbieten die Hersteller Medion und Roborock die Preise der Konkurrenz. Leidet darunter die Leistung? Ein Test.

Für viele ein Traum: Der Saug-Roboter nimmt einem einen Teil der Hausarbeit ab.

Für viele ein Traum: Der Saug-Roboter nimmt einem einen Teil der Hausarbeit ab.

Foto: South_agency / Getty Images

Noch vor wenigen Jahren galten Staubsaugerroboter als teures Spielzeug. Mittlerweile gibt es neben hochpreisigen Spitzenprodukten bekannter Marken zunehmend auch günstige Alternativen – in jüngster Zeit sogar auch als Wischroboter.

Doch wie gut sind die preiswerten Roboter? Wir haben je ein günstiges Gerät aus der Einsteigerklasse (ab 120 Euro) und eines aus der Top-Kategorie (530 Euro) im Haushaltsalltag getestet.

Medion MD 18501

Medion bietet mit dem MD18500 (119 Euro) einen sehr günstigen Einstieg in die Welt der Saugroboter. Der von uns getestete MD18501 (169 Euro) ist weitgehend baugleich, kann zusätzlich aber mit Wassertank und Tuch bestückt als Wischroboter auf den Weg geschickt werden. Die Saugleistung ist vergleichbar mit dem günstigeren Gerät.

Einrichtung: Der MD18501 ist zwar ein Roboter, muss aber nicht wie die meisten teureren Geräte mit dem Internet verbunden werden. Das mag nach einer Einschränkung klingen – tatsächlich macht es Einrichtung und Bedienung aber sehr einfach. Ist der Akku aufgeladen, kann man den Roboter per Tastendruck am Gerät oder auf der beiliegenden Infrarot-Fernbedienung direkt an die Arbeit schicken.

Funktion und Alltag: Der Roboter navigiert nach dem Chaos-Prinzip: Stößt er auf ein Hindernis, setzt er seine Fahrt in eine zufällige, nicht versperrte Richtung fort. Das sieht zwar beunruhigend planlos aus, es führt letztlich aber zu einer recht guten Abdeckung der Fläche. Je verwinkelter die Wohnung, desto lückenhafter wird jedoch die Abdeckung.

Die Saugleistung gefiel dabei erstaunlich gut, dank rotierender Bürste nahm der kleine Helfer auch die Haare der zwei im Testhaushalt lebenden Katzen gut auf – wie alle Saugroboter eignet sich auch dieser allerdings nur für kurzflorigen Teppich.

Tauscht man den Staubauffangbehälter gegen den gefüllten Wasserbehälter und befestigt das halbmondförmige Wischtuch an der Unterseite, zieht der Roboter leicht feuchte Bahnen über Hartböden. Starker Verschmutzung wird man damit nicht Herr – um aber feinen Staub aufzunehmen, der sich schlecht wegfegen oder -saugen lässt, eignet sich der Wischmodus des Roboters gut.

Fazit: Für rund 120 Euro bekommt man einen sehr soliden Sauger – ohne nennenswerte Extrafunktionen. Immerhin lässt sich eine feste Uhrzeit für den täglichen automatischen Saugvorgang einstellen. Den Handstaubsauger ersetzt er dabei nicht völlig, sorgt aber – gerade in Haushalten mit Tieren – für eine gute Grundsauberkeit. Wer ohnehin hauptsächlich Teppich hat, kann sich das 50 Euro teure Upgrade auf den 18501 eher sparen.

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Roborock S6

In einer anderen Liga spielt der neue Roborock S6 (530 Euro). Der Staubsaugerroboter ist der Nachfolger des viel gelobten Roborock S50. Vom Funktionsumfang her gehört das Gerät in die Spitzenklasse, kostet dabei aber eher die Hälfte der Top-Geräte anderer Hersteller wie Roomba, Vorwerk oder Dyson.

Einrichtung: Die Verbindung mit dem Heimnetzwerk ist hier Pflicht. So muss als erstes die Xiaomi-Home-App auf dem Smartphone installiert werden. Die Einrichtung des S6 gelingt anschließend recht einfach. Zumindest die iOS-App ist leider recht schlampig an die verschiedenen Displaygrößen angepasst, hin und wieder wurde ein Hinweis auf Englisch oder Chinesisch eingeblendet. Im Großen und Ganzen ließ sich die App dennoch gut bedienen.

Funktion und Alltag: Der größte Unterschied zum günstigen Einstiegssauger von Medion ist die Orientierungsfähigkeit des S6. Neben Tast- und Ultraschallsensoren verfügt er auch über einen LDS-Sensor. Das ist ein rotierender Laser, der auf dem Roboter sitzt und die Dimensionen des umliegenden Raums vermisst. Die Software erstellt aus diesen Daten eine virtuelle Karte. So weiß der Roboter stets, wo er sich befindet und welchen Teil der Wohnung er bereits gesaugt beziehungsweise gewischt hat.

Laservermessung bieten Saugroboter zwar schon länger – bislang erkundeten die meisten Geräte ihre Umgebung aber bei jeder Fahrt neu und „vergaßen“ die Ergebnisse danach wieder. Einige – aber längst nicht alle – der teuren Topmodelle legen heute dauerhafte Karten der Wohnungen an. Und das tut auch der Roborock S6.

Die Software unterteilt die Karte dabei automatisch in einzelne Räume, die anschließend benannt werden können. So kann der Roboter gezielt nur in die Küche geschickt oder angewiesen werden, das Kinderzimmer auszulassen, weil dort die Legosteine noch nicht weggeräumt sind. Auch punktuelle Reinigung oder das Anlegen virtueller Barrieren und Verbotszonen sind möglich und klappten im Alltag gut. Während des Saugvorgangs kann man übrigens von überall aus in der App seine aktuelle Bewegung verfolgen.

Für den Wischmodus wird ein zusätzlicher Wassertank eingesetzt und ein Wischtuch am S6 befestigt. Dabei saugt und wischt der Roboter gleichzeitig. Wie Medions Sauger taugt auch Roborocks Gerät dabei nur für das Beseitigen von feinem Staub und leichten Verschmutzungen.

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Fazit: Der Roborock S6 bietet für ein Oberklassemodell ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Gerade in Wohnungen mit überwiegend Hartböden nimmt der S6 viel Alltagsarbeit ab. Dank großem Akku und effektiver Routenplanung ist er auch für große Wohnungen geeignet.

Die Navigation ist hervorragend, die Reinigungsleistung auf Teppichen nicht perfekt, für einen Saugroboter aber gut, auf Hartböden sehr gut. Lediglich der Auffangbehälter könnte größer sein.

Nur ein bisschen langsamer und lauter ist übrigens das Vorgängermodell S50 – zu einem Preis von unter 400 Euro ist er dafür deutlich günstiger.

Die Stiftung Warentest hat im Frühjahr weitere Saugroboter getestet. Welches Modell gut abschnitt, lesen Sie hier.

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