Dieser Wolfsburg-Profi leidet mit VfL-Gegner Schalke

Wolfsburg.  Ein Junge aus dem Pott: Grizzlys-Torwart Dustin Strahlmeier. Wenn Fußball-Bundesligist VfL gegen Schalke spielt, leugnet er seine Herkunft nicht.

Wie sehr Schalkes treuer Anhang unter der aktuellen Krise leidet, wissen die Gelsenkirchener selbst am allerbesten. Wie Grizzlys-Torwart Dustin Strahlmeier, der dort geboren ist.

Wie sehr Schalkes treuer Anhang unter der aktuellen Krise leidet, wissen die Gelsenkirchener selbst am allerbesten. Wie Grizzlys-Torwart Dustin Strahlmeier, der dort geboren ist.

Foto: City-Press / Grizzlys Wolfsburg/oh

23 Spiele in Folge sieglos in der Fußball-Bundesliga und aktuell Tabellenvorletzter – das Schalker Fan-Herz blutet. Dustin Strahlmeier kann das nachempfinden. Der Torwart des Eishockey-Erstligisten Grizzlys Wolfsburg ist gebürtiger Gelsenkirchener und sagt vor dem Duell am Samstag (15.30 Uhr) mit dem VfL Wolfsburg : „S04 ist mein Heimatverein. Ich hoffe, dass die Erfolglos-Serie endlich reißt.“

Bei aller durch den Umzug in die VW-Stadt entstandener neuer Sympathie für den grün-weißen Nachbarn im Allerpark d rückt Strahlmeier seinem FC Schalke die Daumen . „Man sagt, du kriegst die Leute aus dem Pott, aber nicht den Pott aus den Leuten. Das trifft auch auf mich zu“, hatte der 28-Jährige, der den Bergmannsgruß „Glück auf“ auf seinem Helm trägt, bereits bei seiner Ankunft in Wolfsburg gesagt.

„Malocher-Attitüde“ wichtig

In Gelsenkirchen-Buer besitzt er noch eine kleine Wohnung, keine zwei Kilometer Luftlinie von der Veltins-Arena entfernt. In der eishockeyfreien Zeit steht auch schon mal ein Stadionbesuch mit Kumpels auf dem Programm. Strahlmeier bezeichnet sich zwar eher als einen „Schalke-Sympathisanten“ statt als typischen Fan, weiß aber nur zu gut, welche Erwartungen die blau-weißen Anhänger an die eigene Mannschaft haben: „Sie wollen die Malocher-Attitüde sehen, erwarten, dass sich alle den Arsch aufreißen. Schließlich bist du als Schalke-Fan kein verwöhnter Erfolgsfan, sondern stehst immer zum Team.“

Die sportlichen Probleme resultieren seiner Meinung nach aus den vielen personellen Wechseln von Spielern und Trainern in den vergangenen Jahren. „Die Leute möchten sich wieder mehr mit der Mannschaft identifizieren.“ Einige Neuzugänge seien mit der falschen Einstellung gekommen. Aber auch die angespannte wirtschaftliche Situation spiele eine große Rolle.

Tipp: „4:2 für Schalke“

Doch irgendwie müsse sich Schalke am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen. Nur wie? „Ich kann mich in die Lage der Spieler hineinversetzen. Bei meinem Ex-Klub Schwenningen war ich in einer ähnlichen Situation. Nach zehn verlorenen Spielen in Folge, machst du nichts mehr“, erinnert sich Strahlmeier. Ihn hat aber die Erfahrung gelehrt, dass Aktionismus die schlechteste Wahl bei der Krisenbewältigung ist. „Du darfst nicht zu viel ändern an deinem Stil, sondern musst Vertrauen in die eigenen Stärken haben.“

Dann kann es klappen, und zwar schon gegen den VfL. Strahlmeier wagt einen optimistischen Tipp: „Ich weiß ja, dass 2:1 das häufigste Endergebnis im Fußball ist. Aber ich tippe lieber auf ein 4:2 für Schalke.“ Auch wenn dabei ein bisschen der Wunsch Vater des Gedanken sei. „Ich wünsche mir halt sehr, dass S04 zurück auf den Erfolgskurs findet. Schalke gehört in die Bundesliga.“ Falls es der Grizzlys-Trainingsplan zulasse, werde er sich das Spiel im TV anschauen. Und wenn es wieder schiefgeht? „Dann ist es diesmal nicht ganz so schlimm. Schließlich profitiert in dem Fall Wolfsburg davon, wo ich jetzt lebe.“

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