Glasner beißt für den VfL Wolfsburg in den sauren Apfel

Wolfsburg.  Der Trainer des VfL Wolfsburg kann die Familie im Moment nicht sehen. Ein gesteigertes Infektionsrisiko sieht er nach der Quarantäne nicht.

Corona-freundliche Jubelgeste: VfL-Trainer Oliver Glasner (links) nach dem 2:1-Sieg in Augsburg mit Wolfsburgs Keeper Koen Casteels.

Corona-freundliche Jubelgeste: VfL-Trainer Oliver Glasner (links) nach dem 2:1-Sieg in Augsburg mit Wolfsburgs Keeper Koen Casteels.

Foto: Tobias Hase / AFP

Der erste Corona-Spieltag der Fußball-Bundesliga ist rum. Aus Sicht des VfL Wolfsburg war er ein Erfolg – in sportlicher Hinsicht durch das 2:1 in Augsburg, aber auch die Anpassung an die vielen neuen Regeln und Abläufe klappte nahezu problemlos. Bei Oliver Glasner, dem Trainer der Grün-Weißen, hat das die Hoffnung vergrößert, dass die Saison tatsächlich zu Ende gespielt werden kann. Dafür steckt der 45-Jährige auch privat weiter zurück.

Glasner ist es gewohnt, seine Familie unregelmäßig zu sehen. Als der Wechsel nach Wolfsburg feststand, wurde die Entscheidung getroffen, dass sie in Österreich bleibt, schließlich gehen die Kinder dort zur Schule. Dennoch konnte er sie besuchen, wenn mal freie Tage anstanden, oder umgekehrt. Doch seitdem die Grenzen aufgrund der Corona-Pandemie dicht sind, ist das nicht möglich gewesen. Zu Beginn der Ausbreitung war die Familie in Wolfsburg, reiste dann aber zurück nach Österreich und musste dort in eine zweiwöchige Quarantäne. Das hätte auch Glasner gemusst, wenn er in die Heimat geflogen wäre.

Daher sieht sich die Familie derzeit nur per Video-Telefonie. Wann der 45-Jährige seine Liebsten mal wieder wirklich in die Arme schließen kann, „wissen wir noch nicht. Aber wir werden es hinbekommen“, ist er optimistisch, dass es nicht mehr lange dauern kann. „Bis dahin werde ich noch in den sauren Apfel beißen müssen.“ Und weil Glasner aus eigener Erfahrung weiß, dass die Zeit ohne Familie keine einfache ist, hat er seinen Profis im Nachgang der Partie in Augsburg am Samstag auch zwei Tage frei gegeben. Am Dienstag müssen sie wieder auf dem Platz stehen.

Vor der Partie waren die Spieler für eine Woche in Quarantäne gewesen. Dass die Infektionsgefahr wieder steigt, weil sie zurück zu ihren Familien dürfen, glaubt Glasner nicht: „Da habe ich keine Bedenken.“ Denn vor der Quarantäne gingen die Profis ja auch ihrem normalen Leben nach. „Und da hatten wir wochenlang keinen einzigen positiven Fall“, erklärt der VfL-Coach. „Die Spieler sind sehr diszipliniert, bleiben zu Hause. Ich gehe davon aus, dass die Tests negativ bleiben.“ Weiterhin werden Maximilian Arnold und Co. zweimal in der Woche auf das Corona-Virus getestet.

Auch bundesweit gab’s in den vergangenen Tagen keine Nachricht mehr von einer positiven Probe. Der erste Corona-Spieltag lief insgesamt ohne große Negativschlagzeilen ab, einzig der Torjubel der Hertha-Profis bei ihrem 3:0-Sieg in Sinsheim gegen 1899 Hoffenheim sorgte ein wenig für Ärger. Während die Wolfsburger ihre Treffer in Augsburg zurückhaltend und ohne viel Körperkontakt zelebrierten, gab’s bei den Berlinern auch das eine oder andere Küsschen.

Acht Spieltage stehen nun noch aus, als nächstes ist Borussia Dortmund am Samstag (ab 15.30 Uhr) zu Gast in Wolfsburg. Danach gehen die VfL-Profis schon wieder in eine Quasi-Quarantäne, denn es steht eine englische Woche an, mit Spielen am Dienstag in Leverkusen und am Samstag gegen Frankfurt. „Ich sehe kein gesteigertes Risiko“, erklärt Glasner, „und bin daher positiv gestimmt.“

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