VfL Wolfsburg: Knoche wird gelobt, aber Pongracic spielt

Wolfsburg.  Oliver Glasner, der Trainer des VfL Wolfsburg, sagt: „Ich bewerte nur nach Leistung.“ Dass Knoches Vertrag ausläuft, habe keine Rolle gespielt.

Nur auf der Bank: VfL-Verteidiger Robin Knoche in Augsburg.

Nur auf der Bank: VfL-Verteidiger Robin Knoche in Augsburg.

Foto: Hase / Pool via Getty ImagesGetty

Wie geht’s bei Robin Knoche weiter? Der Vertrag des Eigengewächses läuft am Ende der Saison aus, und am Samstag beim 2:1-Sieg des VfL Wolfsburg in Augsburg musste der 27-Jährige auf der Ersatzbank Platz nehmen. Doch das eine habe überhaupt nichts mit dem anderen zu tun, klärte Oliver Glasner, der Coach der Grün-Weißen, auf.

Seine Entscheidungen seien, so der Österreicher, „unabhängig von der Vertragssituation“. Die ist seit Wochen unverändert. Der VfL hat Knoche einen neuen Vertrag vorgelegt, darin steht unter dem Reiter Gehalt allerdings eine geringere Summe als bislang. Der gebürtige Braunschweiger hat noch nicht unterschrieben. „Ich habe mit Robin in der Woche ein längeres Gespräch geführt. Wir haben mit Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer Leute im Verein, die sich darum kümmern, und Robin hat ein Management, das sich darum kümmert. Die werden das schon regeln“, glaubt Glasner.

Dass Knoche in Augsburg auf die Bank musste, habe an seinem Herausforderer gelegen. Marin Pongracic hat seinen körperlichen Rückstand in der Corona-Pause aufgeholt. 2019 war der Winter-Neuzugang lange verletzt gewesen. „Du brauchst einfach auch den Rhythmus – und den hatte er nicht“, erklärt Glasner. Nun soll er ihn haben und ist prompt an Knoche vorbeigezogen. „Er hat es sehr gut gemacht in den vergangenen Wochen“, fand sein Trainer. Auch in Augsburg lieferte Pongracic eine ordentliche Partie ab, war der bessere Innenverteidiger neben John Anthony Brooks.

Für Knoche bedeutet das: Er ist vorerst mal wieder der Herausforderer. Eine Rolle, die er gut kennt, aber eigentlich nicht mehr haben wollte. Dass die ungeklärte Zukunft den 27-Jährigen hemmt, glaubt Glasner indes nicht. „Ich erwarte von jedem Spieler, dass er sich bis Vertragsende zu 100 Prozent in den Dienst der Mannschaft stellt – und Robin ist da ein absolutes Vorbild“, sagt der VfL-Coach. Er bewerte ausschließlich die Leistung der Profis. Was mit Blick aufs nächste Spiel am Samstag gegen Dortmund auch heißt: „Wenn ich der Meinung bin, dass Robin nur einen Zacken besser ist als Marin, dann lasse ich ihn spielen.“

Gelobt, aber trotzdem erst einmal raus: So könnte man Knoches Lage zusammenfassen. Und ob das VfL-Eigengewächs ausgerechnet gegen die pfeilschnelle Offensive des BVB die besten Argumente auf seiner Seite hat, ist zumindest zweifelhaft. „Robin ist ein Vorbild an Einsatz und Einstellung“, sagt Glasner zwar. Aber manchmal reicht das im Fußball eben nicht. Aktuell deutet nicht viel daraufhin, dass Knoche und der VfL auch in der kommenden Saison gemeinsame Sache machen.

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