VfL Wolfsburg: Wie geht’s bei Ignacio Camacho weiter?

Wolfsburg.  Der VfL Wolfsburg hat den langzeitverletzten Spanier noch lange nicht aufgegeben.

Ignacio Camacho.

Ignacio Camacho.

Foto: Darius Simka / regios24

17 Grad Celsius, Sonne und eine leichte Brise, die übers Mittelmeer weht – in Malaga lässt es sich auch dann aushalten, wenn in Niedersachsen so langsam, aber sicher der ungemütliche Winter einbricht. Ignacio Camacho weilt bereits seit Wochen in seiner spanischen Heimat, der Mittelfeldspieler des VfL Wolfsburg soll dort seine Fußprobleme in den Griff bekommen, die dafür gesorgt haben, dass der 29-Jährige seit mehr als einem Jahr kein Pflichtspiel mehr für den Bundesligisten bestreiten konnte.

Aber der Klub, bei dem er noch bis 2021 unter Vertrag steht, hat Camacho nicht vergessen. VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer sagt: „Wir sind im stetigen Austausch und versuchen, Ignacio so gut es geht zu unterstützen. Bei einer solch langen Verletzungsgeschichte tut es ihm gut, die Reha in seinem vertrauten Umfeld in seiner spanischen Heimat zu absolvieren. Das haben Spieler, sportliche Leitung und medizinische Abteilung gemeinsam beschlossen.“

So ackert der Kämpfer in seiner Heimat für die Rückkehr in den Fußball. Der Plan für die Zukunft: „Wir erhoffen uns alle eine baldige Rückkehr auf den Trainingsplatz, er bekommt die Zeit, die er braucht, um einhundertprozentig fit zu werden.“ Der Spanier soll wohl nach Weihnachten nach Wolfsburg zurückkehren. Und dann wird sich zeigen, ob Camacho nach seiner langen Verletzungsgeschichte überhaupt noch einmal auf höchstem Niveau kicken kann.

Im Sommer hatte es kurzzeitig danach ausgesehen. Der Spanier war zuvor fast neun Monate ausgefallen, hatte eine weitere Operation an seinem maladen linken Knöchel ertragen und seinen Fitnessrückstand aufgeholt. Zum Vorbereitungsstart unter dem neuen Trainer Oliver Glasner war Camacho dabei – mit kahl rasiertem Schädel und der klaren Nachricht: Ich bin wieder da. Er machte auf den Österreicher offenbar einen so stabilen Eindruck, dass er im Test gegen Hansa Rostock mitspielte. Doch: Der Fuß reagierte danach auf die Belastung – und Camachos Leidenszeit fing von neuem an.

Im Trainingslager in Schladming war er zwar dabei, aber nicht mittendrin. Der Spanier übte auf dem Nebenplatz, während seine Kollegen gedrillt wurden in Taktik und Physis. Camacho kam aber nicht wirklich voran. Ende August bei etwa 30 Grad Celsius lief er mit knöchelhohen orthopädischen Schuhen durch die Mixed-Zone der VW-Arena. Glasner sagte damals: „Es gibt auch ein Leben nach dem Fußball – aber wenn du nichts mehr machen kannst, weil du permanent Schmerzen hast, dann müssen wir versuchen, das zu kontrollieren.“

Der Trainer deutete ein vorzeitiges Karriereende des Mittelfeldspielers an, der im Sommer 2017 für 15 Millionen Euro vom FC Malaga zum VfL gekommen war. Er sollte nach Luiz Gustavos Wechsel zum französischen Erstligisten Olympique Marseille der neue Chefstratege werden. Doch ist Camacho das größte Sorgenkind der Wolfsburger geworden. Wie es für ihn weitergeht, wird sich um den Jahreswechsel herum zeigen. Geht es für ihn noch weiter?

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