BG Göttingen unterliegt gegen Bayern München

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Nelson Weidemann steuerte gegen die Bayern 14 Punkte bei.

Nelson Weidemann steuerte gegen die Bayern 14 Punkte bei.

Foto: Verein / BG Göttingen

Göttingen.  Im ersten Spiel nach der Quarantäne-Pause müssen sich die Veilchen dem Topteam aus München beugen. Schon am Dienstag steht die nächste Partie an.

Die BG Göttingen hat ihr erstes Spiel nach der zweiwöchigen Quarantäne verloren. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors musste sich am Sonntagnachmittag dem FC Bayern München mit 90:102 (44:52) geschlagen geben. 16 Offensiv-Rebounds und nur sechs Ballverluste stimmten Moors zufrieden, die 102 gegnerischen Punkte nicht. Bester Veilchen-Werfer war Rihards Lomazs mit 20 Punkten, auch Deishuan Booker (19), Nelson Weidemann (14) und Tai Odiase (12) kamen auf eine zweistellige Ausbeute. Für München traf Sasha Grant am häufigsten (21 Zähler). Schon am Dienstag steht für die Göttinger die nächste Begegnung an.

Beide Teams spielten unter erschwerten Bedingungen: Die Veilchen absolvierten nach nur zwei Trainingseinheiten die erste Partie nach ihrer Quarantäne. Für die Münchener lag das Spiel direkt zwischen den Playoff-Partien im EuroLeague-Viertelfinale. Spiel vier gegen Armani Mailand hatten die Bayern am Freitag gewonnen und so eine entscheidende fünfte Partie gegen die Italiener am heutigen Dienstag erzwungen. Die süddeutschen Gäste schonten daher viele Leistungsträger, während Moors versuchte, die Spielzeit möglichst ausgeglichen zu verteilen. Nur zwei BG-Akteure standen länger als 25 Minuten auf dem Parkett.

Start auf Augenhöhe

Die Mannschaften bewegten sich zu Beginn auf Augenhöhe – Weidemann brachte die Hausherren gegen seinen eigentlichen Stammclub durch ein Drei-Punkte-Spiel 7:6 in Front (3.). Die Bayern hielt Jalen Reynolds fast im Alleingang in der Partie, sodass sie sich etwas absetzten (10:14/5.). Aber die Göttinger konterten und holten sich durch einen 5:0-Lauf zum 15:14 die Führung zurück. Diese wechselte bis zum Viertelende immer wieder hin und her. Auf einen Dreier von Diego Flaccadori antwortete Booker zum 24:24 – zur Abschnittspause lagen die Veilchen 26:25 in Front.

Auch im zweiten Viertel änderte sich nichts an der Ausgeglichenheit der Partie. Nach einem Dreier von Erol Ersek, beim BBL-Finalturnier der vergangenen Saison von den Bayern an die BG ausgeliehen, punkteten Harper Kamp und Lomazs für die Göttinger (30:28/12.). Kamp ließ einen Dreier zum 35:33 folgen und zwang Bayern-Headcoach Andrea Trinchieri zu seiner ersten Auszeit (13.). Im Anschluss lief es für die Gäste deutlich besser, weil sie in der Verteidigung zulegten. Sein Comeback nach längerer Verletzungspause feierte Veilchen-Kapitän Akeem Vargas, für den es zugleich sein 300. Liga-Spiel war. Doch die BG hatte Mühe zu punkten und musste einen 2:11-Lauf hinnehmen (37:44/16.). Mathis Mönninghoff beendete die punktelose Veilchen-Phase durch zwei Freiwürfe zum 39:47 (17.). Die Göttinger ließen die physische überlegenen Münchener nun nicht noch weiter davonziehen und gingen mit einem 44:52-Rückstand in die Halbzeitpause.

Bayern ziehen davon

Nach dem Seitenwechsel tat sich die BG in der Offensive weiterhin schwer und erzielte in mehr als drei Minuten nur einen Punkt (45:60/24.). Zwar fingen sich die Veilchen wieder, aber die Bayern blieben vor allem im Angriff überlegen und bauten ihren Vorsprung Stück für Stück aus (53:69/27.). Nach einem 5:0-Lauf, den Lomazs per Dreier zum 56:69 abschloss, hielten die Gäste ihren Vorsprung nun konstant, so dass die Göttinger vor dem Schlussviertel 62:77 zurücklagen.

Im letzten Abschnitt versuchten die Hausherren weiter dagegenzuhalten, aber ein Offensiv-Rhythmus wollte sich nicht einstellen. Weidemann, von den Bayern für diese Saison an die BG verliehen, brachte sein Team per Dreier auf 69:82 heran, doch die Münchener hatten die passende Antwort und zogen innerhalb weniger Minuten auf 71:90 davon (35.). Die Veilchen versuchten sich noch einmal aufzubäumen und verkürzten durch einen Lomazs-Dreier auf 76:92 (36.), in Schlagdistanz kamen sie aber nicht mehr. Zwar beendeten die Veilchen das Spiel mit einem 10:4-Lauf, konnten die Bayern aber nicht mehr in Gefahr bringen.

Stimmen der Trainer

„Das war natürlich kein einfaches Spiel, aber das gilt heute für beide Mannschaften. In der Offensive hatten wir nur wenig Rhythmus und haben den Ball nicht gut bewegt. Aber das Positive waren für mich die 16 Offensiv-Rebounds und nur sechs Ballverluste“, sagte Moors anschließend. „Das größte Problem war heute die Defensive. Es hat uns Aggressivität sowie Intensität gefehlt und in der Eins-gegen-eins-Verteidigung sind wir immer zu schnell geschlagen worden, haben falsch rotiert. Aber die Jungs haben heute das gemacht, was sie momentan können. Hoffentlich können wir jetzt jeden Tag ein bisschen besser werden.“

Glücklich über den Erfolg zeigte sich Bayern-Coach Trinchieri: „Es ist sehr schwierig, ein Liga-Spiel während einer EuroLeague-Playoff-Serie zu spielen, in der es ums Final Four geht. Heute sind wir froh, weil wir sechs Spieler rauslassen konnten. Unsere vier Veteranen haben zwar wenige Minuten gespielt, aber haben das Team großartig angeführt. In Anbetracht unserer momentanen Situation haben wir einen sehr guten Job gemacht.“

Nächste Partie in Hamburg

Nach nur einem Tag Pause steht für die BG am Dienstag ab 19 Uhr das nächste schwere Spiel bei den Hamburg Towers an. Die Mannschaft von Towers-Headcoach Pedro Calles hat die Qualifikation für die BBL-Playoffs schon sicher, kämpft aber noch um eine gute Ausgangsposition. Die Hanseaten haben ein hartes Programm hinter sich, am Donnerstag unterlagen sie in Bayreuth (83:90), am Sonntag in Crailsheim (79:85) und rutschten so auf Platz sieben ab.

Das Hinspiel verloren die Göttinger knapp 94:98 – Kleinigkeiten machten den Unterschied. Sichtlich wohl fühlte sich an seiner alten Wirkungsstätte Terry Allen. Das Ex-Veilchen war mit 28 Punkten (fünf Dreier) bester Towers-Werfer. Im Schnitt kommt Allen, der in allen 32 Partien der Towers in der Startin Five stand, auf 11,4 Punkte. Bester Punktesammler ist Center Maik Kotsar (15,1), der zudem im Schnitt 6,6 Rebounds holt. Auch die Guards Kameron Taylor (14,3) und T.J. Shorts (13,9) scoren stark. Momentan plagen die Hanseaten allerdings ein paar Verletzungssorgen. Patrick Spencer, eigentlich nur als Trainingsspieler nach Hamburg gekommen und dann auf den Mannschaftsmeldebogen gesetzt worden, füllt die Lücke aber bestens.

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