Veilchen kämpfen, sind gegen Ulm aber letztlich chancenlos

Göttingen  In der Basketball-Bundesliga unterliegt BG Göttingen gegen die Süddeutschen mit 74:98 (41:49).

Lesedauer: 7 Minuten
Göttingens Aubrey Dawkins, Mathis Mönninghoff und Tai Odiase sowie Ludwigsburgs Jonas Wohlfarth-Bottermann und Yorman Polas Bartolo kämpfen um den Ball.

Göttingens Aubrey Dawkins, Mathis Mönninghoff und Tai Odiase sowie Ludwigsburgs Jonas Wohlfarth-Bottermann und Yorman Polas Bartolo kämpfen um den Ball.

Foto: Thomas Kienzle / picture alliance/dpa

Die BG Göttingen hat sich gegen den Favoriten Ratiopharm Ulm wacker geschlagen, war letztlich aber chancenlos und steckt weiter tief im Keller der Tabelle. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors verlor in der Basketball-Bundesliga mit 74:98 (41:49), hat die Gäste aus Süddeutschland dabei aber zeitweise in Bedrängnis gebracht. Zuschauer waren in der Sparkassen-Arena aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin nicht zugelassen. Besonders im Schlussviertel setzte sich die höhere Qualität der Gäste durch, der die Göttinger nicht genug entgegenzusetzen hatten. Bester Veilchen-Werfer war Tai Odiase mit 26 Punkten. Für Ulm traf Thomas Klepeisz am häufigsten (18 Zähler). „Ich bin natürlich nicht zufrieden mit dem Endergebnis. Wir waren besser im Spiel, als das Endergebnis zeigt. Wir hatten unsere Chancen, Ulm wirklich zweifeln zu lassen“, sagte Moors im Anschluss.

Die Veilchen, bei denen Luke Nelson wieder auf dem Parkett stand, brauchten ein bisschen Zeit, um offensiv im Spiel anzukommen. Harper Kamp erzielte die ersten Göttinger Punkte zum 2:6 (2.). Beide Teams punkten abwechselnd, so dass sich am Abstand zunächst nichts änderte. Ex-Veilchen Dylan Osetkowski schloss dann einen Schnellangriff zum 6:14 ab, doch die BG konterte durch vier Punkte in Folge von Aubrey Dawkins zum 10:14 (6.). Die Moors-Truppe offenbarte aber immer wieder Schwächen in der Verteidigung, die Andreas Obst in dieser Phase für zwei Dreier zum 10:20 nutzte (8). Zum Viertelende waren die Ulmer nur durch Fouls zu stoppen, blieben aber perfekt von der Freiwurflinie und zogen auf 14:29 davon.

Veilchen kämpfen sich heran

In den zweiten Abschnitt starteten die Hausherren mit einem 5:0-Lauf und verkürzten so auf 19:29 (11.). Die Gäste ließen sich davon nicht beeindrucken. Einen 1:8-Lauf schloss Osetkowski per Dreier zum 20:37 ab (14.). Die Veilchen bekamen nun Foulprobleme – Moors musste Deishuan Booker nach dessen dritten Foul erst einmal vom Parkett nehmen. Dennoch versuchten seine Spieler dagegenzuhalten und kämpften sich durch ein Drei-Punkte-Spiel von Nelson Weidemann und Zähler von Kamp auf 25:37 heran (15.). Kurz darauf kassierte auch Weidemann sein drittes Foul, so dass der BG die Aufbauspieler auszugehen drohten. Die Gastgeber trotzten den Widrigkeiten. Dawkins traf einen Dreier zum 31:43 und zwang Ulms Headcoach Jaka Lakovic zu einer Auszeit (17.). Die Göttinger fassten sich ein Herz und trafen jetzt endlich sicherer von außen. Nelson machte den Rückstand durch seinen Dreier zum 38:47 einstellig. Mit der Halbzeitsirene legte Dawkins ebenfalls von außen zum 41:49 nach.

Nach dem Seitenwechsel zeigten die Veilchen weiterhin ihr Kämpferherz. Booker versenkte den nächsten Dreier zum 44:51, doch Klepeisz konterte sofort. Die Ulmer ließen ihre Stärken im Angriff immer wieder aufblitzen und schienen nach Belieben einen Gang höher schalten zu können. Nach zwei weiteren Dreiern von Aric Holman und Christoph Philipps war der BG-Rückstand schnell wieder auf 14 Punkte angewachsen (23.). Angeführt von Odiase schafften es die Südniedersachsen wieder, sich an die Ulmer heranzuarbeiten (51:60, 24.). Doch die Gäste hatten jedes Mal eine Antwort (54:67, 28.). Die Moors-Truppe kämpfte aber, sechs Odiase-Punkte in Folge brachten die BG auf 60:69 heran (30.). Ins Schlussviertel ging es mit einem 60:71.

Ulm trifft sicher von außen

Im letzten Abschnitt folgte ein Dreier dem nächsten – auf beiden Seiten. Die Göttinger waren die ersten, die auf Obsts Dreier zum 66:77 keine Antwort gaben. Der deutsche Nationalspieler versenkte im Gegenzug den nächsten Wurf von außen, Moors nahm eine Auszeit (66:80, 33.). Bei den Veilchen geriet die Offensive nun ins Stocken, während die Ulmer weiterhin trafen. In der 36. Minute wuchs der BG-Rückstand auf 20 Zähler an (68:88). Zwei Klepeisz-Dreier in den letzten beiden Minuten ließen das Endergebnis soagr noch deutlicher aussehen, als das Spiel eigentlich war.

„Es gibt einen großen Unterschied in der Qualität. Das ist ein Problem, das wir momentan haben. Das zeigt sich in der Dreierquote, das zeigt sich beim Unterschied in den Freiwürfen. 22 Punkte Unterschied ist viel. Ich bin zufrieden mit unserer Energie und unserer Mentalität. Das war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir müssen so weiterarbeiten, und hoffentlich finden wir bald einen Spieler, der uns weiterhelfen kann“, zog Moors sein Fazit. Sein Gegenüber Jaka Lakovic zeigte sich glücklich über den verdienten Sieg: „Es gab ein paar Momente im Spiel, in denen wir etwas die Kontrolle und unseren Rhythmus verloren haben. Das ist aufgrund der aggressiven Verteidigung von Göttingen passiert. Aber mit guter Verteidigung haben wir die Kontrolle zurückbekommen und dann die Würfe getroffen.“

Veilchen trennen sich von Gutiérrez

Gegen Ulm bereits nicht mehr dabei war bei den Veilchen Jorge Gutiérrez. Der Vertrag mit dem 32-jährigen Mexikaner wurde im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst. „Jorge hat ohne Zweifel seine Qualitäten“, sagt BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen. „Doch manchmal kommt es eben vor, dass die Situation auf beiden Seiten nicht richtig passt. Dann ist es besser, die Zusammenarbeit zu beenden. Wir wünschen Jorge für seine Zukunft nur das Beste.“ BG-Headcoach Roel Moors ist bereits auf der Suche nach einem Ersatz für den Mexikaner. Gutiérrez absolvierte zwei Pokal- und zehn Liga-Spiele für die Veilchen. Dabei stand der Aufbauspieler im Schnitt rund 22 Minuten auf dem Parkett, erzielte 11,7 Punkte und gab 5,0 Assists.

Zudem wurden zwei anstehende Begegnungen neu terminiert. Das wegweisende Spiel gegen Rasta Vechta findet zwei Tage früher als ursprünglich angesetzt statt. Die Liga hat die Partie auf Freitag, 22. Januar, vorgezogen. Los geht es in der Sparkassen-Arena um 19 Uhr. Grund der Verlegung ist die Übertragung von MagentaSport, damit die Partien des Spieltags gleichmäßig von Freitag bis Sonntag verteilt sind. Das Heimspiel gegen Brose Bamberg findet zudem bereits am Freitag, 29. Januar, ab 20.30 Uhr statt. Die Verlegung wurde notwendig, da die Sparkassen-Arena am ursprünglichen Termin am Samstag nicht mehr zur Verfügung steht. Aufgrund eines Bombenverdachts hat die Stadt Göttingen eine Evakuierung angeordnet; die Arena liegt im Evakuierungsradius.

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