Von Tabellenführern, Medaillen und einem vorzeitigen Ende

Osterode am Harz  Das Jahr 2020 startete sportlich normal, doch das änderte sich bald.

Eishockey: Die Harzer Falken (weiße Trikots) spielen zum Auftakt der Meisterrunde in der Regionalliga Nord am 1. Februar 2020 bei den Harsefeld Tigers und gewinnen mit 5:1.

Eishockey: Die Harzer Falken (weiße Trikots) spielen zum Auftakt der Meisterrunde in der Regionalliga Nord am 1. Februar 2020 bei den Harsefeld Tigers und gewinnen mit 5:1.

Foto: Andreas Radermacher / Harzer Falken

Das Sportjahr 2020 neigt sich dem Ende entgegen. Aufgrund des Covid-19-Virus wird es als ein denkwürdiges Jahr in Erinnerung bleiben. Auch, beziehungsweise vor allem, der Lokalsport war von der Corona-Krise betroffen. Während der professionelle Sport zum Großteil wieder ausgeübt werden konnte im Laufe der Pandemie, waren die Amateure immer auf die Richtlinien der Politik angewiesen. Wir blicken in einem Vierteiler zwischen den Jahren chronologisch auf das Sportgeschehen im Kalenderjahr 2020 zurück.

Harz Falken siegen zum Auftakt

Den Auftakt in das Sportjahr 2020 machten traditionell die Harzer Falken. Der damalige Tabellenführer der Regionalliga Nord empfing bereits am 4. Januar den amtierenden Meister vom ECW Sande. Die Jadehaie entschieden das Spitzenspiel vor großer Kulisse im Braunlager Wurmbergstadion mit 5:2 für sich. „Wir haben es nicht geschafft das umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben“, ärgerte sich Falken-Trainer Jan Bönning über die Niederlage zum Beginn des neuen Jahres. Anschließend stabilisierte sich seine Mannschaft aber wieder und verteidigte die Tabellenspitze.

In den kommenden Tagen rollte und flog auch der Ball wieder. Während die A-Jugend TuSpo Petershütte beim Sparkasse & VGH-Cup, Europas größtem U19-Hallenfußball-Turnier, in einer schweren Gruppe in der Vorrunde ausschied, schafften mit dem JFV Rhume-Oder und dem SV Rotenberg zwei regionale Mannschaften den Sprung in die Zwischenrunde in der Göttinger Lokhalle. Beim Finaltag am Sonntag, dem 12. Januar, war aber Endstation für beide Clubs. Der FC Eintracht Northeim sicherte sich in der regionalen Gruppe das Ticket für das Viertelfinale, der FSV Mainz 05 gewann am Ende den Cup. „Das wir beim Finaltag noch dabei waren, ist ein großer Erfolg für uns. Wir haben ein super Turnier gespielt und uns sehr gut präsentiert“, so SVR-Trainer Pascal Bigalke nach dem Turnier. Auch Jannik Strüber vom JFV Rhume-Oder war stolz auf seine Mannschaft. „Die Jungs haben mehr erreicht als sie selbst gedacht haben. In der Zwischenrunde war sogar etwas mehr drin“, verwies der Coach auf die knappe 0:1-Niederlage gegen Northeim.

Kurze Winterpause für die Volleyballer und die Handballer

Am 11. Januar starteten der 1. VC Pöhlde und die HSG Oha nach kurzen Winterpausen auch wieder in den Spielbetrieb. Die Verbandsliga-Handballer der HSG durfte gegen die TG Münden einen 30:28-Heimsieg feiern, der VCP musste sich beim VfL Grasdorf in der Volleyball-Verbandsliga mit 0:3 geschlagen geben.

Nur wenige Tage später brach Jubel bei den Sportschützen des SB Freiheit aus. Mit zwei 5:0-Siegen gegen die SG 1920 Mengshausen und den SV Petersberg lösten die Freiheiter erneut das Ticket zum Bundesliga-Finale. Das Team hat sich nach einer rasanten Aufholjagd mit 14:8 Punkten knapp den vierten Platz sichern können. Auch die Harzer Falken hatten allen Grund zum Jubeln, sie sicherten sich mit zwei Siegen zum Abschluss den Vorrundentitel in der Eishockey-Regionalliga Nord.

Freiheiter Sportschützen sichern sich die Bronzemedaille

Eine Woche später, am ersten Februarwochenende, stand für den SB Freiheit das Finale in Rotenburg an der Fulda an. Im Viertelfinale besiegte man im Stechen überraschend den eigentlich übermächtigen SV Pfeil Vöhringen, im Halbfinale gegen ST Hubertus Elsen war dann Endstation für die Freiheiter Sportschützen. Im kleinen Finale sicherte man sich jedoch die umjubelte Bronzemedaille mit einem 4:1-Sieg gegen Eichenlaub Saltendorf. Es ist die vierte Medaille für die Altkreisstädter in den letzten fünf Jahren.

Sieben Tage später hatte das Sportjahr 2020 die erste Kuriosität in petto: Die Spiele der HSG Oha und der EC Harzer Falken wurden aufgrund des Sturmtiefs Sabine abgesagt. Beide Mannschaften standen aber tabellarisch gut dar. Die HSG rangierte im oberen Mittelfeld der Handball-Verbandsliga, die Harzer Falken an der Spitze der Tabelle in der Meisterrunde der Regionalliga Nord. Auch in den kommenden Wochen können beide Mannschaften ihre Positionen verteidigen.

Coronavirus bremst alles aus

An anderer Position in der Tabelle kämpfte der 1. VC Pöhlde. Die Oderdörfler hatten am 29. Februar ein sehr wichtiges Auswärtsspiel beim Team Schaumburg vor der Brust. Im Abstiegskampf behielt die Mannschaft von Jonas Böttcher aber die Nerven, gewann mit 3:1 und hatte für die Heimspiele zwei Wochen später alles in der eigenen Hand.

Zu diesen Spielen kam es aber nicht mehr. Das Coronavirus bremste das öffentliche Leben auf sämtlichen Ebenen aus. Die Handballer der HSG Oha und auch die Harzer Falken hatten am Wochenende des 8. März ihre letzten Spiele der laufenden Saison. Ziemlich schnell war klar, dass es keine Fortsetzung der laufenden Spielzeit mehr geben wird.

Saison wird vorzeitig beendet

Am 11. März wurde die Eishockey-Saison für beendet erklärt, auch im Handball und Volleyball wurde die Saison beendet. Der 1.VC Pöhlde feierte auf dem Sofa den Klassenerhalt, es wird keine Absteiger beim Nordwestdeutschen Volleyballverband geben. Auch für die Verbandsliga-Volleyballerinnen des VT Südharz endete die Spielzeit so vorzeitig – genauso aber auch mit dem Klassenerhalt.

Ähnlich geht es den Fußballern aus dem Altkreis Osterode, für die die Rückrunde nicht mal begonnen hat. Einzig der VfR Dostluk Osterode konnte noch eine Partie in der Bezirksliga austragen, ansonsten blieb es für die Clubs bei Testspielen. Der TuSpo Petershütte, VfR Dostluk Osterode und der SV Rotenberg profitierten letztlich von einer Saison ohne Absteiger und dürfen auch in der kommenden Saison in der Landes- beziehungsweise Bezirksliga spielen. Die HSG Oha beendete die Saison als Tabellenfünfter, die Halbfinal-Playoffs sind die coronabedingte Endstation der Falken aus Braunlage. Wie es in den kommenden Monaten weitergeht, weiß zu diesem Zeitpunkt niemand...

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