Der Favorit wankt, fällt letztlich aber nicht

München.  Die Basketballer der BG Göttingen scheiden nach der 85:88-Niederlage gegen Alba Berlin im Final-Turnier aus.

Johannes Thiemann (links) von Alba Berlin und Dennis Kramer von der BG  Göttingen im Zweikampf unter dem Korb

Johannes Thiemann (links) von Alba Berlin und Dennis Kramer von der BG Göttingen im Zweikampf unter dem Korb

Foto: Tilo Wiedensohler / dpa

Die BG Göttingen hat das Wunder nicht geschafft. Die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers verlor am Samstagabend auch das Viertelfinale-Rückspiel gegen Alba Berlin 85:88 (31:52) und schied damit aus dem easyCredit BBL Final-Turnier 2020 aus.

Gegen den hohen Favoriten hatten die Veilchen wie schon zwei Tage zuvor im Hinspiel keine Chance. Erneut leisteten sich die Südniedersachsen zu viele Ballverlust, hielten im ersten Viertel aber noch einigermaßen mit. Im weiteren Verlauf wuchs der Rückstand denn immer weiter an, allerdings gaben sich die Göttinger nicht auf und kämpften bis zum Umfallen. Am Ende der Partie hatte die BG sogar noch eine Chance auf den Sieg, doch die Berliner behielten die Nerven und entschieden das Duell für sich.

Bester Veilchen-Werfer war Dominic Lockhart mit 19 Punkten. Für Berlin traf Martin Hermannsson am häufigsten (ebenfalls 19 Zähler).

Die Veilchen starteten mit einem Dreier von Mathis Mönninghoff zum 3:2 in die Partie. Aber ein paar leichte Ballverluste taten den Südniedersachsen weh, da die Hauptstädter diese sofort bestraften und auf 3:13 davonzogen (4.). Bei den Berlinern standen Hermannsson und Landry Nnoko wieder im Kader, dafür setzten Peyton Siva und Tyler Cavanaugh aus.

Nach einer Roijakkers-Auszeit erzielte die BG fünf Punkte in Folge zum 8:13, doch ALBA antwortete sofort mit einem 0:7-Lauf zum 8:20 (7.). Aber die Veilchen ließen sich davon nicht aus der Ruhe bringen – Terry Allen und Lockhart brachten ihr Team durch jeweils einen Dreier auf 14:20 heran (9.). Weil Luke Sikma und Johannes Thiemann zum Viertelende die Hände an der Freiwurflinie zitterten blieb es beim Sechs-Punkte-Rückstand (16:22).

Im zweiten Abschnitt versuchten die Göttinger, die Partie weiterhin eng zu gestalten. Allerdings verhinderten dies erneut die Ballverluste. Dennis Kramer traf in der 13. Minute zum 21:29, doch dann ließen die Berliner einen 2:11-Lauf folgen, den Markus Eriksson zum 23:40 abschloss (17.).

Bei den Roijakkers-Jungs fielen die freien Würfe nicht, auch an der Freiwurflinie waren sie nicht mehr so sicher. So wuchs der Rückstand immer weiter an. Erneut war es Eriksson, der einen Berliner Lauf per Dreier zum 27:50 beendete. Zur Halbzeitpause brachte Marvin Omuvwie die BG auf 31:52 heran.

Den Start in die zweite Hälfte verschliefen die Veilchen. Lockhart erlöst sein Team nach fast zwei Minuten durch einen Dreier zum 34:58 (22.). Das schien bei den Göttingern der Startschuss zu einer Aufholjagd gewesen zu sein. Lockhart schloss einen 11:0-Lauf zum 42:58 ab und zwang Alba-Headcoach Aito Garcia Reneses zu einer Auszeit (25.). Die Veilchen spielten mit den Berlinern nun auf Augenhöhe. Jito Kok und Bennet Hundt antworteten auf einen kleinen ALBA-Lauf mit Punkten zum 53:68 (29.). Vor dem Schlussabschnitt lag die BG 16 Punkte zurück (57:73).

Ins letzte Viertel starteten die Veilchen mit je einem Dreier von Hundt und Mihajlo Andric zum 63:73 (32.). Zwar ließen die Berliner erneut einen kleinen Lauf folgen, und Dennis Kramer kassierte sein fünftes Foul, aber die Göttinger warfen jetzt noch einmal alles in die Waagschale.

BG spielt wie im Rausch

Alba zog wieder etwas davon, aber die BG spielte sich dann in einen Rausch. Omuvwie schloss einen 9:0-Lauf zum 74:80, was eine erneute Reneses-Auszeit nach sich zog (37.).

Die Berliner wackelten nun, allein Hermannsson war es zu verdanken, dass die Veilchen nicht in Führung gingen. Hundt brachte sein Team durch ein Drei-Punkte-Spiel (Korberfolg plus Freiwurf) auf einen Zähler heran (83:84/39.). Die Göttinger gaben noch einmal alles, um die Partie zu gewinnen, aber ihre Würfe fanden nicht ihr Ziel.

„Berlin hat verdient gewonnen. Meine Mannschaft verdient auch ein großes Kompliment. Wir haben die Saison und das Final-Turnier mit Stil abgeschlossen. In der ersten Halbzeit hatten wir wieder zu viele Ballverluste – wir wussten, dass dies ein Schlüssel ist, um im Spiel zu bleiben. In der ersten Halbzeit hatten wir zehn Ballverluste, in der zweiten nur noch vier. Dann sieht man gleich, dass wir eine Chance haben mitzuspielen, und am Ende hatten wir sogar noch die Möglichkeit, das Spiel auszugleichen“, bilanziert BG-Coach Johann Roijakkers.

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