Merlin Mißling hat sich bei den HSG-Herren schnell etabliert

Schwiegershausen.  Der Youngster mauserte sich in seiner ersten Saison im Seniorenbereich zu einer echten Alternative im Rückraum der Verbandsliga-Mannschaft.

Merlin Mißling hat sich in seiner ersten Seniorensaison schnell im Kader der HSG oha etabliert.

Merlin Mißling hat sich in seiner ersten Seniorensaison schnell im Kader der HSG oha etabliert.

Foto: Robert Koch / HK

Es war eine aufregende erste Herrensaison für den 19-Jährigen Handballer Merlin Mißling aus Schwiegershausen. Der Rückraumspieler hatte Höhen und Tiefen in der ersten Mannschaft der HSG oha und spielte eine wichtige Rolle bei den zweiten Herren auf dem Weg zur Vizemeisterschaft in der Regionsoberliga.

Im März wurde die Spielzeit abgebrochen – bitter für Mißling, der immer besser in Fahrt gekommen war vor der Coronakrise. Durch die Lockerungen des Bundes und des Landes Niedersachsen ist es den Handballern aber endlich wieder erlaubt, ein bisschen zu trainieren, sehr zur Freude der Spieler. „Natürlich freue ich mich darauf, dass wir jetzt zumindest ein mal die Woche trainieren, es ist immer witzig mit dieser Mannschaft“, so Mißling. Während des Trainingsverbots hielt er sich fit, indem er ab und zu Laufen ging oder ein paar Kraftausdauerübungen machte. Ähnlich stellte sich auch das erste Training dar, Trainer Jens Wilfer beschäftigte seine Mannschaft mit Stabilisationsübungen und der Aufrechterhaltung der Grundlagenausdauer.

Fast immer im oha-Trikot

Das ganze spielte sich in Schwiegershausen ab, wo Mißling seine Kindheit und Jugend verbrachte. Ebenso verbrachte er sein gesamtes sportliches Leben bei der HSG oha – bis auf eine kurze Phase. In der C-Jugend wechselte er für ein Jahr zur HSG Rhumetal, weil die sportliche Perspektive dort besser war. Der Auszubildende der Piller Group GmbH spielte bereits in der D-Jugend im Stützpunkt und wollte in der C-Jugend Landesliga spielen. Das war bei den Harzern nicht möglich, somit war der Wechsel zum Lokalrivalen folgerichtig. Bereits nach ein Jahr ging es aber wieder zurück zu den Wurzeln. „Es war von Beginn an der Plan, maximal zwei Jahre in Katlenburg zu spielen“, erklärt Mißling.

In den folgenden Jugendjahren spielte er auch bei den Harzern immer auf Landesliganiveau, in dieser Saison stand der Übergang in den Herrenbereich an. Mit einem Doppelspielrecht ausgerüstet, war für den Youngster die Woche und vor allem das Wochenende vollgepackt mit Handball. Doch das war gar nicht so schlecht, denn im zunächst breit besetzten Rückraum der ersten Herren musste Mißling oft zusehen und kam meist nur als Rollenspieler zum Einsatz. „Das war am Anfang natürlich schwierig für mich zu akzeptieren. Ich habe in der Jugend so gut wie immer gespielt. Im Laufe der Zeit konnte ich mich aber besser damit abfinden.“

Trainer Jens Wilfer bestätigt ihn: „Das Doppelspielrecht kam ihm entgegen.“ Denn auch für Wilfer wurde der Ehrgeizling immer wichtiger, die Verletzungssorgen im Rückraum wuchsen und Mißling entwickelte sich stetig weiter. „Das Training hat mich natürlich abgehärtet und mir weitergeholfen, da machen Spieler wie zum Beispiel Ivo keine halben Sachen“, lacht Mißling, wenn er an die Duelle mit Kreisläufer Ivo Waldmann denkt.

Starke Entwicklung

„Er wurde zu einer echten Alternative, vor allem in der Abwehr war die Entwicklung sehr gut, darauf lässt sich in der kommenden Saison aufbauen“, freut sich Wilfer. So ist es kein Wunder, dass Mißling auf die Frage, welches sein Lieblingsspiel in der vergangenen Saison war, antwortet: „Das Heimspiel gegen Fallersleben, als ich gegen Kris Behrens gespielt habe.“ Den Spielmacher der Wolfsburger schaltete das HSG-Leichtgewicht mit scheinbarer Leichtigkeit aus. Auch für die zweite Mannschaft hat er ein Lieblingsspiel parat: „Als wir mit sehr wenigen Rückraumspielern nach Duderstadt gereist sind und trotzdem gewonnen haben.“ Der Piller-Azubi, der seinen Abschluss zum Elektroniker für Geräte und Systeme anstrebt, erzielte satte 14 Tore.

Eine ähnliche Offensivwucht konnte er in der Verbandsliga noch nicht unter Beweis stellen. In der Regionsoberliga konnte der Rückraumspieler die fehlende Physis durch Agilität und Schnelligkeit oft wettmachen, die Verbandsliga lässt das nicht mehr zu. „Merlin ist sehr fleißig und zuverlässig im Training und hat seine Vorzüge in der Schnelligkeit. Dafür muss er körperlich aber noch zulegen und im Entscheidungsverhalten noch geduldiger werden. Wann sollte er werfen, wann lieber passen? Aber das ist ein ganz normaler Prozess“, hebt Wilfer die Stärken und Schwächen heraus.

Daran kann der Coach mit seinem Youngster in der kommenden Spielzeit hoffentlich ganz in Ruhe arbeiten. „Ich denke, in der kommenden Saison wird es mir zu viel, neben der Arbeit in zwei Teams zu spielen, vor allem wenn die Zweite in der Landesliga spielt“, wagt Mißling einen Blick auf seine zweite Saison im Herrenbereich.

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