„Das ist natürlich ein Traum“

Bad Harzburg  Schiedsrichterin Riem Hussein von der TSG Bad Harzburg ist für die Fußball-WM der Frauen in Frankreich nominiert worden.

Auf Riem Hussein, hier bei der U 17-WM in Uruguay mit Maskottchen Capi, wartet 2019 die bisher größte sportliche Herausforderung

Auf Riem Hussein, hier bei der U 17-WM in Uruguay mit Maskottchen Capi, wartet 2019 die bisher größte sportliche Herausforderung

Foto: Privat

Die Nachricht erreichte Riem Hussein am Montag auf dem Flughafen in Zürich. Aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr die Schiedsrichterin der TSG Bad Harzburg, dass sie für die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2019 in Frankreich nominiert worden war. Wenig später tauchte dann auch die offizielle Bestätigung der FIFA in ihrem E-Mail-Postfach auf. „Das ist natürlich ein Traum“, sagt die 38-Jährige, „es ist das sportlich Beste, was ich bisher erleben darf.“

Für sie sei die Nominierung überraschend gekommen, da mit Bundesliga-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus (Langenhagen) schon eine Unparteiische gesetzt schien. Aber die Leistungen von Riem Hussein waren augenscheinlich so gut, dass der Fußball-Weltverband erstmals eine zweite Schiedsrichterin aus Deutschland für eine WM auswählte.

Vom 7. Juni bis 7. Juli ist sie nun in Frankreich dabei. Im Züricher Flughafen hielt sich die Apothekerin auf, weil sie gerade auf dem langen Rückflug von der WM der U17-Juniorinnen in Uruguay war. Rund einen Monat war sie in dem südamerikanischen Land und wurde dort in drei Begegnungen eingesetzt, darunter auch im Spiel um Platz drei.

Das Turnier galt als letzter Test für eine WM-Nominierung. „Für mich und anscheinend auch für die FIFA sind alle Einsätze sehr zufriedenstellend gelaufen“, sagt Riem Hussein. Sie habe auch wieder viele Eindrücke von Land und Leuten sammeln können und neue Schiedsrichter-Kolleginnen kennengelernt, ähnlich wie bei der U20-WM vor zwei Jahren in Papua-Neuguinea.

Jetzt aber zählt nur noch die WM der Frauen: Bereits in der kommenden Woche steigt ein erster Vorbereitungslehrgang in Abu Dhabi, weitere folgen im kommenden Jahr an der portugiesischen Algarve und in Katar.

Ende Mai werden die insgesamt 27 Schiedsrichterinnen dann in Frankreich zusammengezogen. „Bis dahin werde ich noch mal richtig Gas geben“, sagt Riem Hussein. Ihr Fitness-Programm lasse zwar keine größere Steigerung mehr zu, dafür hofft die Bad Harzburgerin noch auf möglichst viele Einsätze auch in der 3. Liga der Männer, nachdem sie in Deutschland durch den Einsatz in Uruguay längere Zeit außen vor war.

Der Alltag hat das Energiebündel schnell wieder: Am Dienstag befand sich Riem Hussein trotz Jetlag schon wieder an ihrem Arbeitsplatz, am Abend ging es nach Bremen. Dort hatte sie gestern wieder ein Spiel geleitet, Frauen-Bundesliga, Werder gegen den SC Freiburg.

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