Eintracht will in Würzburg wieder mutiger nach vorne spielen

Braunschweig.  Vielleicht können die Löwen gegen die Kickers auf einen neuen Spieler setzen. Sie stehen kurz vor einer Verpflichtung von Oumar Diakhite.

Gegen Düsseldorf hatte Nick Proschwitz (links) einen schweren Stand. In Würzburg will die Eintracht wieder mehr offensive Akzente setzen.

Gegen Düsseldorf hatte Nick Proschwitz (links) einen schweren Stand. In Würzburg will die Eintracht wieder mehr offensive Akzente setzen.

Foto: Simka/regios24

Gegen das Team der Stunde aus Düsseldorf konnte Eintracht Braunschweig am Montagabend mit einem 0:0 zufrieden sein. Am Freitag steht der Fußball-Zweitligist aber vor einer ganz anderen Herausforderung. Bei Mit-Aufsteiger Würzburger Kickers befinden sich die Löwen vielleicht zum ersten Mal in dieser Saison nicht in der Außenseiter-Rolle, und damit liegt die Messlatte gleich ein wenig höher als sonst. Eine Niederlage gegen den direkten Konkurrenten würde der Stimmung bei den Löwen doch einen erheblichen Dämpfer verpassen. Auf der anderen Seite bietet die Konstellation auch die Möglichkeit, sich entscheidend von den Würzburgern abzusetzen.

Löwen kennen sich mit Drucksituationen aus

Da Braunschweigs Trainer Daniel Meyer eher jemand ist, der positiv denkt, sieht er vor der Partie am Freitag (18.30 Uhr, Sky) beim Tabellenschlusslicht mehr die Chancen. „Wir fahren mit Überzeugung und Selbstbewusstsein nach Würzburg. Wir haben die große Chance, unsere Ausgangssituation zu verbessern.“ Er glaubt nicht, dass seine Spieler vom Gefühl, Gewinnen zu müssen, gehemmt sein könnten. „Drucksituationen hatten wir in dieser Saison schon einige“, sagt der Coach und erinnert dabei besonders an das Kellerduell mit dem FC St. Pauli, das die Löwen vor ein paar Wochen für sich entscheiden konnten.

Balance zwischen Defensive und Offensive finden

In einem Punkt soll sich Eintrachts Spiel in Würzburg aber deutlich vom Auftritt gegen Düsseldorf unterscheiden. Gegen die Fortuna hatten sich die Blau-Gelben stark auf die Defensive konzentriert – mit Erfolg. Erstmals seit dem zweiten Spieltag gegen Kiel stand hinten die Null. Diese Fokussierung ging aber zu Lasten der Offensive. Die beiden Stürmer Nick Proschwitz und Suleiman Abdullahi kamen kaum zur Entfaltung. Das soll nun wieder anders werden. „Es geht für uns darum, die Balance zu finden. Wir wollen mit mehr Mut nach vorne spielen und mehr Durchschlagskraft entwickeln, ohne die defensive Stabilität zu gefährden“, erklärt Meyer.

Danilo Wiebe fehlt weiterhin

Einer, der diese beiden Anforderungen besonders miteinander verbinden muss, ist Fabio Kaufmann. Der 28-Jährige, der in der vergangenen Saison mit Würzburg den Zweitliga-Aufstieg schaffte, wird wohl wieder die rechte Seite beackern, da Danilo Wiebe (Leistenprobleme) weiter fehlt . Gegen Düsseldorf war er viel in der Abwehrarbeit gebunden. Seine Stärken hat Kaufmann (4 Saisontore) eigentlich aber eher in der Offensive.

„Wir dürfen jetzt natürlich nicht Harakiri spielen“, gibt er zu Bedenken. Speziell er habe sich gegen Düsseldorf erstmal Sicherheit über eine gute Defensivarbeit holen wollen, da er doch zum ersten Mal in dieser Saison auf dieser Position eingesetzt wurde. „Ich denke aber, dass wir gegen Würzburg wieder etwas mehr Ballbesitz haben werden. Da ist es dann für mich auch einfacher, mit in die Offensive einzuschalten“, meint er.

Diakhite soll die Abwehr verstärken

Trotzdem hat auch Kaufmann sich vorgenommen, die neugewonnene Defensivstabilität nicht zu schnell wieder aufzugeben. Dazu passt, dass es durchaus möglich ist, dass die Braunschweiger Abwehr bis zum Anpfiff in Würzburg noch eine Aufwertung von außen erfährt. Die Eintracht ist kurz davor, Oumar Diakhite zu verpflichten. Bei Redaktionsschluss unserer Zeitung war der Transfer zwar noch nicht zu 100 Prozent perfekt, doch viel fehlte nicht mehr. Der Innenverteidiger aus dem Senegal hatte in der vergangenen Woche ein Probetraining bei den Blau-Gelben absolviert und die Verantwortlichen nachhaltig überzeugt. „Er ist ein sehr athletischer Spieler und besitzt eine große Robustheit“, sagt Sport-Geschäftsführer Peter Vollmann.

Viele Formalitäten waren zu klären

Dass er bisher noch keinen Vollzug melden konnte, liegt auch am Ex-Klub des Abwehrspielers. Mit Desportivo Aves hatte Diakhite im vergangenen Jahr noch in der ersten portugiesischen Liga gespielt. Nach dem sportlichen Abstieg musste der Verein aber Insolvenz anmelden. Seitdem ist Diakhite zwar offiziell vereinslos, doch es war unsicher, ob der 27-Jährige eine Spielberechtigung für andere Klubs erhalten könnte. Die Eintracht schaltete daher einen internationalen Anwalt ein. Der ganze Prozess kostet die Löwen angeblich mehrere tausend Euro.

Erstliga-Erfahrung in Portugal

Dafür bekommen die Blau-Gelben nun relativ günstig einen Spieler mit Erstliga-Erfahrung. „Die portugiesische Liga ist zwar nicht die Bundesliga, aber da wird auch ganz guter Fußball gespielt“, sagt Vollmann. 69-mal lief Diakhite im portugiesischen Oberhaus auf und war in der Rückrunde der vergangenen Saison Stammspieler bei Desportivo Aves.

Am Mittwoch kehrte der Innenverteidiger nach Braunschweig zurück, nachdem er sich zuletzt wegen einiger Formalitäten in Portugal aufgehalten hatte. Das Okay für eine Spielberechtigung für den Abwehrspieler soll nach Informationen unserer Zeitung inzwischen auch bei der Eintracht eingetroffen sein. Einer Vertragsunterschrift sollte daher nichts mehr im Wege stehen, und Diakhite könnte bereits am Freitag sein Debüt im Eintracht-Trikot feiern.

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