Eintracht Braunschweig: Meyer blickt kritisch auf Laufleistung

Braunschweig.  Aufsteiger Eintracht Braunschweig hat im Zweitligavergleich die drittwenigsten Kilometer abgespult. Die Gründe wurden nun aufgearbeitet.

Yassin Ben Balla (rechts, im Duell mit Hannovers Mike Frantz) ist Eintracht Braunschweigs fleißigster Läufer.

Yassin Ben Balla (rechts, im Duell mit Hannovers Mike Frantz) ist Eintracht Braunschweigs fleißigster Läufer.

Foto: Darius Simka / regios24

Es gehört zum Selbstverständnis der Fans von Eintracht Braunschweig, dass ihre Mannschaft zumindest rennt und kämpft, was das Zeug hält, wenn es spielerisch mal nicht läuft. Insofern war der Blick auf die Laufleistung des Fußball-Zweitligaaufsteigers nach drei Spielen für den ein oder anderen unbefriedigend.

320,57 Kilometer liefen alle Spieler der Löwen in den Partien gegen Heidenheim (0:2), Kiel (0:0) und Hannover (1:4) zusammengerechnet. Weniger Strecke machten nur der Hamburger SV und Erzgebirge Aue – zwei Teams, die aufgrund des corona-bedingten Ausfalls ihres Duells ein Spiel weniger absolviert haben.

Eintracht Braunschweig – nur Aue und der HSV liefen weniger

Die im Ligavergleich abfallenden Werte waren auch Thema bei der Eintracht, sind für Trainer Daniel Meyer jedoch noch kein Grund zur Sorge. Er mahnt dazu an, das Thema differenziert zu betrachten. Im zweiten Teil der Leistungsdiagnostik, die die Löwen in der spielfreien Zeit absolvierten, seien keine Auffälligkeiten aufgetreten. „Wir haben kein Problem, was den athletischen Zustand der Mannschaft betrifft“, erklärte der 41-Jährige, in dessen Team Mittelfeldspieler Yassin Ben Balle bislang die meisten Kilometer abgespult hat (31,03).

Gegen Heidenheim war Meyers Truppe zwar läuferisch in vielen Belangen unterlegen, aber die Elf von Frank Schmidt führt die Statistik mit großem Abstand an (368,35). Zudem seien die Braunschweiger gegen den 1. FCH spielbestimmend gewesen. „Da muss man sich gegen Heidenheim nicht schämen, die laufen immer mehr“, relativierte Meyer. Gegen Kiel sei seine Mannschaft hingegen mehr gelaufen als der Gegner. „Wir sind die einzige Mannschaft, die bisher gegen Kiel gepunktet hat“, hob der Trainer hervor. „Und in Hannover waren wir hintendran, aber alle Spieler komplett in der Norm.“ Dennoch hat Meyer Defizite erkannt. „Wir wollen den Gegenbeweis antreten“, erklärt der ehemalige Aue-Coach vor dem Spiel gegen den VfL Bochum am Samstag (13 Uhr).

Eintracht Braunschweig verspricht, den Gegenbeweis anzutreten

Die ersten Rückschlüsse wurden in der Länderspielpause gezogen. Ergebnis aus den drei Ligapartien – und insbesondere aus der Derby-Niederlage gegen 96. „Wir haben gesehen, dass wir Probleme auf den Positionen in Dreierkette und den Außenpositionen haben. Wir haben zu wenige Wege gemacht. Das hatte damit zu tun, dass wir sehr beeindruckt waren, wenig mutige Offensivaktion gehabt, oft zurückgespielt haben und selten den Ball haben wollten“, analysierte Meyer. Erklärbar wird dies durch die verhältnismäßig vielen personellen Wechsel auf diesen Positionen. Danilo Wiebe musste für Benjamin Kessel auf rechts weichen, als Meyer gegen Kiel von der Dreierkette abwich. Niko Kijewski verletzte sich schwer, was gegen Hannover zu tiefgreifenden Änderungen auf der linken Seite führte. Doch nun soll alles besser werden. „Es gibt klare Vorgaben“, sagt Meyer. „Wir ignorieren das nicht und haben gesehen, in welchen Situationen und auf welchen Positionen uns da was fehlt. Wir haben die Jungs sensibilisiert.“ Auf Dauer soll es nicht bei diesen Werten bleiben.

Der kommende Gegner Bochum ist mit 341,89 abgespulten Kilometer übrigens im Mittelfeld dieser Wertung verortet. Dort will die Eintracht gerne hin – was die Laufleistung, aber auch den Tabellenstand betrifft.

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