Terror

Brutale Messerattacke: Trauer und Entsetzen in Spanien

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Brokstedt nach tödlicher Messerattacke im Zug: "Es ist furchtbar"

Brokstedt nach tödlicher Messerattacke im Zug- Es ist furchtbar

In Brokstedt in Schleswig-Holstein konnten am Mittwoch Zeugen und die Polizei einen Mann in einem Zug überwältigen, der zuvor wahllose auf Passagiere eingestochen hatte. Die Einwohner sind entsetzt über die Bluttat mit zwei Toten und mehreren Verletzten.

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Madrid.  Mit einem Buschmesser hat ein mutmaßlicher Terrorist in Spanien einen Geistlichen getötet. Am Tag nach der Tat sitzt der Schock tief.

Kerzenlichter und Blumensträuße markieren am Tag danach den Ort, an dem der 65-jährige katholische Kirchendiener im historischen Zentrum der südspanischen Stadt Algeciras starb. Tödlich verletzt von mehreren Hieben mit einem langen Buschmesser.

Passanten verharren am Tatort. Einige beten, andere weinen – der Küster der Kirche „Nuestra Señora de la Palma“ war beliebt in der Gemeinde. Der Kirchenmann hatte versucht, sein Gotteshaus gegen einen Angreifer zu verteidigen, der am Mittwochabend nach dem Ende der Messe mit einer Machete in die Kirche eingedrungen war.

Spanien: Brutale Attacke auf Kirchendiener

„Tod allen Christen“ und „Allah ist groß“, soll er nach Zeugenangaben gerufen haben. Gegen 19.30 Uhr hatte er die Kirchentür aufgestoßen und damit begonnen, Kirchenbilder zu beschädigen und Kerzenleuchter auf den Boden zu werfen.

Der Küster, der gerade den Altar aufräumte, versuchte, den Mann zu beruhigen und bat ihn, die Kirche zu verlassen. In dem Moment traf ihn der erste Hieb mit dem Buschmesser. Der verletzte Kirchendiener konnte noch aus dem Gotteshaus fliehen, doch draußen auf dem Vorplatz holt ihn der Attentäter ein und schlug erneut mit seiner Waffe zu. Sein Opfer starb wenig später.

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Angreifer wurde festgenommen

Nur Minuten zuvor war der Angreifer in der Nachbarkirche, der „Iglesia de San Isidro“, auf den dortigen Pfarrer losgegangen und hatte ihn mit dem Buschmesser am Hals verletzt. Der 74 Jahre alte Geistliche überlebte mit schweren Schnittverletzungen, schwebt aber nicht mehr in Lebensgefahr. Auf dem Weg zwischen den beiden Kirchen, die rund 500 Meter auseinanderliegen, griff der Attentäter noch zwei Passanten an, verletzte sie aber nur leicht.

Wenige Minuten nach der Angriffsserie gelang es der Polizei, den Mann in der Nähe des Tatortes zu stellen. „Er sank auf die Knie und ließ sich widerstandslos festnehmen“, berichtete ein Beamter. Bei dem Täter handelt es sich Polizeiangaben zufolge um einen 25-jährigen Mann marokkanischer Staatsangehörigkeit.

Täter hatte wohl keine Aufenthaltserlaubnis in Spanien

Der Festgenommene sei bisher nicht als islamistischer Extremist aufgefallen, teilten die Behörden weiter mit. Weitere Aufschlüsse erhofft man sich von Dokumenten und Datenträgern, die bei der Durchsuchung der Wohnung des Mannes in Algeciras gefunden worden waren.

Fest scheint bisher nur zu stehen, dass der 25-jährige keine Aufenthaltserlaubnis hatte und deswegen schon seit Längerem ein Ausweisungsbescheid gegen ihn bestand. Allerdings können Zehntausende von spanischen Ausweisungsverfügungen vor allem mit afrikanischen Ländern nicht umgesetzt werden, weil sich die Herkunftsländer weigern, ihre Staatsangehörigen zurückzunehmen.

Gerichtshof ermittelt wegen des Verdachts eines Terroranschlags

Inzwischen hat der Nationale Gerichtshof in Madrid wegen des Verdachts eines Terroranschlags die Ermittlungen übernommen. Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska, der am Donnerstag nach Algeciras reiste, sagte, die weiteren Untersuchungen würden zeigen, ob es wirklich einen terroristischen Hintergrund der Tat gebe.

Den letzten Terroranschlag registrierte Spanien vor fünfeinhalb Jahren: Im August 2017 war zunächst ein islamistischer Attentäter mit einem Lieferwagen durch eine belebte Fußgängerzone in Barcelona gerast und hatte 16 Menschen getötet. Im Badeort Cambrils ehe sie von der Polizei erschossen wurden. Hinter dieser Anschlagsserie steckte eine islamistische Terrorzelle, deren Mitglieder durchweg marokkanischer Abstammung waren. Das könnte Sie auch interessieren: Messerattacke im Zug: Warum war Ibrahim A. noch im Land?