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Midterms 2022: Wie viele Parteien gibt es in den USA?

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Vier Fakten über das Wahlsystem in den USA

Vier Fakten über das Wahlsystem in den USA

Das Wahlsystem in den USA weist viele Besonderheiten auf. Ein Überblick:

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Washington.  Wenn es um US-Politik geht, ist oft von Republikanern und Demokraten die Rede. Aber gibt es in den USA wirklich nur zwei Parteien?

Die Vereinigten Staaten von Amerika gelten als das mächtigste Land der Welt. Keine andere Nation hat das Weltgeschehen in den vergangenen Jahrhunderten so stark geprägt. Doch wenn es um das politische Geschehen in den USA selbst gibt, scheint es nur zwei relevante Gruppierungen zu geben: die Republikaner und die Demokraten. Aber gibt es in den USA wirklich nur diese beiden Parteien? Und warum sind sie so mächtig? Lesen Sie auch: Demokraten und Republikaner gründen in den USA neue Partei

Parteien in den USA: Warum Demokraten und Republikaner so mächtig sind

Dass in den USA nur zwei große Parteien auf nationaler Ebene politisch relevant sind, liegt vor allem am amerikanischen Wahlsystem. Dabei handelt es sich um das sogenannte Mehrheitswahlrecht: Wer in einem Bundesstaat die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen kann, bekommt alle Stimmen. Da es bei Wahlen in den Bundesstaaten der Regel nur die Demokraten oder die Republikaner auf Platz eins schaffen, gehen alle Stimmen an sie.

In Deutschland gibt es ein anderes Wahlsystem: das Verhältniswahlrecht. Hier kommt es nicht auf den einzelnen Wahlsieger an, sondern auf den Anteil der Bevölkerung, die eine Partei hinter sich vereinen kann. So hat es 2021 etwa die FDP in den Bundestag geschafft, obwohl sie in keinem Wahlkreis stärkste Kraft (Zweitstimmen) war. Weil es in Deutschland zusätzlich aber noch die Erststimme gibt, bei der wiederum das Mehrheitswahlrecht gilt, spricht man vom sogenannten "personalisierten Verhältniswahlrecht". Mehr zum Thema: Deutschland und USA – Die Wahlsysteme im Vergleich

Parteien in den USA: Wen gibt es außer Republikanern und Demokraten noch?

Tatsächlich gibt es aber auch in den USA kleinere Parteien. So schickten bei der Präsidentschaftswahl 2020 neben den Demokraten und den Republikanern noch weitere Parteien Kandidaten ins Rennen:

  • Libertarian Party: Jo Jorgens
  • Green Party: Howie Hawkins
  • Constitution Party: Don Blankenship
  • American Solidarity Party: Brian T. Carroll
  • Prohibition Party: Phil Collins
  • Alliance Party: Roque De La Fuente
  • Unity Party of America: Bill Hammons
  • Progressive Party: Dario Hunter
  • Socialist Workers Party: Alyson Kennedy
  • Party for Socialism and Liberation: Gloria La Riva

Darüber hinaus traten in einigen Bundesstaaten noch Kandidaten von Kleinparteien oder unabhängige Kandidaten an. Beim Wahlergebnis spielten sie jedoch alle keine Rolle: Insgesamt konnten sie nur rund zwei Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Und auch im US-Kongress, der aus Senat und Repräsentantenhaus besteht, sind die kleinen Parteien in der Regel nicht oder nur durch einzelne Mitglieder vertreten. Der letzte US-Präsident, der keiner der beiden großen Parteien angehörte, war Millard Fillmore. Er amtierte von 1850 bis 1853 und gehörte der sogenannten Whig-Partei an.

Auf lokaler und regionaler Ebene feiern die kleinen Parteien aber mitunter durchaus Erfolge. Vor allem der Green Party gelingt es immer wieder, bei Stadt- oder Gemeindewahlen zu überzeugen. Bei der Gouverneurswahl 2002 in Kalifornien gelang es dem grünen Kandidaten Peter Camejo zudem, in San Francisco mehr Stimmen auf sich zu vereinen als der republikanische Kandidat Arnold Schwarzenegger, der am Ende dennoch die Wahl gewann.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.