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Demokraten: Wichtige Infos zur US-Partei auf einen Blick

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US-Präsident: Das ist Joe Biden

US-Präsident: Das ist Joe Biden

Als US-Präsident gilt Joe Biden als der wohl mächtigste Mann der Welt: Privat widerfahren Biden einige tragische Geschehnisse in seiner Familie.

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Washington  Sie hat die jüngere Politik der USA stark geprägt: die Demokratische Partei. Gründung, Wahlerfolge und Ziele – die wichtigen Infos.

Diverse Parteien prägen das politische Geschehen in Deutschland. In den USA ist das anders: Das dort herrschende Mehrheitswahlrecht begünstigt vor allem große Parteien – kleinere Konkurrenten haben dagegen in der Regel das Nachsehen. Über die Jahre hat das dazu geführt, dass in den Vereinigten Staaten von Amerika vor allem zwei Parteien von Bedeutung sind: die Demokraten und die Republikaner.

Dabei ist die Demokratische Partei die ältere der beiden. Sie gilt als liberalere Kraft im Zwei-Parteien-System und hat mit ihrer Programmatik über die Jahre viele Wahlen gewonnen. Doch wofür stehen die Demokraten genau? Was sind ihre Ziele? Und was muss man sonst noch über die Partei wissen? Die wichtigsten Infos.

Die Demokratische Partei: Gründung, Geschichte und erste Erfolge

Gegründet wurde die Demokratische Partei im Jahr 1828 von Andrew Jackson und Martin Van Buren. Sie gilt damit als eine der ältesten politischen Vereinigungen der Welt. In ihrem ersten Präsidentschaftswahlkampf wurde sie ebenfalls 1828 von Jackson vertreten, der schließlich auch zum US-Präsidenten gewählt wurde. Zuvor hatten ihn seine Konkurrenten noch als Esel verspottet – über die Jahre wurde dieser daher zum inoffiziellen Wappentier der Demokraten.

Zur Zerreißprobe für die Partei wurde in der Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs ihre Haltung zur Sklaverei. Während die Demokraten im Süden der USA diese befürworteten, lehnte der Norden sie ab. Es kam zur Spaltung und zum zeitweiligen Bedeutungsverlust der Partei. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts begannen die progressiven Kräfte in der Partei an Einfluss zu gewinnen. Sie stärkten die Demokraten und machte sie zu der neben den Republikanern stärksten Kraft im politischen Amerika.

USA: Diese Präsidenten waren Demokraten

Seit der Zeit von Andrew Jackson haben es insgesamt 16 Männer als Präsidenten an die Spitze der USA geschafft. Dabei betrat die Partei immer wieder Neuland: In den 1960er Jahren war John F. Kennedy der erste katholische Präsident des Landes. 2008 schickten die Demokraten mit Barack Obama erstmals einen Afroamerikaner ins Rennen um die Präsidentschaft. 2016 folgte ihm mit Hillary Clinton die erste Frau als Kandidatin. Im Gegensatz zu Obama verlor sie die Wahl aber. Der nachfolgende Überblick zeigt alle bisherigen Präsidenten, die Mitglied der Demokratischen Partei waren oder sind.

  • Andrew Jackson (1829 bis 1837)
  • Martin Van Buren (1837 bis 1841)
  • James K. Polk (1945 bis 1849)
  • Franklin Pierce (1853 bis 1857)
  • James Buchanan (1857 bis 1861)
  • Andres Johnson (1856 bis 1869)
  • Grover Cleveland (1885 bis 1889 und 1893 bis 1897)
  • Woodrow Wilson (1913 bis 1921)
  • Franklin D. Roosevelt (1933 bis 1945)
  • Harry S. Truman (1945 bis 1953)
  • John F. Kennedy (1961 bis 1963)
  • Lyndon B. Johnson (1963 bis 1969)
  • Jimmy Carter (1977 bis 1981)
  • Bill Clinton (1993 bis 2001)
  • Barack Obama (2009 bis 2017)
  • Joe Biden (seit 2021)

Der aktuelle US-Präsident: Die wichtigsten Infos zum Demokraten Joe Biden

Politische Ziele der Demokraten: Dafür steht die Partei

Zur Zeit ihrer Gründung hatten die Demokraten wenig mit der Partei gemein, die sie heute sind. So unterstützte ihr erster Präsident offen die Sklaverei, bekämpfte die amerikanischen Ureinwohner und galt als einer der ersten Vertreter des Populismus. Fast 200 Jahre später ist von dieser Haltung nicht mehr viel übrig. Lesen Sie auch: Konservative Richter in den USA – Besiegeln sie das Ende der Demokratie?

Die Demokraten gelten heute als liberale und vergleichsweise linke Kraft in den USA. Allerdings muss dabei aber festgehalten werden, dass die Partei aus deutscher Sicht keinesfalls links ist. Auf der Links-Rechts-Skala ist sie vielmehr in der Nähe der deutschen Union einzuordnen.

Inhaltlich setzen sich die Demokraten für einen stärkeren Staat und eine Reglementierung der Wirtschaft ein. Sie vertreten die Interessen von sozial schwächeren Gruppen, stehen für Gleichberechtigung ein und setzen im Vergleich zu den Republikanern mehr auf Umwelt- und Klimaschutz.

Mitglieder und Wähler: Wer unterstützt die Demokraten?

Anhängerinnen und Anhänger der Demokraten finden sich in allen Bevölkerungsgruppen. Besonders stark ist ihr Rückhalt jedoch unter den Afroamerikanern und anderen ethnischen Minderheiten sowie unter Akademikern und im gehobenen Mittelstand. Hohen Zuspruch erhält die Partei vor allem im Nordosten der USA, in den bevölkerungsreichen Staaten an der Pazifikküste und in der Region um die Großen Seen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.