Ukraine-Krieg

Warum Sonnenblumenöl in Supermärkten teurer und knapper wird

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Ukraine: Keine Fortschritte mit Russland beim Thema Waffenruhe

Ukraine: Keine Fortschritte mit Russland beim Thema Waffenruhe

Bei Verhandlungen zwischen dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und seinem ukrainischen Kollegen Dmytro Kuleba in der Türkei hat es offenbar keine Fortschritte hinsichtlich einer Waffenruhe für die Ukraine gegeben.

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Berlin   Bereits vor dem Krieg in der Ukraine ist es zu Lieferengpässen gekommen. Das sind die Gründe für leere Regale und steigende Preise.

  • In Deutschland steigen derzeit die Preise von Lebensmitteln
  • Aktuell wird in Supermärkten etwa Sonnenblumen- oder Rapsöl immer teurer, teils sind die Regale leer
  • Woran das liegt

Wer dieser Tage im Supermarkt Speiseöl kaufen will, merkt, dass die Preise gestiegen sind. Teilweise sind die Regale mit Sonnenblumen- oder Rapsöl sogar leer. Grund dafür sind Ernteausfälle, Lieferengpässe durch Corona und nun auch der Krieg in der Ukraine.

Corona wirkt sich auf Lieferketten beim Sonnenblumenöl aus

Einem Bericht der "Lebensmittel Zeitung" (LZ) zufolge, werden vor allem die günstigeren Produkte in Märkten wie Rewe und Netto knapper. Aldi Süd habe demnach sogar die Abgabe der Eigenmarke auf vier Flaschen pro Kunde oder Kundin begrenzt. Der Konzern wollte sich auf Nachfrage unserer Redaktion nicht weiter dazu äußern, räumt jedoch ein, bei größerer Nachfrage "die Abgabemenge pro Kunde vorübergehend einzuschränken".

Die Gründe für die Knappheit der Speiseöle sind vielfältig. Bereits vor dem Ukraine-Krieg habe es Lieferengpässe gegeben, sagt Maik Heunsch, Pressesprecher des Verbands der Ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID) unserer Redaktion.

Beispielsweise kam es im vergangenen Jahr beim Raps in Kanada zu Ernteausfällen, an vielen Punkten der Lieferkette habe es durch Corona Verzögerungen gegeben. Auch die Produktionskosten seien wegen der Pandemie gestiegen.

Krieg in der Ukraine verschärft Situation

Nun verschlimmere der Krieg von Russlands Regierungschef Wladimir Putin gegen die Ukraine die Lage weiter. Die Ukraine sei, so Maik Heunsch, der größte Rohöl-Lieferant Deutschlands für Sonnenblumenöl. "Noch ist in den Lagern Ware für etwa vier bis sechs Wochen vorhanden", sagt Heunsch. Wie es dann weitergehe, sei unklar. In der Ukraine liegen noch etwa 2,5 Millionen Tonnen Rohöl, die aber durch den Krieg nicht aus dem Land kommen: Lieferwege seien blockiert, Arbeiter würden an die Front zum Kämpfen geschickt.

Ungewiss sei zudem, wie sich die Rapsernte im Herbst entwickle, sollte der Krieg länger andauern. Die Ukraine sei auch für Raps ein wichtiger Markt. "Da stehen viele Fragezeichen für die kommende Zeit", so Heunsch.

Der Verband rechne in den kommenden Wochen und Monaten mit Einschränkungen der Warenströme von Sonnenblumen, Lein und Soja aus der Konfliktregion. Engpässe der einzelnen Rohstoffe seien schwer zu substituieren.

Rapsöl als Alternative zum knapp werdenden Sonnenblumenöl

Verbraucherinnen und Verbrauchern rät Heunsch, in der Küche auf Rapsöl umzuschwenken. Da gäbe es derzeit keine Versorgungsengpässe, sondern nur ein paar Nachwirkungen der Corona-Pandemie in Sachen Logistik. Allerdings dürften auch hier die Preise weiter ansteigen.

Schon jetzt sind enorme Preisanstiege zu beobachten: Während Speiseöl im vergangenen Jahr zum Teil noch für unter einem Euro zu haben war, liegt der niedrigste Preis inzwischen bei etwa 1,80 Euro, berichtet das Verbrauchermagazin "Chip".

Ein Industrievertreter verriet der "LZ" einen weiteren Grund für die steigenden Preise: Im vergangenen Jahr seien demnach zwei große Hersteller in Europa aus der Produktion von abgefülltem Speiseöl ausgestiegen. Hersteller verweisen außerdem auf gestiegene Preise für pflanzlichen Bio-Diesel, der sich auf alle Ölpreise auswirke.

Dieser Artikel ist zuerst auf waz.de erschienen.

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