Bundestagswahl

CDU/CSU: Fakten zur Union – Geschichte, Ausrichtung, Ziele

| Lesedauer: 6 Minuten
Söder schwört CSU auf Unions-Kanzlerkandidat Laschet ein

Söder schwört CSU auf Unions-Kanzlerkandidat Laschet ein

Nach Schuldzuweisungen wegen schlechter Umfragewerte hat CSU-Chef Markus Söder seine Partei im Wahlkampfendspurt auf Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) eingeschworen. Die CSU stehe "zu hundert Prozent" hinter Laschet, sagte Söder auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg.

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Berlin  Seit 16 Jahren regiert in Deutschland die Union aus CDU und CSU. Lesen Sie hier die wichtigsten Fakten rund um die Schwesterparteien.

Auf Bundesebene bilden die CDU und die CSU die Union


  • Das Bündnis war schon bei diversen Bundestagswahlen erfolgreich und stellte vier Bundeskanzler und eine Kanzlerin

  • Alle Infos rund um die Schwesterparteien

  • Keine andere Partei war in Deutschland so häufig an der Regierung beteiligt wie die Union aus CDU und CSU. Auch in der nächsten Legislaturperiode will sie wieder die Regierung anführen: Zur Bundestagswahl 2021 schickt die Union dafür Armin Laschet ins Rennen um die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Laschet musste sich dabei in einem harten Zweikampf gegen CSU-Chef Markus Söder durchsetzen.

    Warum es sich bei CDU und CSU um zwei Parteien handelt, die dennoch einen gemeinsamen Kandidaten stellten und warum die CDU trotz der meisten Abgeordneten nicht Deutschlands größte "Volkspartei" ist, klären wir in unserem Überblick.

    Wer leitet die CDU und wer die CSU?

    NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ist seit Januar 2021 Parteivorsitzender der CDU. Er setze sich auf dem ersten digitalen Parteitag der CDU in einer Wahl gegen seine Konkurrenten Friedrich Merz und Norbert Röttgen durch. Laschet übernahm den Posten von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer.

    Bereits seit mehr als zwei Jahren heißt der Parteivorsitzende der CSU Markus Söder. Der bayerische Ministerpräsident war der alleinige Kandidat für den Posten. Auf einem Sonderparteitag im Januar 2019 wurde er mit 87,4 Prozent der Stimmen der CSU-Delegierten gewählt. Söders Vorgänger als Parteivorsitzender der CSU war der jetzige Innenminister Horst Seehofer.

    Warum sind CDU und CSU getrennt?

    Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Diktatur gründeten sich in verschiedenen deutschen Städten unabhängig voneinander CDU- und CSU-Gruppen. Größere Zentren waren Berlin, Köln und München. Auf einen gemeinsamen Namen einigte man sich 1945 in Bad Godesberg bei einem Reichstreffen. Die Vertreter aus Bayern bestanden schon damals auf Christlich Soziale Union" während der Rest sich auf "Christlich Demokratische Union" einigte.

    Da Deutschland aber noch in verschiedenen Besatzungszonen aufgeteilt war, gestaltete sich ein Zusammenschluss dieser Gruppen zu einer gemeinsamen Bundes-CDU schwierig. Die Landesverbände der CDU der britischen Zone waren die ersten, die sich 1946 zu einem übergreifenden Zonenausschuss zusammenschließen konnten. Konrad Adenauer wurde zum Vorsitzenden gewählt. Er war es auch, der beim Alliierten Kontrollrat im selben Jahr Schritte für die Vereinigung mit der CSU einleitete.

    Am Ende konnten sich die Landesvorsitzenden von CDU und CSU aber nicht auf ein gemeinsames Programm oder Namen einigen. Daher wurde zunächst eine Arbeitsgemeinschaft gegründet. Sie war im Prinzip der Vorgänger der gemeinsamen Bundestagsfraktion aus CDU und CSU, die sich nach der ersten Bundestagswahl 1949 gründete. Erster Bundeskanzler wurde Konrad Adenauer. Allerdings nicht als Vorsitzender einer Bundes-CDU. Die wurde erst nach der Wahl 1950 gegründet. Dies geschah ohne die CSU, da diese auch weiterhin auf ihre Eigenständigkeit pochte. Daher agieren CDU und CSU bis heute auf Bundesebene als Union auf Landesebenen als zwei Schwesterparteien.

    Wo ist die CDU-Zentrale?

    Die Bundesgeschäftsstelle der CDU befindet sich in Berlin und trägt den Namen „Konrad-Adenauer-Haus“. Eingeweiht wurde sie 2000 von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zuvor war die Partei-Zentrale noch in Bonn angesiedelt und war ebenfalls nach Alt-Bundeskanzler Adenauer benannt. Mit dem Regierungsumzug von Bonn nach Berlin in den 90ern, entschloss sich dann auch die CDU ihre Zentrale in die Hauptstadt zu verlegen.

    Wie viele Mitglieder haben CDU und CSU?

    Laut den aktuellsten Erhebungen aus dem Dezember 2019 kommt die CDU auf eine Anzahl von 405.816 Partei-Mitgliedern, die CSU hat 139.130 Mitglieder. Die Partei mit den meisten Mitgliedern in Deutschland und damit die größte der sogenannten "Volksparteien" ist die SPD mit 419.340 Mitgliedern.

    Wie viele Abgeordnete stellt die Union im Bundestag?

    Zusammen stellen CDU und CSU im Bundestag 245 Abgeordnete. Von diesen Abgeordneten haben 230 ein Direktmandat und 15 Abgeordnete ein Überhang- oder Ausgleichsmandat.

    Wie rechts ist die CDU?

    Die CDU hat ihre politische Ausrichtung seit ihrer Entstehung mehrfach verändert oder angepasst. Angela Merkel wird von unzufriedenen Partei-Mitgliedern gerne vorgeworfen, dass sie die Ausrichtung zu weit in die politische Mitte verlegt habe. Einige wünschten sich als Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2021 daher auch den stark konservativ ausgerichteten Friedrich Merz.

    War die CDU also vor Merkel „rechts“ oder bloß konservativ? Hier können Sie nachlesen, warum die Einordnung in diese Kategorien nicht so pauschal getroffen werden kann.

    In welchen Bundesländern regiert die Union?

    Die Union stellt in folgenden Bundesländern den Ministerpräsidenten:

    In den folgenden Bundesländern ist die Union als Koalitionspartner an der Regierung beteiligt:

    Wer ist im CDU-Vorstand 2021?

    Der Bundesvorstand der CDU besteht aus 27 gewählten und 13 beratenden Mitgliedern. Zu den gewählten Mitlgiedern gehören: Christian Baldauf, Thmoas Bareiß, Peter Beuth, Hermann Gröhe, Serap Güler, Elke Hannack, Stefan Heck, Mechthild Heil, Elisabeth Heister-Neumann, Gudrun Heute-Blum, Laura, Hopmann, Anna Kreye, Thomas Kufen, Carsten Linnemann, Mike Mohring, Christoph Ploß, Karin Prien, Lucia, Puttrich, Jan Redmann, Herbert Reul, Ina Scharrenbach, Dagmar Schapinski, Marc Speicher, Marco Wanderwitz, Wiebke Winter, Monia Wüllner, Otto Wulff.

    Zu den beratenden Mitgliedern gehören: Daniel Günther, Christian Haase, Tobias Hans, Carsten Linnemann, Tilman Kuban, Carsten Meyer-Heder, Frank Osterhelweg, Egon Primas, Sven Schulze, Michael Stübgen, Michael Sack, Kai Wegner, Christian Hirte. (jas)

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