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Vierte Impfung mit Biontech & Co. – Erstaunliche Studie

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Nach Biontech und Moderna: Neuer mRNA-Impfstoff verspricht Vorteile

Nach Biontech und Moderna: Neuer mRNA-Impfstoff verspricht Vorteile

Ein neuer mRNA Impfstoff vom US-Hersteller Arcturus Therapeutics verspricht nach einer erfolgreichen klinischen Studie einen überraschenden Vorteil gegenüber den bisher zugelassenen Vakzinen von Moderna oder Biontech/Pfizer.

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Berlin.  Gesundheitsminister Karl Lauterbach wirbt für die vierte Impfung. Was der Booster für den Booster bewirken kann, zeigt eine Studie.

  • Die an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoffe stehen zur Verfügung
  • Doch wie gut schützen die neuen Impfungen von Biontech und Moderna vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus?
  • Eine neue Studie aus den USA kommt zu überraschenden Ergebnissen

Auch wenn die Corona-Regeln weitestgehend gelockert wurden, ist die Pandemie noch nicht vorüber. Noch immer stecken sich täglich mehrere tausend Menschen mit dem Virus an. Schuld daran sind unter anderem die immer ansteckender werdenen Varianten.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach wirbt deshalb dafür, das Coronavirus mit einer Auffrischungsimpfung zu bekämpfen. Er appelliert insbesondere an ältere Menschen ab 65 Jahren, sich ein viertes Mal gegen Corona impfen zu lassen. Denn hier gibt es eine erstaunliche Wirkung. Die Impfung reduziere die Sterblichkeit im Fall einer Corona-Infektion um 90 Prozent, sagte Lauterbach. "Es macht für ältere Menschen einen Riesenunterschied." Das werde zu wenig kommuniziert und der Booster zu wenig genutzt.

Bei seiner Argumentation beruft sich Lauterbach auf eine US-Studie unter älteren Menschen, die die Wirkung einer vierten Impfung aufzeigt.

Vierte Corona-Impfung mit Biontech und Co.: Zahlen aus US-Studie beeindrucken

Für die Studie waren fast 10.000 Pflegeheimbewohner in 19 US-Staaten im Sommer 2022 untersucht worden. Sie erhielten in dieser Phase, in der bereits Omikron-Subvarianten zirkulierten, eine zweite Auffrischungsdosis.

Das beeindruckende Ergebnis:

  • Nach 60 Tagen konnten die Wissenschaftler feststellen, dass die Bewohner mit Auffrischungsimpfung zu 74 Prozent wirksam gegen einen schweren Infektionsverlauf geschützt waren.
  • Ein schwerer Verlauf wurde dabei als eine Erkrankung mit Krankenhausaufenthalt und/oder Todesfolge definiert.
  • Die Sterblichkeit infolge einer Corona-Infektion nahm um 90 Prozent ab im Vergleich zu Menschen, die nur einen Booster erhalten hatten.

Ein zweiter Booster hilft der Studie zufolge also deutlich gegen einen schweren Corona-Verlauf und schützt noch deutlicher vor einem Verlauf, der tödlich endet. "Die Ergebnisse unterstreichen, wie bedeutsam es ist, dass Pflegeheimbewohner die empfohlenen Auffrischungs-Impfdosen erhalten, auch mit neu zugelassenen Impfstoffen, die auf dem neuesten Stand sind", folgern die Wissenschaftler in der US-Studie aus ihren Ergebnissen.

Biontech und Co.: Neue Impfstoffe werden bevorzugt eingesetzt

Bundesgesundheitsminister Lauterbach folgt der Argumentation der Forscher. "US Daten zeigen erneut die Wirkung der 4. Impfung. Im Vergleich zur 3. Impfung sinkt bei Pflegebedürftigen das Sterberisiko noch einmal um 90 Prozent. Die 4. Impfung, gerade auch mit den neuen Impfstoffen, schützt Menschen mit Risiko für die jetzt kommende Welle", twitterte er.

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Die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht sich bei Covid-19-Auffrischimpfungen für den bevorzugten Einsatz der an die Omikron-Varianten angepassten Impfstoffe aus. Anfang September hatte die europäischen Arzneimittelbehörde EMA die ersten dieser Corona-Impfstoffe der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen. Sie richten sich sowohl gegen den Corona-Wildtyp als auch gegen die Omikron-Varianten BA.1 beziehungsweise BA.4 und BA5. Zugelassen sind diese für Menschen ab 12 Jahre.

Zur Viertimpfung wird aktuell nur bestimmten Gruppen geraten: Menschen ab 60 Jahren, Risikopatienten wie Immungeschwächten ab 12 Jahren, Pflegeheimbewohnern und Personal im Gesundheits- und Pflegebereich. Allerdings können sich auf Wunsch auch alle anderen impfen lassen. Es gilt in der Regel ein Abstand von sechs Monaten zur vorherigen Impfung oder Infektion.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.