Pandemie

Corona: Welcher Omikron-Impfstoff schützt besser im Herbst?

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Corona: Omikron angepasste Impfstoffe in der EU zugelassen

Corona- Omikron angepasste Impfstoffe in der EU zugelassen

In der EU können ab jetzt auch auf die Omikron-Variante des Coronavirus angepasste Impfstoffe verwendet werden: Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat die von Moderna und Biontech/Pfizer entwickelten Vakzine zugelassen. Diese sind auf die Omikron-Subvariante BA.1 angepasst.

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Berlin.  Noch ist unklar, welches der zwei neuen Vakzine im Winter besser schützt. Denn: Die Herbstwelle könnte wieder eine BA.2-Welle sein.

Welcher Impfstoff ist jetzt der Beste für den Herbst? Mit der Zulassung des zweiten Omikron-Impfstoffes durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA gibt es demnächst in Deutschland drei relevante Impfstoffe für Auffrischungsimpfungen: den herkömmlichen und die beiden Omikron-Impfstoffe. Das an den Subtyp BA.1 angepasste Vakzin wird bereits ausgeliefert, der an BA.5 angepasste Impfstoff soll in den kommenden Tagen folgen.

Das Problem: Niemand kann derzeit mit Sicherheit sagen, welche Virus-Variante im Herbst und Winter in Deutschland dominant sein wird. Aktuell ist es der Omikron Subtyp BA.5, doch Experten rechnen damit, dass weitere Virusvarianten eine wichtige Rolle spielen könnten. Ein Szenario, das gerade viele durchspielen: Varianten des Subtyps BA.2, der in Deutschland im Frühjahr dominant war, könnten sich ausbreiten. Doch welcher der drei Impfstoffe wäre dann der Wirksamste?

Omikron-Impfstoffe: Stiko bereitet Empfehlung vor

Nach Informationen dieser Redaktion will die Ständige Impfkommission (Stiko) möglicherweise noch in dieser Woche eine aktualisierte Empfehlung zu den neuen Omikron-Impfstoffen geben. Realistisch ist, dass die Experten beide neuen Vakzine (wie bereits den alten, gegen den Virus-Urtyp entwickelten Impfstoff) als Auffrischungsimpfstoffe für Risikopatienten und alle über 60-Jährigen empfehlen. Denkbar ist zudem, dass sie dabei ausdrücklich zu den neuen Omikron-Impfstoffen raten. Eine Position, die allerdings in der Kommission bis zuletzt mangels Bevölkerungsstudien hoch umstritten war.

Doch ist nun der BA.1-Impfstoff oder der BA.5-Impfstoff besser? In der aktuellen Lage könnten viele automatisch zu BA.5 greifen, um den gegenwärtig kursierenden Viren zu begegnen.

Doch was, wenn BA.5 bald Geschichte ist und sich der in Indien bereits verbreitete BA.2.75-Subtyp ausbreitet – oder ein anderer Subtyp von BA.2 – etwa die kürzlich entdeckte Variante BJ.1? Experten wie der österreichische Molekularbiologe Ulrich Elling, halten es auch für denkbar, dass BA.5 und eine neue BA.2-Variante nebeneinander existieren.

Herbstwelle: Warum Lauterbach auf beide Omikron-Impfstoffe setzt

Israel, das in der Pandemie schon oft die Vorreiterrolle gespielt hat, hat sich entschieden, ausschließlich auf die BA.5-Impfstoffe zu setzen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dagegen hat 14 Millionen Dosen des BA.1-Impfstoffs gekauft. "Dieser Impfstoff könnte besser gegen einen BA.2-Subtyp wirken", sagt der Minister.

Auch der Vorsitzende der Deutschen Amtsärzte, Johannes Nießen, hält den BA.1-Impfstoff für eine gute Wahl. Man wisse schließlich nicht, was im Herbst komme. Wenn zum Beispiel die in Indien grassierende Variante BA.2.75. hierzulande stärker wird, wäre wohl der BA.1-Impfstoff wirksamer als das BA.5-Vakzin.

Laut RKI liegt der Anteil der seit Mitte Juni dominierenden Omikron-Sublinie BA.5 aktuell bei 96 Prozent. Die BA.2-Variante macht dagegen im Moment nur einen sehr geringen Anteil der sequenzierten Sublinien aus, der Anteil liegt bei rund einem Prozent. "Wobei BA.2 erstmals seit neun Wochen wieder sehr leicht angestiegen ist", heißt es beim RKI.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.