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Spanien: Warum "Gota Fría" jeden Herbst für Unwetter sorgt

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Richtiges Verhalten im Katastrophenfall

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Madrid.  Jeden Herbst kommt es in Spanien zu Stürmen und Starkregen. Wir erklären, wie "Gota Fría" entsteht und was ihn so gefährlich macht.

Das EU-Land Spanien verbinden viele Menschen in Deutschland vor allem mit Sommer, Sonne und Strand. Doch auch, wenn es in dem Staat auf der Iberischen Halbinsel deutlich wärmer ist als hierzulande: Der ewige Sommer herrscht auch dort nicht. Immer wieder kommt es zu Stürmen und Unwettern. Zu den bekanntesten zählt die sogenannte "Gota Fría", die das Land jeden Herbst heimsuchen.

Dabei handelt es sich um starke, wolkenbruchartige Regenfälle. An der Costa Brava im Norden Spaniens fielen 2007 innerhalb kurzer Zeit über 400 Liter pro Quadratmeter vom Himmel. Laut dem Deutschen Wetterdienst gibt es sogar berichte über 817 Liter Regen pro Quadratmeter, die in Valencia im Jahr 1957 registriert worden sein sollen. Passend zu dem heftigen Regen ist auch der Name des Wetterphänomens: "Gota Fría" bedeutet übersetzt "kalter Tropfen".

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"Gota Fría": So entsteht das Unwetter über Spanien

Doch wie genau kommt es zu dem heftigen Starkregen, der Spanien so regelmäßig heimsucht? Die Erklärung liegt in den großen Temperaturunterschieden, die im Herbst rund um die Iberische Halbinsel herrschen. Während das Mittelmeer noch vom Sommer aufgeheizt ist und viel Wasser in die Atmosphäre abgibt, ziehen vom Atlantik aus bereits kühlere Luftmassen heran. Dann passiert folgendes:

  • Da warme Luft leichter ist als schwere, wird sie dabei nach oben geschoben.
  • Dadurch kühlt die warme Luft schnell ab und kann die gespeicherte Feuchtigkeit, die sie über dem Mittelmeer aufgenommen hat, nicht mehr halten.
  • Als Folge kommt es zu heftigen Regenfällen.

"Gota Fría" gefährlich? Es drohen Gewitter, Stürme und Überflutungen

Doch nicht nur in Spanien, auch in Frankreich und Portugal gibt es das Wetterphänomen. Besonders heftig fallen die Unwetter im September und Oktober aus. Dann können auch heftige Stürme mit dem Regen und den Gewittern einhergehen. Dabei werden nicht selten Bäume entwurzelt. An den Stränden kann es zu meterhohen Wellen kommen.

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Eine große Gefahr geht zudem von den Überschwemmungen aus, die durch "Gota Fría" hervorgerufen werden können. So wurde 1957 die Stadt Valencia überflutet. Nach dem Hochwasser entschied man sich dazu, das Flussbett des Río Turia, der zuvor durch die Stadt geflossen war, umzuleiten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.