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Medicanes am Mittelmeer: Darum drohen jetzt starke Stürme

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Wirbelstürme in Europa: Das ist ein Medicane

Wirbelstürme in Europa: Das ist ein Medicane

Wenn in Europa ein Wirbelsturm wütet, nennt man ihn Medicane. Was das ist und wie er entsteht, erklärt das Video.

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Rom.  Im Sommer haben Hitze und Dürre die Regionen rund um das Mittelmeer geplagt. Nun drohen heftige Stürme. Was Urlauber wissen müssen.

Unzählige Waldbrände tobten in den vergangenen Monaten rund um das Mittelmeer. Selbst jetzt, wo sich der Sommer langsam dem Ende zuneigt und die Temperaturen langsam fallen, sind einige von ihnen noch nicht gelöscht. Die lange Trockenheit und die große Hitze haben viele Gegenden ausgedorrt. Doch statt einer Entspannung könnte der Herbst weitere Probleme bringen: Aktuell drohen am Mittelmeer schwere Stürme.

Meteorologe: Hauptsaison für Unwetter am Mittelmeer beginnt im Herbst

Das berichtet aktuell "WetterOnline". Dem Wetter-Portal zufolge ist das Unwetterpotential in den kommenden Wochen im ganzen Mittelmeerraum hoch. "Im Mittelmeerraum beginnt die Hauptsaison für Unwetter im Herbst", zitiert "WetterOnline" den Meteorologen Björn Goldhausen. "Herbsturlauber sollten das im Hinterkopf haben und die Entwicklung der Wetterlage stets im Auge behalten."

Bereits vor einigen Wochen war eine ungewöhnlich intensive Gewitterfront über das westliche Mittelmeer gezogen und hatte vor allem in Frankreich und Italien für Chaos gesorgt. Nun sei erneut mit solchen Extremen zu rechnen.

Zu warmes Mittelmeer begünstigt schwere Stürme

Der Grund: Nach dem heißen Sommer ist das Mittelmeer noch immer aufgeheizt. Vielerorts hat es Temperaturen von 26 bis 30 Grad und damit bis zu vier Grad mehr als normal. Dadurch verdunstet auch mehr Wasser als in anderen Jahren – und die Luft ist somit energiereicher. Mehr zum Thema: 30 Grad im Mittelmeer – Wird die Quallen-Plage normal?

Wenn nun im Herbst die ersten großen Tiefdruckgebiete mit kälterer Luft über das Mittelmeer ziehen, gibt es große Temperaturunterschiede. Diese können zu heftigen Schauern und Gewittern führen. Im Extremfall sind laut "WetterOnline" diese Gefahren möglich:

  • Sturzfluten: Durch extremen Starkregen bei Gewittern kann es in Einzelfällen zu Sturzfluten kommen. Erst 2021 hatte eine solche auf Mallorca Teile eines Strands ins Meer gerissen.
  • Wirbelstürme: Nicht nur in den großen Ozeanen der Welt, auch im Mittelmeer kann es Wirbelstürme geben. Diese werden als "Medicane" bezeichnet. Sie entstehen vor allem, wenn sich mehrere Gewitter zu einem größeren Komplex zusammenschließen.

Klimawandel sorgt für neue Gefahren am Mittelmeer

Ohnehin wird das südliche Europa im Herbst immer wieder von Stürmen heimgesucht. Ein Beispiel sind die sogenannten "Gotas Frías", die in Spanien regelmäßig für Unwetter sorgen. Durch den Klimawandel und die damit einhergehende höhere Temperatur des Mittelmeers werden diese Wetterphänomene verstärkt und weitere Gefahren kommen hinzu.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.