Konzert

Helene Fischer begeistert bei Mega-Konzert in München

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Vor rund 130.000 Zuschauerinnen und Zuschauern stand Schlager-Queen Helene Fischer in München auf der Bühne.

Vor rund 130.000 Zuschauerinnen und Zuschauern stand Schlager-Queen Helene Fischer in München auf der Bühne.

Foto: Andreas Rentz/Getty Images

München  Schlager-Queen Helene Fischer ist in München vor 130.000 Menschen aufgetreten. Angekündigt wurde sie von einem überraschenden Stargast.

Manche ihrer durchnässten Anhänger hatten schon nicht mehr damit gerechnet, dass Helene Fischer (38) wirklich auftreten würde. München versinkt am Samstagabend in heftigem Dauerregen, das Wasser steht in den Schuhen, die Plastikponchos kleben am Körper. Doch dann kommt kurz die Sonne durch, und plötzlich hängt die Frau des Abends kopfüber an zwei Drahtseilen.

Das blonde Wunderkind des Schlagers trägt ein geschnürtes Fransenkleid zu schwarzen Boots und fordert seine kreischenden Fans mit ihren gezückten Handykameras singend zum Tanzen auf. Die spielerisch wirkende Akrobatikeinlage verlangt Fischer körperlich viel ab. Sie sei „nichts mehr gewohnt“, stellt sie schwer schnaufend fest. Denn Helene Fischer war lange weg.

Nun ist sie wieder da. Und wie: Nach ihrer Babypause hat die 38-Jährige wieder ein Konzert gegeben – vor 130.000 Fans und angesagt ausgerechnet von ihrem Ex-Freund Florian Silbereisen (41). Der dauervergnügte Moderator kam vor ihrer spektakulären Open-Air-Show unverhofft auf die Bühne und kündigte mit klatschnassen Haaren „die einmalige Helene Fischer“ an. Zwischen dem früheren Vorzeigepaar, so lautet die Botschaft dieses Überraschungsauftritts, ist dreieinhalb Jahre nach der verkündeten Trennung wirklich alles gut.

Helene Fischer beendet Baby-Pause mit spektakulärem Konzert in München

Die aus der sibirischen Großstadt Krasnojarsk stammende Russlanddeutsche, die als Kleinkind mit ihren Eltern nach Rheinhessen kam, hat sich viel vorgenommen. Einen Auftritt der Superlative, für den sie eigens ihre ausgedehnte Schaffenspause unterbricht. Fischers einziges Konzert dieses Jahr, das größte ihrer Karriere: Die Bühne auf dem Messegelände ist 150 Meter lang, Dutzende Kameras zeichnen die Darbietung zugunsten einer geplanten DVD-Veröffentlichung auf, Tausende Helfer sind dabei. So glitzernd hat man sie lange nicht gesehen.

Im Januar 2019 hatte sich Fischer aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, und obwohl sie 2021 ihr achtes Studioalbum „Rausch“ herausgebracht hat, ist sie dauerhaft nicht mehr ins Rampenlicht zurückgekehrt. Letztes Jahr stand sie für zwei Konzertfilme vor der Kamera, zuletzt trat sie im Juli bei Silbereisens ARD-Show „Das große Schlagercomeback“ auf, quasi als Aufwärmübung fürs Münchener Megakonzert. Abgesehen von diesen sorgsam ausgewählten Hochglanzauftritten macht sich Fischer rar. Lesen Sie dazu: TV-Comeback von Helene Fischer bei Florian Silbereisen

Helene-Fischer-Konzert: Absage wegen Unwetter befürchtet

Umso seliger jubeln ihr die Fans vor der riesigen Bühne zu. „Ich hab’ gedacht, mein Herz zerspringt in 1000 Teile“, entfährt es Fischer angesichts der Menschenmasse. „Das ist das, was ich so lange vermisst habe.“ Nach den Corona-Lockdowns wolle sie das Leben wieder feiern und ihr Album vorstellen. Das sei für sie mit vielen Emotionen verbunden, auch angesichts ihrer „neuen Situation“. Denn: „Ich bin Mama geworden.“ 2021 brachte sie eine Tochter zur Welt.

Von Beginn an ist klar, dass die ausgebildete Musicaldarstellerin nach dem Konzert erneut abtauchen wird. Ihre Tour mit insgesamt 70 Shows startet erst im nächsten Jahr. In der Schlagerbranche ist die Rede von einem geschickten Werbeschachzug, der einer medialen Übersättigung vorbeugt. So kanalisiert sie das Tamtam um sich auf wenige, perfekt choreographierte Großauftritte.

Helene Fischer: Der strahlende Fixstern der deutschsprachigen Unterhaltungsmusik

Spontan und zufällig geschieht bei der kommerziell erfolgreichsten Sängerin der Nation nichts. „Helene Fischers Erfolg wäre ohne Talent und harte Arbeit nicht denkbar“, sagt der als „Professor Schlager“ bekannt gewordene Musikexperte Ingo Grabowsky. Kritiker werfen ihr vor, ihre Lieder seien austauschbare Massenware, aber das ist in München allen egal. „Ihre Konzerte sind opulente Bühnenshows“, so Grabowsky. „Das darf man nicht unterschätzen.“

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Als dieser Hybrid aus Märchenprinzessin und Madonna nach mehrfachen Outfitwechseln um kurz nach 22 Uhr ihren Überhit „Atemlos durch die Nacht“ anstimmt und das Publikum enthusiastisch mitgrölt, ist klar: Sie ist noch immer der strahlende Fixstern der deutschsprachigen Unterhaltungsmusik. Fischer ist ein Phänomen – und sie will, dass das so bleibt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.