Umweltschutz

Rewe: Supermarkt schafft Prospekte ab – das steckt dahinter

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Fünf interessante Fakten über Rewe

Fünf interessante Fakten über Rewe

Rewe gehört zu den großen Lebensmittelhändlern in Deutschland. Die Geschichte des Unternehmens reicht fast 100 Jahre zurück.

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Köln.  Die Supermarktkette Rewe will 2023 ihre gedruckten Prospekte abschaffen. Angebote soll es aber weiterhin geben. Das sind die Gründe.

  • In Zeiten von Klimawandel und Digitalisierung wirken Prospekte wie aus der Zeit gefallen
  • Einige Händler wie Obi haben sich bereits von der analogen Werbung verabschiedet
  • Nun zieht auch Rewe nach, die Einsparungen dürften immens sein

Obi hat es schon getan, Ikea ebenfalls. Nun folgt Rewe: Die Supermarkt-Kette will 2023 ihre Prospekte abschaffen – zumindest die in gedruckter Form. Damit sei man der erste Lebensmittelhändler in Deutschland, der diesen Schritt geht, heißt es vom Konzern. Zum 1. Juli nächsten Jahres soll Schluss sein, dann werden keine Prospekte mehr verteilt. Lesen Sie auch: Rewe Lieferservice – So können Sie online bestellen

Als Grund für die Entscheidung nennt Rewe den Umwelt- und Klimaschutz. Durch das Aus für die Papier-Prospekte würden pro Jahr mehr als 73.000 Tonnen Papier, 70.000 Tonnen CO2 und 380 Millionen kWh Energie eingespart. Allein die Verminderung des Energie-Bedarfs würde reichen, um den durchschnittlichen jährlichen Stromverbrauch von über 100.000 Privathaushalten zu decken.

Rewe schafft Prospekte ab – und verzichtet auf ein wichtiges Werbemittel

Insgesamt landen hierzulande pro Jahr rund 28 Milliarden Prospekte in den Briefkästen, berichtet der "Westdeutschen Rundfunk". Damit gehören sie zu den wichtigsten Werbemitteln in Deutschland. Für viele Menschen sind sie ein festes Wochenend-Ritual. Laut dem Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) lesen rund 90 Prozent der Menschen in der Bundesrepublik zumindest gelegentlich gedruckte Prospekte. Rund drei Viertel aller Befragten tun das sogar wöchentlich.

Gleichzeitig sind die Kosten, die für die Unternehmen mit den Prospekten einhergehen, in den vergangenen Jahren stark gestiegen. So war Altpapier im September 2021 rund 75 Prozent teurer als noch ein Jahr zuvor. Zudem verteuern die hohen Spritpreise die Logistik. Für Unternehmen gibt es neben dem Umweltschutz also durchaus noch andere Anreize, Alternativen zur Werbung auf Papier zu finden. Lesen Sie auch: Steigende Energiepreise – Was jetzt auf Verbraucher zukommt

Rewe: Angebote wird es in Zukunft auch ohne Prospekte geben

So betont Rewe angesichts der geplanten Abschaffung von gedruckten Prospekten, dass es die wöchentlichen Angebote auch in Zukunft geben werde. Über sie könne man sich ab Juli 2023 und auch schon jetzt online informieren. „Wir denken um und stellen die Angebotskommunikation für die Zukunft neu auf" zitiert das Unternehmen in einer Mitteilung Lionel Souque, den Vorstandsvorsitzenden der REWE-Group.

Nicht auf Prospekte verzichten will dagegen die Discounter-Kette Aldi. "Gerade in der aktuellen Zeit erwarten viele Kunden gezielt die Prospekt-Zustellung, um sich zu informieren, wo sie die günstigsten Lebensmittel in bester Qualität kaufen können", zitiert die Deutsche Presse-Agentur (dpa) den Konzern. Auch Konkurrent Lidl will weiterhin an der gedruckten Werbung festhalten, ebenso wie Lebensmittelhändler Edeka. Lesen Sie auch: Aldi, Lidl & Co. – Darf ich einen Einkaufswagen "ausleihen"?

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.