Waldbrand

Brände auf Mallorca: Deutscher wegen Brandstiftung verhaftet

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Waldbrände: Das bedeuten die Gefahrenstufen

Waldbrände: Das bedeuten die Gefahrenstufen

Durch Hitze und Trockenheit steigt auch die Gefahr von Waldbränden. Um anzugeben, wie hoch die Waldbrandgefahr ist, gibt es fünf verschiedene Gefahrenstufen:

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Berlin.  Auf Mallorca wurde ein Deutscher verhaftet, weil er Waldbrände provoziert hat. Auch andere Länder haben Probleme mit Brandstiftern.

Die Ermittler fanden offenbar in seinem Auto mehrere Küchenfeuerzeuge. Dem 55-jährigen Deutschen wird vorgeworfen, im Westen Mallorcas, in der Feriengemeinde Calvià, sieben Brände in der Landschaft provoziert zu haben. Darunter auch in mehreren Waldgebieten, in denen in diesen Hitzetagen extreme Brandgefahr herrschte.

Wie Mallorcas Polizei weiter mitteilte, habe nur durch das rasche Eintreffen der Feuerwehr Schlimmeres verhindert werden können. Deswegen seien die Flammen schnell gelöscht worden. Eine Ausbreitung der Brände sei so verhindert worden, erklärten die Sicherheitsbehörden in einer Mitteilung. Lesen Sie auch: Waldbrände in Europa: Das sind die häufigsten Ursachen

Auf Mallorca wie in ganz Spanien ist die Landschaft nach lang anhaltendem Regenmangel und einer schon seit zwei Wochen andauernden Hitzewelle völlig ausgetrocknet. Die Wälder gleichen einem Pulverfass. Die Bevölkerung wie die Touristen auf der Insel wurden aufgerufen, höchste Vorsicht walten zu lassen.

Mallorca von größeren Waldbränden verschont - heftige Feuer auf Teneriffa

Mallorca blieb glücklicherweise bisher von größeren Buschbränden verschont. Doch auf dem spanischen Festland sowie auf der Ferieninsel Teneriffa tobten in den letzten Tagen heftige Brände, die aber inzwischen überwiegend unter Kontrolle gebracht werden konnten. In keinem anderen europäischen Land wurde in diesem Jahr so viel Naturlandschaft durch die Flammen vernichtet wie in Spanien. Auch interessant: Waldbrand im Yosemite-Park "außer Kontrolle"

Auf Mallorca waren Polizei, Forstbeamte und Feuerwehr nach der Brandserie in der Umgebung von Calvià in höchster Alarmbereitschaft und überwachten das fragliche Gebiet. Dabei ging ihnen der Deutsche ins Netz.

Ein Förster beobachtete den Mann und schöpfte Verdacht. Wenig später konnte ihn die Polizei festnehmen. Bei der Vernehmung vor dem Haftrichter bestritt der Deutsche die Brandstiftung und wurde unter Auflagen zunächst freigelassen. Lesen Sie auch: Waldbrände in Brandenburg und Sachsen – Lage noch angespannt

Großbrand auf Teneriffa soll durch Brandstifter aufgelöst worden sein

Auch der Großbrand im Norden der Kanareninsel Teneriffa, der inzwischen eingegrenzt werden konnte, soll durch einen Brandstifter ausgelöst worden sein. Das Feuer, das im bergigen Hinterland der Orte Los Realejos, San Juan de la Rambla, Icod de los Vinos, La Guancha und La Orotava loderte, vernichtete bisher rund 28 Quadratkilometer an Naturfläche.

Größere Schäden im berühmten Teide-Naturpark konnten zunächst verhindert werden. Vor allem dank einer Flotte von Löschflugzeugen und Hubschraubern, die Millionen Liter von Wasser auf das Flammenmeer schütteten. Rund 600 Menschen, die am Wochenende evakuiert worden waren, konnten in ihre Häuser zurückkehren. Auch interessant: Waldbrand: Braucht Deutschland Löschflugzeuge?

Doch die Gefahr auf der Vulkaninsel ist noch nicht gebannt. Denn möglicherweise brennt es bald an einer anderen Stelle. „Wir haben den Verdacht, dass im Brandgebiet ein Pyromane am Werk ist“, sagte Teneriffas Umweltministerin Isabel García. Die Ermittler fahnden nach einer Person, die in Teneriffas Wald immer wieder zündelt.

Nach Erkenntnissen der Inselbehörden sind in den vergangenen Jahren 78 Prozent aller Waldbrände auf den Kanaren von Menschen verursacht worden. Entweder durch gezielte Brandstiftung oder durch Fahrlässigkeit etwa bei landwirtschaftlichen Arbeiten mit Maschinen, die Funken verursachen. Auch unvorsichtiger Umgang mit offenem Feuer und mit Zigarettenkippen spielt immer wieder eine Rolle. Nur ein kleiner Teil der Waldbrände werde durch Blitze oder Hochspannungsleitungen provoziert, heißt es.

Portugal: Mehr als 50 Personen wegen Verdacht auf Brandstiftung verhaftet

In Spaniens Nachbarland Portugal richten Brandstifter ebenfalls schwere Schäden in den Wäldern an. In den letzten Wochen sind mehr als 50 Personen unter dem Verdacht festgenommen worden, Waldbrände verursacht zu haben. Zudem wurden mehrere polizeibekannte Pyromanen, die als potenzielle Wiederholungstäter angesehen werden, angesichts der extremen Waldbrandgefahr im Land unter Hausarrest gestellt. Lesen Sie auch: Waldbrände und Hitze: Was das Löschen so schwierig macht

Wie groß die Gefahr durch die Pyromanen ist, die immer wieder Feuer legen, zeigt das Beispiel eines portugiesischen Ingenieurs, der in seinem Land in der Region Castelo Branco wenigstens 16 große Waldbrände verursachte. Die von ihm verursachten Feuer zerstörten von 2017 bis 2021 rund 650 Quadratkilometer Landschaft.

Der Mann benutzte für sein teuflisches Feuerwerk kleine Sprengsätze, die mit Zeitzündern ausgerüstet waren. Nun steht er in Portugal vor Gericht und muss mit einer langen Haftstrafe rechnen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.