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Bananenspinne: So gefährlich sind die Krabbler aus der Kiste

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Wie Angst funktioniert und warum sie sinnvoll ist

Wie Angst funktioniert und warum sie sinnvoll ist

Albträume, Krieg, Spinne, Flugzeug: Jeder Mensch besitzt das Grundgefühl Angst. Warum Angst sogar überlebenswichtig sein kann, zeigt das Video.

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Berlin.  Ein Supermarkt im Saarland musste schließen, nachdem dort ein giftige Bananenspinne entdeckt wurde. Was über die Tiere bekannt ist.

Immer wieder gibt es Meldungen über Spinnen in Bananenkisten. Zuletzt haben am Donnerstag vermutlich hochgiftige Bananenspinnen einen Einkaufsmarkt im Saarland lahmgelegt. Der Leiter des Markts entdeckte die zwei mutmaßlichen Giftspinnen beim Auspacken von Bananenkisten und alarmierte die Polizei.

Er brachte die vermutlich aus Südamerika importierten Tiere ins Kühllager, wo sie später aber nicht mehr auffindbar waren. Deshalb sollen sich jetzt Schädlingsbekämpfer des Problems annehmen. Der Supermarkt bleibt so lange geschlossen.

Doch was ist über die sogenannte Bananenspinne bekannt? Ist ihr Biss tödlich? Und wie sollte man sich verhalten, wenn man eine Spinne findet?

Bananenspinnen: hochgiftig und aggressiv

Mit Bananenspinnen werden umgangsprachlich verschiedene Spinnen benannt, die über Bananenimporte nach Deutschland gelangen. Meist handelt es sich bei den Tieren um Arten der Gattung Phoneutria, was übersetzt "Mörderin" bedeutet. Sie sind auch als Brasilianische Wanderspinnen bekannt. Im Hauptverbreitungsgebiet Brasilien werden die Spinnen Armadeira genannt, zu Deutsch "bewaffenete Spinnen". Sie gelten als hochgiftig und sind von aggressiver Natur.

Bei den Tieren handelt es sich um eine Jagdspinnenart, die anders als viele Spinnen nicht auf ihre Beute wartet, sondern aktiv jagt. Sie hat eine stattliche Körperlänge von bis zu fünf Zentimeter, ihre Spannweite erreicht zwischen zehn und 13 Zentimeter.

Die Beine sind kräftig und lang, sodass sich die Spinne schnell bewegen kann. Fühlt sie sich bedroht, reißt die Wanderspinne ihre Vorderbeine hoch, streckt ihren Vorderkörper nach vorne und bewegt sich ruckartig hin und her. Lesen Sie auch: Arachnophobie - Die Angst vor Spinnen kann jeden treffen

Biss der Bananenspinne äußerst selten tödlich

Ein Biss der Wanderspinne ist schmerzhaft und kann – je nach abgegebener Giftmenge – zu Schwindel, Übelkeit, Erbrechen sowie Schweißausbrüchen führen. Bei einem mittelschweren Verlauf gehören Bluthochdruck und Herzrasen zu den Begleiterscheinungen.

Im schlimmsten Fall kann ein Biss einen Schock-Zustand hervorrufen und tödlich enden. Gefährdet sind hier vor allem Risikogruppen: Kleinkinder, ältere Menschen sowie Personen mit einem geschwächten Immunsystem.

Aufgrund dieser Symptome gilt die Spinnenart als sehr gefährlich für den Menschen, obwohl schwerwiegende Verläufe, die mit Gegengift behandelt werden, die Ausnahme sind. Das schreibt das Naturkundemuseum in Karlsruhe unter Berufung auf eine brasilianische Studie. Demnach sind auch durch Wanderspinnen verursachte Todesfälle äußerst selten.

Bananenspinnen: Wie sollten Verbraucher reagieren?

Wenn Sie zwischen Früchten eine Spinne entdecken, sollten Sie möglichst ruhig bleiben. Zu Hause sollten Sie versuchen, dass Tier mit einem Behälter oder einer Plastiktüte einzufangen. Danach am besten das Gesundheitsamt oder die Feuerwehr alarmieren. Und sollte die Spinne tatsächlich beißen: Gehen Sie umgehend zum Arzt. Auch interessant: Große Winkelspinne in der Wohnung - Das gilt es zu beachten

Krabbelt eine Spinne aus einer Obstkiste muss es sich nicht gleich um die Brasilianische Wanderspinne handeln. Es könnte auch eine Riesenkrabbenspinne (Heteropoda venatoria) oder die Große Wanderspinne (Cupiennius salei) sein. Diese sind aber nicht giftig. Ihr Biss ist mit den Schmerzen eines Wespenstiches vergleichbar. (lgr)

Dieser Artikel erschien zuerst bei morgenpost.de