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Wirbel um Norwegens Prinzessin: Verlobt mit einem Schamanen

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Der Schamane und die Prinzessin. Verlobung.  Märtha Louise von Norwegen ist stets für eine Überraschung gut.

Der Schamane und die Prinzessin. Verlobung. Märtha Louise von Norwegen ist stets für eine Überraschung gut.

Stockholm/Oslo.  Norwegens Prinzessin Märtha Louise hat sich verlobt: Ihr künftiger Mann bezeichnet sich als Schamane. Der Königs reagiert mit Toleranz.

Norwegens Königstochter Märtha Louise hat sich mit ihrem in den USA lebenden, schwarzen Schamanen Durek Verrett verlobt. Viele ihrer Landsleute hoffen auf eine Signalwirkung für mehr Toleranz. Für fremdenfeindliche Norweger jedoch ist es ein Skandal.

Wann und wie geheiratet wird, wollen beide nicht verraten. "Bitte haben Sie Geduld mit uns. Wir werden es mitteilen wenn die Zeit gekommen ist, aber bis dahin wollen wir damit weitermachen die Liebe zu feiern“, erklärte das Paar.

Verlobung: Prinzessin liebt den Schamanen seit Jahren

Das Liebesverhältnis zwischen der Prinzessin und dem Schamanen wurde 2019 bekannt. Seitdem gab es einen enormen Mediensturm um die ungewöhnliche Liaison. Lesen Sie auch: Schwedisches Königshaus: Ehemalige Partyprinzessin wird 40

„Nach drei Jahren, in denen wir zwischen Norwegen und Los Angeles gependelt sind, ist es für uns klar dass wir heiraten werden“, so die Prinzessin. „Liebe hat nichts damit zu tun woher man kommt oder wen man darstellt. Liebe schafft Brücken zwischen Menschen, Kulturen und Religionen. Und wir sind glücklich, dass wir uns gefunden haben, über Kontinente, Ethnien und soziale Hintergründe hinweg“, so das Paar.

Verlobung mit Schamanen: Das Königshaus gratuliert

Das Königshaus gratulierte dem Paar, das sich gerade in Los Angeles befindet, wo Durek Verrett lebt: "Seine Majestät der König und Ihre Majestät die Königin gratulieren Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett herzlich zu ihrer Verlobung und wünschen ihnen alles Gute für die kommende Zeit.“

Viele Norweger rümpfen die Nasen über den Schamanen, der angeblich Zaubern kann und Hollywood-Stars betreuen soll. Einfach hatte es die Prinzessin nicht. Demonstrativ dankte sie denn auch ihren Freunden und der Familie, "die uns treu zur Seite gestanden haben". Auch interessant: Queen feiert 70. Thronjubiläum – und überrascht zum Finale

Verlobung als Zeichen gegen Rassismus

König Harald selbst hatte einen strengen Vater. Einst hatte er sogar damit gedroht, die Thronfolge abzulehnen, wenn ihm nicht erlaubt werde, die nicht-adlige Norwegerin Sonja zu heiraten. Umso aufgeschlossener ist er heute, wenn es um seine Kinder, deren Leben und Partner geht.

Gerade Märtha Louise sorgt immer wieder für Wirbel. Wäre die 47-Jährige Prinzessin als Junge zur Welt gekommen, würde nicht ihr jüngerer Bruder, sondern sie sie als erstgeborenes Kind bald den Thron von Harald (82) übernehmen. Märtha Louise ist froh darüber, die Bürde nicht tragen zu müssen, wie sie immer wieder sagt. Sie geht ihren eigenen Weg. Nach 14 Jahren Ehe mit dem mäßig erfolgreichen norwegischen Schriftsteller Ari Ben hat sie ihre große Liebe im 44 Jahren altem Schamanen gefunden.

Märtha Louise gründete eine Engelsschule

Auf Instagram bekannte sie sich schon in der Vergangenheit zu ihm. „Er hat mir bewusstgemacht, dass bedingungslose Liebe tatsächlich auf diesem Planeten existiert“, schrieb sie auf Instagram. „Ich liebe dich von dieser Ewigkeit zur Nächsten“, so die royale Esoterikern. Der Schamane habe sie geheilt.

Nun ist er ihr ständiger Begleiter auch auf offiziellen königlichen Anlässen. Weltoffene Norweger begrüßen die Liebesbeziehung. Die Verbindung mit dem Schamanen, der teils Wurzeln in Haiti hat, sei auch ein Zeichen des Königshauses gegen Rassismus.

Gegner wie Anhänger der Monarchie beteuern, Märtha Louise dürfe privat machen, was sie wolle. Aber: Sie dürfe nicht ihren Prinzessinnen-Titel nutzten, um ihre kommerzielle Tournee mit Verrett zu vermarkten. „Die Prinzessin und der Schamane“, nennt sich eine der Workshop-Veranstaltungsreihen, mit der die beiden durch Europa tingelten. Lesen Sie auch: Charlène und Albert: Gemeinsamer Auftritt in Monaco

Kritiker – Prinzessinnentitel mit bizarren Geschäften vermarktet

Vor einigen Jahren erregte die Prinzessin Unmut, weil sie eine Engelsschule in Oslo gründete, in der sie Therapeuten die Kommunikation mit Toten vermittelte. Als Adresse hatte sie zunächst den Königspalast angegeben. Kritiker meinten damals wie heute, dass sie sich aufgrund ihrer unseriösen Geschäftsideen von ihrem Titel trennen sollte.

Auch der norwegische Heilpraktikerverband ist erzürnt: Verrett halte sich nicht an deren Richtlinien, indem er unseriöse Dinge verspreche. So meint Verrett, dass er ein „spiritueller Gigant“ sei und die Zukunft seiner Patienten sehen könne. Leukämie etwa sei von schlechter Blutbalance verursacht, doch könne er Krebs heilen. Letzteres brachte auch den Leukämieverband auf die Barrikaden. Der forderte das Königshaus auf, sich offiziell vom Schamanen zu distanzieren. Verrett wie die Prinzessin behaupten, tote Angehörige seiner Patienten sehen und hören zu können.

Der Schamane ist in Hollywood eine feste Größe

Schamane Verrett ist dank seiner königlichen Verbindung gefragter denn je. Allerdings hatte er in den USA schon vor der Liaison viel Erfolg. In den Neunzigern arbeitete der Kalifornier als Fotomodel, dann wurde er TV-Moderator beim angesagten Sender MTV. Danach moderierte er das israelische TV-Programm „Seltsam und Bizarr – übernatürliche Erlebnisse die Menschen widerfahren sind“. Seit 2010 reist er als Schamane durch die Welt und hilft Hollywoodgrößen wie Gwyneth Paltow und Mark Curry und anderen Reichen, sich von „dunklen Energien“ zu befreien.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de